Damit Naturschutz dauerhaft erfolgreich ist, braucht es Naturbildung (Foto: Gerald Strohmeier)

Anfassen, tasten, lauschen – so entsteht Naturverbundenheit

Bei den Waldprojekttagen an der Pestalozzi Grundschule brachte die Jägerschaft Einbeck Schülern die heimischen Wildtiere und deren Lebensraum nahe.

Nur was der Mensch kennt, das schützt er

Damit Naturschutz dauerhaft erfolgreich ist, braucht es deshalb Naturbildung – denn Artenschutzprogramme sind nur dann nachhaltig, wenn sie von zukünftigen Generationen weitergeführt werden. Damit Kinder frühzeitig lernen, welche Tierarten vor unserer Haustür leben, haben Mitglieder der Jägerschaft Einbeck gemeinsam mit Lehrkräften der Pestalozzi Grundschule die Waldprojekttage organisiert und an zwei Vormittagen für alle Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Dabei haben die Kinder den Wald einmal ganz anders und mit allen Sinnen erlebt. Dafür hatten die Jägerinnen und Jäger rund um den Grillplatz auf der Hube insgesamt sechs vielseitige und kreativ durchdachte Stationen aufgebaut, die die Kinder in kleinen Gruppen absolvierten.

Tiere ertasten und an ihren Stimmen erkennen

Zuerst war es die Aufgabe Waldtiere entlang eines kleinen Weges zu suchen. Eifrig wurden u.a. ein Waschbär, ein Rehkitz, ein Fuchs und ein Baummarder gefunden. Der Kreisjägermeister Dietmar Grüning erklärte den Kindern, wie diese Tiere sich im Wald verhalten und was sie jeweils besonders macht. An Julian Strohmeiers Station „Hör mal! Wer bin ich?“ lauschten die Schülerinnen und Schüler gespannt verschiedenen vorgespielten Tierstimmen und erfuhren so, welche Laute beispielsweise ein Wildschwein oder Frischlinge abgeben oder wie ein Eichelhäher die anderen Waldtiere vor Gefahren warnt. Bei der nächsten Station „Was fühlst du?“ ließ Maike Pohl die Schülerinnen und Schüler ohne Hinzuschauen fühlen, wie sich z.B. eine Buchecker oder das Geweih eines Rehs anfühlen. „Auf der Pirsch“ befanden sich die Kinder an der vierten Station mit Claudia Fiedler. Hier galt es, nach einer kurzen Einführung über das Jagdverhalten von Füchsen, sich im Fangen spielen in die Rolle der Jäger und der Gejagten zu begeben. Die Aufgabe bei der Station „Da fehlt doch was?!“ war es, herauszufinden, welche Gegenstände Hartmut Henne, Carsten Schramm und Kristina Gorissen auf dem mit vielen Naturmaterialien bestückten Suchbild vertauscht hatten. Gleichzeitig erfuhren die Schülerinnen und Schüler vieles über die gezeigten Materialien. Bei der letzten Station „Rate mal! Wer bin ich?“ mit Hans-Martin Grigoleit durften die Kinder unterschiedliche Waldtiere pantomimisch darstellen, während ihre Klassenkameraden erraten durften, um welche Tiere es sich handelt.

Spielend die Natur erleben

Während jeweils die Hälfte der Schule den Tag im Wald verbrachte, erkundete die andere Hälfte der Schulklassen auf dem Schulhof das Infomobil und das Entdeckermobil. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler spielerisch weiteres Wissen über den Lebensraum Wald und die dort lebenden Tiere erweitern und etwas über die Artenvielfalt lernen. Die beiden mit Präparaten gut bestückten gemeinsamen Anhänger der südniedersächsischen Jägerschaften wurden von Frank Hagemann und Gerald Strohmeier betreut. Zum Abschluss gestaltete jedes Kind aus einer Baumscheibe und einem Stempel eine Medaille mit dem Trittsiegel seines Lieblings-Waldtieres.

Thomas Fuchs 

Mit dem Bau der Nistkästen leisteten die Schülerinnen und Schüler einen aktiven Beitrag zum Naturschutz.

Praktische Umweltbildung für den Vogelschutz

Mit Unterstützung der Jägerschaft Einbeck bauten Kinder der Grundschule Drüber Nistkästen.


In vielen Gegenden des Landkreises Northeim gab es früher mehr Totholz. Darin konnten Vögel ihre Nisthöhlen bauen. Heute mangelt es vielerorts an Totholz, deshalb haben Schülerinnen und Schüler der Klassen 3a und 3b der Grundschule Drüber in ihrem Sach- und Werkunterricht gemeinsam mit ihren Klassenlehrerinnen Lisa Bachmann, Steffi Bernhagen Hausmeisterin Katja Haegner Vogelnistkästen gebaut. Spendiert wurden die Nistkästen-Bausätze von der Jägerschaft Einbeck. 

Mit großer Begeisterung werkelten und hämmerten die Schüler in Partnerarbeit und gemäß der Anleitung die Einzelteile der Bausätze zusammen. Anschließend sprachen sie im Sachunterricht über verschiedene Vogelarten. In diesem Zusammenhang wurde ihnen bewusst, dass grundsätzlich jeder Nistkasten von Nutzen ist, denn Vögel nisten nicht nur darin, sondern suchen auch in kalten Nächten gern Schutz und schlafen darin. Die Schüler konnten es kaum erwarten ihre eigenen Nistkästen mit nach Hause zu nehmen und diese im Garten aufzuhängen. Mit dem Bau der Nistkästen leisteten die Schülerinnen und Schüler einen aktiven Beitrag zum Naturschutz. Achtsamkeit und Wertschätzung der Natur sind bedeutende Ziele in der Umweltbildung, die der Jägerschaft Einbeck und der Grundschule Drüber sehr am Herzen liegen.

Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Drüber danken der Jägerschaft Einbeck für die finanzielle Unterstützung beim Bau der Nistkästen.

Thomas Fuchs