Die Jugendgruppe des Hegeringes Rastede Nord „Die Falkenaugen“ bei der Seehundauswilderungstour Foto: Lutz Werke

Hegering Rastede Nord

Falkenaugen begleiten Seehundauswilderungstour 

Am 30.08.2025 durfte die Jugendgruppe des Hegeringes Rastede Nord „Die Falkenaugen“ eine Seehundauswilderungstour der Seehundaufzuchtstation, die ihren Sitz in Norden hat, begleiten. Einige Mitarbeiter der Station hatten gelesen, dass die Falkenaugen im Januar den Jugend Bundesnaturschutzpreis in Berlin vom Bundesamt für Naturschutz verliehen bekommen hatte und sprach den Jugendlichen die Einladung zu der Tour aus. 

Zur Geschichte der Seehundstation: schon Ende der 60er Jahre planten zwei Norder Jäger eine Aufzuchtstation für verwaiste Seehunde. Das Ziel: die Tiere und ihren Lebensraum zu erforschen sowie den zurückgehenden Bestand zu schützen. 1971 wurde die erste Seehundstation mit großem persönlichem Einsatz gebaut. Aus diesen Anfängen hat sich die Seehundstation Nationalpark-Haus in Norddeich entwickelt. 

In Fahrgemeinschaften fuhr die Gruppe von Rastede nach Norddeich und bestieg das Fährschiff „Frisia IX“. Die vier jungen Seehunde, die an diesem Tag wieder ausgewildert werden sollten, standen schon in Weidenkörben an Deck der Fähre. Dieser Bereich war für die Belgleiter der Tour abgesperrt, damit die Jungtiere nicht zu viel Stress ausgesetzt waren. Bei schönstem Sonnenschein legte das Schiff in Richtung Juist ab. Schon auf der Fahrt nach Juist konnte der ein oder andere Seehund bzw. Kegelrobbe auf den Sandbänken beobachtet werden. Die Kegelrobbe ist das größte Raubtier in Deutschland. Schon auf der Hintour wurden den Gästen viele Informationen gegeben. So ist die Aufzuchtstation für die Niedersächsische Nordseeküste, die sich von der Elbmündung bei Cuxhaven bis zur niederländischen Grenze erstreckt, zuständig. Das ist eine Größe von 3.450 Quadratkilometern. Um dieses große Gebiet vernünftig zu betreuen, wird die Station von vielen ortsansässigen, ehrenamtlichen Wattenjagdaufsehern unterstützt. Diese sind oft die ersten, die die verwaisten Jungtiere, auch „Heuler“ genannt, begutachten und entscheiden, ob das Tier in der Station aufgenommen werden muss. Gründe hierfür können Stürme sein, die das Muttertier vom Jungtier getrennt haben, oder auch Touristen, die die Abstände zu den Tieren nicht einhalten und es dadurch zu Trennungen kommt. 

Wenn ein „Heuler“ aufgenommen werden muss, kommt er erst einmal in das Waloseum, das sich auch in Norden befindet. Hier ist extra eine Quarantänestation eingerichtet, um die Seehunde in der Seehundaufzuchtstation nicht mit Krankheiten anzustecken. Hier verbringen die Jungtiere ihre ersten Tage, werden tierärztlich versorgt und können sich erst einmal erholen. 

Wenn das Tier dann in die Seehundaufzuchtstation wechselt, wird es erst mit einem Brei, dann mit toten Heringen aufgepäppelt. Ziel ist es, ein Gewicht von mindestens 25 kg zu erreichen. Dann haben die Heuler in der Regel eine Speckschicht von 8cm. Mit dieser Speckschicht könnten sie bis zu 14 Tage ohne Nahrung auskommen. 

Auf Juist angekommen fuhr das Fährschiff langsam an den Strand und ließ die Ladeluke runter. Die Mitarbeiter der Aufzuchtstation luden die Jungtiere, die sich noch in den Weidenkörben befanden, aus. Dann legte das Fährschiff wieder ab, damit jeder Besucher die Auswilderung verfolgen konnte. Als das Schiff dann ungefähr 50 Meter vom Ufer entfernt war wurden die Weidenkörbe geöffnet und die vier Seehunde robbten in die Nordsee. Obwohl Jungtiere instinktiv Fische fangen können, braucht es eine gewisse Zeit, um zu lernen, sich selbständig zu ernähren. In der ersten Zeit wird ihre Nahrung wohl hauptsächlich aus Krabben bestehen, die sie leicht mit ihrem Reusengebiss fangen können.

„Die Jugendgruppe bedankt sich recht herzlich bei der Seehundaufzuchtstation aus Norden für die wirklich interessante Tour“ sagte die Jugendobfrau Regina Wemken.  

Lutz Wemken

Foto: privat

Hegering Emmerthal + Hegering Rastede Nord

Ansitz auf Schwarzwild 

Am 2. August 2025 fuhr eine kleine Abordnung des Hegeringes Rastede Nord zum Ansitz auf Schwarzwild in den Hegering Emmerthal. Emmerthal ist eine Gemeinde im Landkreis Hameln-Pyrmont in Niedersachsen. Die schon seit Jahrzehnten andauernde freundschaftliche Beziehung zwischen dem Hegering Rastede Nord und dem Hegering Emmerthal sollte weiter ausgebaut werden und so hatte Hegeringleiter Eike Christian Gruppe bis zu acht Jäger aus dem Norden zum Ansitz auf Schwarzwild eingeladen. Leider konnte in diesem Jahr, aus beruflichen oder privaten Gründen, nur eine „kleine Abordnung“ diesen Termin wahrnehmen. Bei dieser Jagd haben auch revierlose Jäger des Hegeringes Rastede Nord die Möglichkeit einmal auf Schwarzwild anzusitzen umso Kontakt mit den jeweiligen Revierinhabern zu bekommen.

In einer Fahrgemeinschaft ging es in Richtung Emmerthal. In Emmerthal angekommen, wurden erst einmal die Zimmer im Gasthaus „Zum Ruhberg“ bezogen. Um 17 Uhr wurde gemeinsam mit den jeweiligen Revierinhabern gegrillt und es ergaben sich interessante Gespräche.  Im Anschluss an das Essen wurden die Jäger des Hegeringes Rastede Nord auf die Reviere verteilt und es erfolgte die jeweilige großzügige Freigabe. Bevor es allerdings auf den Ansitz ging, zeigten die Revierinhaber ihren Gästen die Reviere. Die Ammerländer Jäger bekamen so einen Eindruck von den Problemen, die das Schwarzwild in den landwirtschaftlichen Flächen anrichtet. Im Anschluss brachten die Revierinhaber ihre Gäste auf die jeweiligen Ansitzeinrichtungen. Geplant war es bis mindestens 1:00 Uhr anzusitzen. Ein Rasteder Jäger erlegte eine Überläuferbache und ein anderer konnte einen Waschbären erlegen. Direkt im Anschluss an den Ansitz wurde die Strecke gelegt. Das Wetter und die Stimmung waren gut, so dass die Nachtruhe dementsprechend kurz ausfiel.

Hegeringleiter Lutz Wemken bedankte sich bei den Emmerthaler Jägern für die gute Organisation und lud 10 Hegeringmitglieder des Hegeringes Emmerthal zur revierübergreifenden Entenjagd am 11. Oktober 2025 in den Hegering Rastede Nord ein. Alle waren sich einig, dass an den gemeinsamen Jagden festgehalten werden soll, da es immer wieder schön ist sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Lutz Wemken

Hegering Rastede

Revierübergreifende Krähenlockjagd 2025 

Am 2. August veranstaltete der Hegering Rastede Nord die traditionelle revierübergreifende Krähenlockjagd zum Aufgang der Krähenjagdzeit. Die Jagd mit dem „freundlichen Lockbild“ auf die Rabenkrähe soll am Anfang der Jagdzeit interessierten Hegeringmitgliedern die Chance bieten, mit einem erfahrenen Jäger zusammen in einem Lockschirm, die Jagd aktiv zu erleben. Auch einigen revierlosen Jägern wurde so die Möglichkeit gegeben mit den jeweiligen Revierinhabern in Kontakt zu kommen und sich jagdlich zu betätigen. Voraussetzungen für die Teilnahme an der Jagd waren ein „Schießübungsnachweis Flinte“ und ein kompletter Tarnanzug. Ziel sollte es sein, dass in allen Revieren des Hegeringes die Lockjagd auf die Rabenkrähe flächendeckend durchgeführt wird, um den Bestand an Individuen zu reduzieren. Die jagdlichen Erfolge der vergangenen Jahre waren so groß, dass auch benachbarte Hegeringe diesen Termin in ihren Terminkalender übernommen haben.

Zur Strecke kamen an diesem Morgen: 57 Rabenkrähen, zwei junge Ringeltauben und eine Elster. Die Strecke der Rabenkrähen war in den teilnehmenden Revieren recht unterschiedlich verteilt. Einige Reviere beklagten einen schlechten Flug, da es kaum noch Stoppelfelder gibt und somit die Futterplätze fehlen. Leider beteiligten sich auch nicht alle Reviere an diesem Jagdtermin. In einigen Revieren wurde aber auch im Vorfeld von der geänderten Ammerländer Schonzeit auf die Rabenkrähe Gebrauch gemacht. Diese Änderung erlaubt, dass Rabenkrähen, dort wo sie zu Schaden gehen, schon ab dem 1. Juli bejagt werden dürfen. Denn gerade am Anfang der Jagdzeit sind große Strecken erzielbar, da die Jungkrähen sich noch ziemlich dumm verhalten und gut auf das Lockbild zustehen.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass auch im nächsten Jahr zum Aufgang der Jagdzeit auf die Rabenkrähe, revierübergreifend ein solcher Jagdtag auf Hegeringebene angeboten werden soll. Nächster Termin für diese Veranstaltung ist der 1. August 2026.

Lutz Wemken