Frühjahrsputz im Revier

Die Checkliste gibt eine Übersicht über diverse Revierarbeiten – eine übersichtliche To-Do-Liste für das eigene Revier

Es ist März, Schonzeit für die meisten Wildarten, Beginn einer neuen Vegetationsphase und genau die richtige Zeit, um das Revier auf Vordermann zu bringen. Egal ob Hochsitze ausbessern und freischneiden, Fallen reparieren oder die nächsten Bienenweiden planen – gemeinsam mit Freunden werden die Revierarbeiten zu produktiven Einsätzen, die auch den Zusammenhalt und die Kommunikation innerhalb des Reviers stärken können. 

Eine Checkliste mit einer Übersicht über die gängigsten To-Do's hat die Blattzeit in Zusammenarbeit mit der Firma Grube erstellt: einfach ausdrucken, eintragen und abhaken!

Im Folgenden stellen wir zwei Punkte der Checkliste ausführlich vor. 

Hochsitzpflege – nachhaltiger Schutz für Reviereinrichtungen

Ein neuer Anstrich kann die Lebensdauer des Hochsitzes enorm verlängern. Vorausgesetzt es ist kein Pilz und keine Feuchtigkeit im Holz (Foto: Canva)

Hochsitze gehören zu den wichtigsten Einrichtungen im Revier. Wind, Regen und Sonne setzen dem Holz jedoch stark zu. Mit der richtigen Pflege lassen sich Ansitzeinrichtungen nicht nur optisch aufwerten, sondern auch deutlich länger erhalten.

Warum Holzschutz wichtig ist

Unbehandeltes Holz beginnt bereits nach wenigen Jahren zu verwittern. Feuchtigkeit dringt ein, das Material wird weich und Pilze oder Insekten können Schäden verursachen.

Ein geeigneter Anstrich schützt das Holz vor:

  • Feuchtigkeit
  • UV-Strahlung
  • Pilzbefall

Gleichzeitig verlängert sich die Lebensdauer eines Hochsitzes erheblich.

Umweltverträgliche Anstriche

Im Revier sollten möglichst lösemittelarme und umweltfreundliche Holzschutzmittel verwendet werden. Besonders geeignet sind:

Naturölbasierte Holzöle
Sie dringen tief ins Holz ein und schützen es von innen heraus. Viele Produkte basieren auf Leinöl oder pflanzlichen Ölen.

Lasuren auf Wasserbasis
Diese bilden eine atmungsaktive Schutzschicht und sind meist geruchsarm.

Holzschutzlasuren mit UV-Schutz
Sie verhindern das Ausbleichen und Vergrauen des Holzes.

Auf stark chemische Holzschutzmittel muss verzichtet werden, um Boden und Wildtiere nicht zu belasten. Ebenfalls wichtig: Im Ideal fügt sich ein Hochsitz in das Revier so ein, dass er optisch nicht auf den ersten Blick wahrgenommen wird. Daher sollte bereits beim Bau darauf geachtet werden, dass am besten nur Holz verwendet wird. Bei der Farbauswahl sollte auf farbneutrale Holzschutzfarben zurückgegriffen werden.

Vorbereitung des Hochsitzes

Vor dem Streichen ist eine gründliche Vorbereitung notwendig.

Dazu gehören:

  • alte, lose Farbreste entfernen
  • Holz reinigen, also kurz anschleifen
  • raue Stellen abschleifen
  • beschädigte Bretter austauschen

Erst auf sauberem und trockenem Holz haftet der neue Anstrich dauerhaft.

Richtige Farbe im Revier

Im Jagdbetrieb haben sich natürliche Farbtöne bewährt. Dunkle Grün-, Braun- oder Erdtöne fügen sich gut in die Umgebung ein und verhindern auffällige Silhouetten.

Auf helle Farben oder glänzende Lacke sollte unbedingt verzichtet werden. Ein greller Hochsitz hat in einem Revier nichts zu suchen.

Wie oft sollte gestrichen werden?

Ein Hochsitz sollte etwa alle drei bis fünf Jahre nachbehandelt werden. Besonders stark beanspruchte Stellen können auch häufiger Pflege benötigen.

Regelmäßige Kontrolle hilft, Schäden frühzeitig zu erkennen.

Sicherheit nicht vergessen

Neben dem Holzschutz ist auch die Standsicherheit entscheidend. Bei der Pflege sollten daher immer auch:

  • Leitern
  • Schrauben
  • Verstrebungen
  • Sitzbretter

überprüft werden.

Lose Verbindungen oder morsche Teile müssen sofort ersetzt werden.

Längere Lebensdauer im Revier

Mit wenig Aufwand lassen sich alte Hochsitze wieder in einen sicheren und ansprechenden Zustand versetzen. Umweltfreundliche Holzschutzmittel tragen dazu bei, dass Reviereinrichtungen viele Jahre erhalten bleiben – und gleichzeitig Natur und Wild geschont werden. Eine regelmäßige Pflege zahlt sich daher nicht nur optisch aus, sondern sorgt auch für mehr Sicherheit beim Ansitz. 

Kleiner Wildacker im Revier – so gelingt die wertvolle Äsungsfläche

Wildäsungsflächen bieten auch für Insekten und Kleinstlebewesen einen Nahrungs- und Rückzugsort (Foto: Sebastian Kapuhs)

Ein gut angelegter Wildacker gehört zu den wirkungsvollsten Maßnahmen der Revierpflege. Gerade in intensiv genutzten Agrarlandschaften können kleine Äsungsflächen einen wichtigen Beitrag zur Wildversorgung leisten und gleichzeitig das Wild im Revier binden. Auch in niedersächsischen Revieren lassen sich bereits mit überschaubarem Aufwand attraktive Wildäcker anlegen. Wer in seinem Revier über eine passende Fläche verfügt, sollte seine Chance nicht ungenutzt lassen. Der ideale Zeitraum zur Anlage eines Wildackers liegt zwischen März und Ende April.

Die richtige Größe

Ein Wildacker muss nicht groß sein, um Wirkung zu entfalten. In vielen Revieren haben sich Flächen zwischen 0,1 und 0,5 Hektar bewährt. Kleinere Flächen lassen sich leichter pflegen und können gezielt in Einständen oder entlang von Wechseln angelegt werden. Wichtig ist eine möglichst ruhige Lage, idealerweise in Waldrandnähe oder an Deckungsstrukturen. Mehrere kleine Wildäcker im Revier sind oft effektiver als eine große Fläche. Sie verteilen den Äsungsdruck und sorgen für eine bessere Wildverteilung.

Welche Saat eignet sich?

Die Saatmischung sollte sich nach Wildart, Standort und gewünschter Nutzungsdauer richten. Bewährt haben sich Mischungen aus:

  • Kleearten (Rotklee, Weißklee)
  • Luzerne
  • Raps
  • Buchweizen
  • Phacelia
  • Markstammkohl
  • Topinambur

Für mehrjährige Wildäcker sind Klee-Gras-Mischungen besonders geeignet. Sie bieten über mehrere Jahre eine stabile Äsungsquelle und sind relativ pflegeleicht.

Einjährige Mischungen mit Buchweizen, Raps und Phacelia wachsen schnell und bieten bereits wenige Wochen nach der Aussaat attraktive Äsung. Bei dem Ausbringen der Saat muss unbedingt darauf geachtet werden, was am Ende des Tages in den Boden kommt. Regelmäßig kommt es vor, dass der Saat zum Beispiel Vogelfutter beigemischt wird. Hier sitzt der Teufel im Detail, da diese Fertigmischungen auch Hanf-Samen beinhalten können. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Kripo auf einmal im Revier steht – in der Annahme, sie hätte eine illegale Hanf-Plantage entdeckt.

Bodenbearbeitung und Werkzeuge

Die Vorbereitung des Bodens ist entscheidend für den Erfolg. Idealerweise erfolgt die Anlage im Frühjahr oder Spätsommer.

Benötigt werden in der Regel:

  • Freischneider oder Motorsense (bei Bewuchs)
  • Pflug oder Grubber
  • Egge oder Kreiselegge
  • Walze
  • Handsämaschine oder Streuwagen

Bei kleinen Flächen reicht oft bereits eine Motorsense, ein kleiner Grubber und eine einfache Handwalze. In vielen Revieren werden Maschinen gemeinschaftlich genutzt oder von Landwirten geliehen.

Wie viele Personen braucht man?

Ein kleiner Wildacker lässt sich bereits mit zwei Personen an einem Arbeitstag anlegen.

Typischer Ablauf:

  1. Fläche freischneiden oder mulchen (bei kleinen Flächen reicht die altbewährte Handarbeit, bei größeren Flächen mit Benzin betriebene Fräsen und Hacken. Gibt es die Fläche her, muss schwereres Gerät an den Start – also der Trecker mit dem passenden Anbauwerkzeug
  2. Boden lockern (pflügen oder grubbern – siehe Punkt eins: entweder mit der Hand oder mit einer Maschine
  3. Saat ausbringen – hier eignet sich ebenfalls die Handarbeit und etwas Fingerspitzengefühl. Saat ist teuer, weniger ist immer mehr. Wer mit Gefühl aussät, wird in nur wenigen Wochen seine gute Arbeit sehen
  4. Saat einarbeiten und walzen – dazu kann man im Bereich der Handarbeit die Harke und eine Handwalze verwenden, oder eben auch auf landwirtschaftliche Geräte zurückgreifen. Das Anwalzen ist besonders wichtig. Durch den Druck wird die Oberfläche verschlossen und die Saat kann nicht wegwehen

Pflege des Wildackers

Nach der Anlage braucht der Wildacker nur wenig Pflege. Wichtig ist:

  • gelegentliches Nachsäen
  • Mulchen bei starkem Vergrasungsdruck
  • gegebenenfalls Düngung, wenn der Boden sehr nährstoffarm ist. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Nicht überall darf gedüngt werden, schon gar nicht an Gräben oder Gewässern. Insofern ist Vorsicht geboten, dass die gute Idee am Ende nichts „schlimmverbessert“.

Bei mehrjährigen Mischungen genügt es oft, einmal jährlich zu mulchen.

Mehrwert für das Revier

Ein gut angelegter Wildacker bietet mehr als nur Äsung. Er schafft Lebensraum für Insekten, Deckung für Niederwild und trägt zur Biodiversität bei. Gleichzeitig kann er helfen, Wildschäden in landwirtschaftlichen Kulturen zu reduzieren, indem attraktive Alternativen im Revier geschaffen werden. Mit überschaubarem Aufwand entsteht so eine Maßnahme, die sowohl dem Wild als auch dem Revier langfristig zugutekommt.