BLATTZEIT - Ausgabe Juli
Gemeinsame Werte geben Orientierung
Liebe Mitglieder der Landesjägerschaft Niedersachsen,
Ende Juni trafen sich rund 400 Delegierte und Gäste zum Bundesjägertag in Suhl. Natürlich war auch die Landesjägerschaft Niedersachsen mit ihren Delegierten vertreten. Der Bundesjägertag ist weit mehr als die Delegiertenversammlung des Deutschen Jagdverbandes. Er ist der Ort, an dem die Landesjagdverbände gemeinsam die Leitlinien für die Zukunft der organisierten Jagd festlegen und jagdpolitische Positionen abstimmen.
Dass der Bundesjägertag auch politisch eine hohe Bedeutung besitzt, zeigte die prominente Besetzung eindrucksvoll. Mit dem thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt, Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph de Vries, waren gleich mehrere hochrangige Vertreter der Bundes- und Landespolitik persönlich vor Ort. Bundeskanzler Friedrich Merz richtete sich per Videobotschaft an die Teilnehmer. Diese Präsenz ist keineswegs selbstverständlich. Sie zeigt, dass die organisierte Jägerschaft politisch wahrgenommen wird und der Deutsche Jagdverband als verlässlicher Gesprächspartner ernst genommen wird. Sie ist zugleich ein sichtbares Zeichen erfolgreicher und kontinuierlicher Lobbyarbeit Ihrer Interessensvertretung.
Positiv zu sehen war auch die Teilnahme des Bayerischen Jagdverbandes mit seinem neuen Präsidenten Hubert Stärker. Obwohl der Verband derzeit kein Mitglied im Deutschen Jagdverband ist, wurde mit seiner Anwesenheit deutlich, dass der Dialog innerhalb der Jägerschaft nicht abreißen darf.
Ein wichtiges Signal ging in diesem Jahr zudem vom verabschiedeten Ethikpapier aus. Es schafft keine neuen Regeln und ersetzt auch nicht den bewährten Grundsatz der Waidgerechtigkeit. Vielmehr macht es deutlich, auf welchem Werteverständnis unser Handeln beruht: Verantwortung für das Wild, Respekt vor der Kreatur und die Verpflichtung, Jagd stets als Dienst an Natur und Gesellschaft zu verstehen.
Gerade in einer Zeit, in der die Jagd immer stärker im öffentlichen Blick steht, ist diese gemeinsame Haltung wichtiger denn je. Die Menschen erwarten zu Recht, dass wir unser Handeln nachvollziehbar erklären können. Das Ethikpapier gibt uns dafür eine gute Grundlage – nach innen ebenso wie im Dialog mit Politik und Gesellschaft.
Für uns in Niedersachsen ist dieses Werteverständnis nichts Neues. Unsere Jägerinnen und Jäger leben es Tag für Tag – bei der Biotoppflege, der Kitzrettung, im Artenschutz, bei der Ausbildung des jagdlichen Nachwuchses oder im verantwortungsvollen Wildtiermanagement. Dieses Engagement macht deutlich: Jagd bedeutet weit mehr als die Ausübung eines Jagdrechts. Sie bedeutet Verantwortung.
Als Landesjägerschaft Niedersachsen stehen wir hinter dem gemeinsam erarbeiteten Ethikpapier des Deutschen Jagdverbandes. Es beschreibt, was die organisierte Jägerschaft verbindet, ohne Unterschiede zwischen den Ländern auszublenden. Gerade diese gemeinsame Haltung stärkt unseren Verband und macht uns als verlässlichen Ansprechpartner für Politik und Gesellschaft glaubwürdig.
Der Bundesjägertag hat einmal mehr gezeigt: Die Zukunft der Jagd entscheidet sich nicht allein in Gesetzen oder Verordnungen. Sie entscheidet sich ebenso daran, ob wir geschlossen auftreten, unsere Werte überzeugend vertreten und als kompetenter Ansprechpartner für Politik und Gesellschaft wahrgenommen werden. Die große politische Resonanz in Suhl war dafür ein eindrucksvoller Beleg.
Diesen Weg werden wir als Landesjägerschaft Niedersachsen weiterhin aktiv mitgestalten – im Deutschen Jagdverband und in unserem Land. Mit Überzeugung, Verantwortungsbewusstsein und einer klaren Haltung.
Waidmannsheil,
Wulf-Heiner Kummetz
Chefredakteur BLATTZEIT
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