Erfolgreiche Verbandsarbeit
Die Empörung war groß, als 2024 klar war, dass das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium das Landesjagdgesetz novellieren wollte. Die geplanten Inhalte brachten über 20.000 orange gekleidete Jägerinnen und Jäger in Hannover auf die Straße – ein Bild, das man vor dem Landtag so noch nicht kannte, das für ganz viel Zusammenhalt in den eigenen Reihen und am Ende für große Geschlossenheit innerhalb der Jägerschaft gesorgt hat.
Ende Juni dieses Jahres wurde die Novellierung des Landesjagdgesetzes nun verabschiedet. Geblieben ist von den allermeisten geplanten und teilweise ideologisch geprägten Inhalten zum Glück nicht viel. Ja – Naturbau-Jagd ist am Ende auf der Strecke geblieben. Der Verlust darf nicht kleingeredet werden und ist auf keinen Fall im Sinne der Landesjägerschaft. Dennoch muss festgehalten werden, dass sich im Laufe des gesamten Abstimmungsprozesses zwischen der Landesjägerschaft und den verantwortlichen Politikern immer mehr Themen von der grünen Wunschliste verabschiedet haben.
All das ist am Ende nur möglich geworden, weil die Verbandsarbeit der Landesjägerschaft funktioniert hat. Man war sich auf allen Funktionsträger-Ebenen einig und hat erfolgreich an einem Strang gezogen. Auf der anderen Seite hat es auch die Karten innerhalb der regierenden Parteien ein Stück weit neu gemischt. Während es bis zum Schluss schwer war, die Grünen auch nur im Ansatz in die „richtige“ Richtung zu lenken, war die SPD sehr um Schadensbegrenzung bemüht.
Verabschiedet wurde ein in weiten Teilen akzeptables Landesjagdgesetz, das weitaus schlimmer hätte ausfallen können. Geblieben ist – und das ist an dieser Stelle besonders hervorzuheben – eine geschlossene Landesjägerschaft, die stolz darauf sein kann, ein so aktives und mutiges Ehrenamt zu haben.
Die vergangenen zwei Jahre haben gezeigt: Eine strategische, professionell ausgerichtete Verbandsarbeit lohnt sich und ist erfolgreich, sofern es neben einem gut aufgestellten Haushalt genügend Menschen gibt, die Interesse daran haben, sich für eine gute Sache in der Landesjägerschaft einzusetzen. Der Prozess macht auch deutlich, dass sich, allen Unkenrufen zum Trotz, Ehrenamt lohnt. Jeder kann was, jeder ist irgendwie vernetzt. Gerade wir Jägerinnen und Jäger profitieren davon, in vielen Bereichen breit aufgestellt zu sein. Umso wichtiger ist es, dass die Bereitschaft, Verantwortung im Ehrenamt übernehmen zu wollen, nicht nachlässt und möglichst viele von Ihnen die Vorstände der Hegeringe und Jägerschaften unterstützen. Nur so wird die Jagd in Niedersachsen auch un Zukunft nachhaltig auf einem sicheren Fundament stehen.
Wulf-Heiner Kummetz