Waloseum feiert 20-jähriges Bestehen
Vom ehemaligen Sendergebäude von Norddeich Radio zum Waloseum, einer Ausstellung rund um Wale, Küstenv.gel und die Lebensräume der Nordsee, mit Quarantänebereichen für Meeressäuger und einer Vogelstation für verwaiste oder verletzte Vögel der Küste.
Wo früher Norddeich Radio zu Hause war, stehen heute Wale, Küstenv.gel und die Lebensräume der Nordsee im Mittelpunkt: Das Waloseum in Osterloog feiert sein 20-jähriges Bestehen. Bei einer Feierstunde am 11. Juni 2026 erinnerten Berend Brechters, Vorsitzender des Vereins zur Erforschung und Erhaltung des Seehundes e. V., und Dr. Peter Lienau, Gesch.ftsführer der Seehundstation Norddeich, an die Entwicklung des Hauses. Das Waloseum wurde im Juni 2006 eröffnet. Es ist eine Einrichtung des Vereins zur Erforschung und Erhaltung des Seehundes e. V. und eng mit der Arbeit der Seehundstation Norddeich verbunden. Die Geschichte des Hauses begann für den Verein mit einem konkreten Bedarf: Gesucht wurden geeignete Räume für eine Quarantänestation. Die Suche führte schließlich zum ehemaligen Sendergebäude von Norddeich Radio in Osterloog.
„Ausgangspunkt war die Suche nach geeigneten Räumen für eine Quarantänestation. Als wir das frühere Sendergebäude von Norddeich Radio betraten, war schnell klar: Dieser Ort bietet Möglichkeiten“, erinnerte Berend Brechters in seinem Rückblick. Aus dem früheren technischen Standort entwickelte sich in den folgenden Jahren Schritt für Schritt ein Haus, das Ausstellung, Quarantänebereiche für Robben und eine Vogelstation miteinander verbindet.
Während das Haus zunächst für Quarantänebereiche hergerichtet wurde, erhielt seine Entwicklung im November 2003 eine unerwartete zusätzliche Richtung: Vor Norderney waren zwei Pottwale gestrandet. Das vollständige Skelett eines 15 Meter langen Pottwal-Bullen aus dieser Strandung wurde für Ausstellungszwecke präpariert und im heutigen Waloseum aufgebaut. Mit diesem Exponat erhielt das Haus sein zentrales Ausstellungsstück, das bis heute den Charakter des Waloseums prägt.
Dr. Peter Lienau machte in seinem Rückblick deutlich, dass das Waloseum nicht als fertiges Museum eröffnet wurde, sondern über viele Jahre gewachsen ist. Räume wurden umgebaut, Quarantänebereiche eingerichtet, Ausstellungen entwickelt, handwerkliche Lösungen gefunden und immer wieder neue Inhalte ergänzt. Getragen wurde diese Entwicklung über viele Jahre vor allem aus eigener Kraft, durch selbst erwirtschaftete Mittel und den Einsatz vieler Beteiligter.
„Das Waloseum ist über viele Jahre Raum für Raum entstanden – mit handwerklicher Arbeit, eigenen Lösungen und Menschen, die sich weit über das Übliche hinaus eingebracht haben“, sagte Lienau. Heute verbinde das Haus Ausstellung, Quarantänebereiche, Vogelstation und Bildungsarbeit an einem Ort. Genau diese Verbindung mache das Waloseum für die Arbeit des Vereins besonders.
Heute zeigt das Waloseum Ausstellungen zur Welt der Wale, zur Vogelwelt der Küste und zu den Lebensräumen der Nordsee. Aquarien und weitere Ausstellungsbereiche geben Einblicke in die Tierwelt des Wattenmeeres. Damit ist das Haus seit zwei Jahrzehnten ein Ausflugsziel für Familien, Schulklassen, Urlaubsgäste sowie naturinteressierte Besucherinnen und Besucher. Zum Abschluss der Feierstunde wurde mit dem Durchschneiden eines blauen Bandes an die Eröffnung des Waloseums vor 20 Jahren erinnert. Der symbolische Moment stellte die Verbindung zwischen den Anfängen des Hauses und seinem heutigen Jubiläum her. Auch Besucherinnen und Besucher können das Jubiläum im Juni weiter miterleben: Das Schatzsuche-Quiz ist im Waloseum anlässlich des 20-jährigen Bestehens kostenlos erhältlich. Außerdem rechnet das Waloseum noch im Laufe des Monats mit der millionsten Besucherin oder dem millionsten Besucher. Für diesen besonderen Moment ist eine Überraschung geplant.
Das Waloseum am Osterlooger Weg 3 in Norden zeigt Ausstellungen zur Welt der Wale, zur Vogelwelt der Küste und zu den Lebensräumen der Nordsee. Zentrales Exponat ist das Skelett eines Pottwals. Das Haus wird vom Verein zur Erforschung und Erhaltung des Seehundes e. V. getragen und ist eng mit der Seehundstation Norddeich verbunden.
Dr. Peter Lienau