Etwa 1.000 Proben ​werden noch benötigt

Etappenziel erreicht: Dr. Julian Laumeier und Reinhild Gräber hoffen aber, dass im Laufe des Jahres auch noch die fehlenden Rotwildgenetikproben eingehen werden (Foto: Rouven Kreienmeier)

„Halbzeit“ beim Rotwildgenetikprojekt in Niedersachsen:

Seit gut einem Jahr läuft in Niedersachsen ein gemeinsames Forschungsprojekt der Universitäten Göttingen und Gießen, des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (ITAW) und der Landesjägerschaft Niedersachsen zur Rotwildgenetik. Zielstellung des Forschungsvorhabens ist die Erhebung der aktuellen genetischen Vielfalt innerhalb der niedersächsischen Rotwildpopulationen, die Erfassung und Darstellung des aktuellen genetischen Austauschs zwischen diesen Vorkommen sowie die Identifikation von Barrieren und eine priorisierte Bestimmung möglicher Wildwanderkorridore. Mitte Juli fand am Jägerlehrhof Jagdschloss Springe ein Treffen der Projektverantwortlichen der Uni Gießen, Dr. Julian Laumeier und der Landesjägerschaft Niedersachsen, Reinhild Gräber statt. 

Im Rahmen dieses Informationsaustausches wurden der aktuelle Projektstand und die bisherigen Zwischenergebnisse sowie das weitere Verfahren zur Probengewinnung aus Schwerpunktregionen besprochen: Insgesamt 2.000 Proben werden aus Niedersachsen benötigt – zur Halbzeit befindet sich das Projekt auf einem guten Weg: Mit bisher knapp 1.000 eingegangenen Proben ist ein erstes Etappenziel erreicht. Die fehlenden etwa 1.000 Proben müssen allerdings noch in diesem Jagdjahr eingehen, denn dann endet der Zeitraum für die Probenentnahme. Unterschiede gibt es dabei in der räumlichen Verteilung: Während für einige Rotwildvorkommen bereits ausreichend Probenmaterial zur Verfügung steht, gibt es Regionen, aus denen weitere, zusätzliche Genetikproben dringend erforderlich sind: Speziell handelt es sich hier um Probenmaterial aus dem Bereich zwischen Hannover und Hamburg, westlich der A7 sowie aus den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg. 

Im Süden Niedersachsens ist aus dem Nationalpark Harz sowie den Revieren der Niedersächsischen Landesforsten ausreichend Genetikmaterial vorhanden, aus den umliegenden privaten Revieren im Harz und Harzvorland werden hingegen aber noch unbedingt Proben benötigt. Insbesondere für diese Regionen bitten die Projektverantwortlichen die Jägerinnen und Jäger daher weiter um Mithilfe und darum, die anstehende Jagdsaison zu nutzen, um entsprechendes Probenmaterial zu nehmen und einzusenden. Das Verfahren der Probenentnahme ist unkompliziert – der Erkenntnisgewinn im Rahmen des Forschungsprojekts dafür umso größer und wichtiger.  

Florian Rölfing/LJN