(Foto: privat)

Hegerundfahrt der Jägerschaft Verden: Projekte im Fokus 

Am letzten Freitag im August lud die Jägerschaft des Landkreises Verden zur Hegerundfahrt nach Kreepen ein. Wie schon im letzten Sommer fand die Veranstaltung im Hegering Verden Nord statt – eine Premiere, wie Vorsitzender Jürgen Luttmann in seiner Begrüßung betonte: „So können Sie den Fortschritt unserer im vergangenen Jahr begonnenen Projekte unmittelbar verfolgen.“ Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und befreundeten Verbänden nahmen die Einladung an.

17 Jahre Verdener Hegefonds

Der Verdener Hegefonds blickt inzwischen auf eine 17-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Seine Anfänge lagen in Hecken- und Brachenprogrammen der frühen 2000er-Jahre, als Landwirte mit Saatgutmischungen unterstützt wurden, um Zwangsbrachen wildtierfreundlich zu begrünen. Diese Flächen boten Wildtieren nach der Ernte Nahrung und Rückzugsräume. Später kamen ein- und mehrjährige Blüh- und Huderstreifen auf intensiv genutzten Ackerflächen hinzu, bis heute fast 900 Hektar kumuliert.

Mit den Erfahrungen der Landwirte entwickelte sich das Programm stetig weiter. Inzwischen werden mehrjährige Mischungen ausgesät, die im Winter nicht absterben und sich teilweise selbst wieder aussäen. Daraus entstand die Saatgutmischung GAPplus mit 22 heimischen Kräutern. Rund 470.000 Euro flossen bisher in Blühprojekte – Teil einer Gesamtinvestition von 1,7 Millionen Euro. Hauptsponsor ist die Bingo-Umweltstiftung, weitere Mittel stammen vom Landkreis Verden, Stiftungen sowie aus Eigenanteilen der Revierpächter.

Feuchtbiotope und Prädationsmanagement

Bis heute wurden 64 Feuchtbiotope als Laichgewässer für Amphibien geschaffen. Neue Vorhaben sind geplant, auch wenn bürokratische Hürden die Umsetzung erschweren. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Prädationsmanagement, also die Regulierung von Fuchs, Marder, Waschbär und Marderhund zugunsten seltener Bodenbrüter wie Kiebitz und Brachvogel. Seit 2017 laufen hierzu intensive Programme in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde. „Erst kommt Überleben, dann Schöner Wohnen“, so Luttmann. 420.000 Euro investierte der Hegefonds bislang in diesen Bereich.

Eindrücke vor Ort

Nach der Begrüßung ging es auf drei Treckergespannen durch die Feldmark zwischen Kreepen, Wedehof und Brammer. Stationen waren unter anderem eine geplante Teichanlage, mehrere Blühflächen auf magerem Boden sowie ein neu entstandenes Biotop mit mehreren hundert Quadratmetern Wasserfläche. Hier berichtete Naturschutzobmann Gerd Offer über die praktischen Herausforderungen beim Bau – vom feuchten Wetter bis zu den Eigenleistungen der beteiligten Landwirte.

Auch die Kooperation mit Imkern stand im Fokus. Am Rande eines Blühstreifens demonstrierte Heinrich Kersten die positiven Effekte der GAPplus-Mischung: Dort sammelten Bienen die dreifache Menge an Pollen und Nektar als an einem Vergleichsstandort mit einjähriger Mischung. Von den Blüten profitieren jedoch nicht nur Honigbienen, sondern auch zahlreiche Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge.

Abschluss bei Grillbuffet

Nach mehreren Stunden kehrte die Gruppe zurück zum Ausgangspunkt bei „Heitmanns Gasthof“. Beim Grillbuffet wurden die Eindrücke rege diskutiert. Luttmann dankte dem Hegering Verden Nord für die Organisation und regte an, die Fahrt in einigen Jahren zu wiederholen: „So können wir gemeinsam sehen, wie sich unsere Projekte langfristig entwickeln.“

Lars Glander