BLATTZEIT - Ausgabe August
Ein Erfolg fürs Jagdhundewesen
Liebe Mitglieder der Landesjägerschaft Niedersachsen,
wie Sie alle wissen, wurde das neue Niedersächsische Jagdgesetz im Juni beschlossen. Viele strittige Punkte konnten wir in den Verhandlungen und unzähligen Gesprächen – insbesondere mit der SPD-Landtagsfraktion – und nicht zuletzt durch unsere Großdemonstration Ende Januar 2025 abräumen oder zumindest jagdpraxistauglich gestalten.
Vor allem konnten wir verhindern, dass die von uns als „rote Linien“ bezeichneten Punkte Eingang in das Gesetz finden. Das ursprünglich geplante Verbot der Ausbildung von Jagdhunden am lebenden Wild ist vom Tisch. Die Arbeit an der sogenannten „Müller-Ente“ bleibt ebenso möglich wie der Betrieb von Schliefenanlagen und Schwarzwildgattern.
Das ist ein großer Erfolg für unser Jagdhundewesen, für die Jagdpraxis und nicht zuletzt für den Tierschutz. Ein brauchbarer Jagdhund fällt nicht vom Himmel. Er braucht eine sorgfältige Ausbildung, erfahrene Führerinnen und Führer und die Möglichkeit, jagdliche Situationen unter kontrollierten Bedingungen kennenzulernen.
Dass unsere Argumente im Gesetzgebungsverfahren schließlich Gehör gefunden haben, war keineswegs selbstverständlich. Mit dem Verbot der Jagd mit dem Hund im Naturerdbau mussten wir dagegen eine bittere Pille schlucken – zumal es keine fachlich haltbare Begründung gab und auch eingebrachte Alternativvorschläge gar nicht erst erwogen wurden. Mit diesem Verbot hat man dem Natur- und Artenschutz, insbesondere mit Blick auf unsere Bodenbrüter, einen Bärendienst erwiesen. Das werden auch die Verantwortlichen noch merken – hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät.
Gerade unsere ausgewiesenen Vogelschutzgebiete sind darauf angewiesen, dass die Zahl der zu erwartenden Fuchsgehecke auf ein möglichst geringes Maß abgesenkt wird. Auch der NLWKN weist auf die Bedeutung des Prädationsmanagements für den Schutz gefährdeter Wiesenvögel hin.
Wir dürfen uns nichts vormachen: Lebensräume zu schaffen, Gelege zu schützen und Schutzgebiete auszuweisen reicht allein nicht aus. Wenn Fuchs, Waschbär, Marderhund und weitere Prädatoren nicht wirksam bejagt werden können, geraten selbst gut angelegte und mit viel Geld finanzierte Artenschutzprojekte schnell an ihre Grenzen.
Für uns als Landesjägerschaft ist klar: Wir werden die Auswirkungen der neuen Regelungen sehr genau beobachten und uns auch künftig mit Nachdruck und fachlich guten Argumenten für jagd- und praxisgerechte Lösungen einsetzen. Gleichzeitig stehen wir fest an der Seite unserer Hundeführerinnen und Hundeführer, der Zucht- und Prüfungsvereine sowie all jener, die viel Zeit, Herzblut und Verantwortung in die Ausbildung unserer Jagdhunde investieren.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren vierläufigen Jagdgefährten viel Freude bei der gemeinsamen Arbeit, stets guten Anblick und vor allem: Kommen Sie gut und gesund durch die Jagdsaison!
Waidmannsheil,
Ralf Eickhoff
Stellvertretender Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.
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