Zweiter Kinder- und Jugendbläser-Workshop in Damme

Knapp 90 begeisterte, junge Jagdhornbläserinnen und Bläser nahmen an diesem zweiten Workshop teil (Foto: Kapuhs/LJN)

Anfang August fand der zweite, landesweite Jagdhornbläser-Workshop für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren statt. Über drei Tage wurde auf dem Gelände der Jugendherberge Damme intensiv trainiert. Spiel und Spaß kamen natürlich nicht zu kurz.

Die Jugendherberge Damme liegt etwa zwei Kilometer vom Ortskern des malerischen niedersächsischen Städtchens entfernt. Umrahmt von der hügeligen Waldlandschaft und einem Waldsee ist es der ideale Ort für junge, begeisterte Naturentdecker. Die große Jugendherberge verfügt zudem über eine Mehrzweckhalle, einen Garten mit Liegewiese, mehrere Spiel- und Sportplätze sowie zehn Seminarräume. Ideal also, um mit den knapp 90 musikalischen Kindern und Jugendlichen über drei Tage trainieren, grillen, entspannen sowie im Rahmen der Waldpädagogik die Natur entdecken zu können.

Planung und Anreise

Die Anreise am Freitag, dem 8. August, sowie die Zimmer- und Gruppenaufteilung waren wohl die größten Herausforderungen, insbesondere da die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen hier erstmals zusammenkam und nur wenige sich bereits aus gemeinsamen Übungsgruppen kannten. Doch Freundschaften waren schnell geschlossen und die ersten Töne hallten durch die Flure der Herberge. Bereits 2019 fand erstmals ein Jagdhornbläser-Workshop statt, damals am Dümmer mit einer Beteiligung von 65 Kindern.

Landesbläserobfrau Sigrid Tönnies begann in enger Zusammenarbeit mit der Naturpädagogin Petra Merz aus dem Hegering Wildeshausen bereits vor einem Jahr mit der Planung, denn neben dem Unterricht sollte ein buntes Rahmenprogramm zu einem erlebnisreichen Wochenende beitragen. Die Veranstaltung wurde seitens der Landesjägerschaft Niedersachsen finanziell unterstützt, sodass es jedem Teilnehmer aufgrund erschwinglicher Seminargebühren möglich sein sollte, teilnehmen zu können. „Eine, wie ich finde, lohnende Investition in die Zukunft“ bekräftigt Tönnies.

Insgesamt 25 musikalische Leiter, Naturpädagogen und weitere Betreuerinnen, wohlgemerkt allesamt ehrenamtlich dabei, bildeten das Team für die drei Tage. „Wir haben uns die musikalischen Leiter und das gesamte Team so ausgesucht, dass die Kinder und Jugendlichen möglichst viel und effektiv lernen können. Der Spaß und die Freude dürfen dabei natürlich nicht verloren gehen. Um mehr Abwechslung zu schaffen, sind alle Seminare, je nach Spezialgebiet der Unterrichtsleiter, doppelt besetzt. So lassen sich einzelne Gruppen je nach Kenntnisstand nochmals unterteilen. Und auch die musikalischen Leiter lernen aufgrund unterschiedlicher Herangehensweisen voneinander - eine „Win-Win-Situation“, ergänzt Tönnies.

Organisatorin und Landesobfrau Sigrid Tönnies unterstütze auch beim Nistkastenbau (Foto: Kapuhs/LJN)

Anfänger und Fortgeschrittene

Die Einteilung der Kinder und Jugendlichen nach musikalischer Leistung und Erfahrung fand in drei Gruppen statt: Anfänger, Mittelstufe und Fortgeschrittene. Bei den Anfängergruppen galt es Grundwissen zu vermitteln: erste Töne, einfache Jagdleitsignale und Totsignale wie "Hase tot" und "Kaninchen tot" bis hin zur dritten Stimme des "Jägermarsch Nr. 3". In den Mittelklassen wurden u.a. Rhythmusübungen und Ansatztechniken verfeinert sowie Totsignale einstudiert. Auch hier wurde fleißig der „Jägermarsch Nr. 3“ geprobt. Ziel bei den Fortgeschrittenen war insbesondere die Festigung des vorhandenen Könnens bis hin zum mehrstimmigen Vortrag bekannter Signale wie der "Begrüßung", "Jagd vorbei – Halali" und "Hegewald-Fanfare". Dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf die Schwierigkeiten einzelner Jagdsignale gelegt. So waren jeweils neun Kinder und Jugendliche eines Leistungsniveaus einer Gruppe zugehörig, die alle eineinhalb Stunden zwischen Jagdhornblasen und Naturpädagogik wechselte. Von der Atemtechnik über altersgerechte waldpädagogische Spiele und kulinarische Pausen bis hin zu Entdeckungsmärschen durchliefen sie so über den Samstag und Sonntag mehr als zehn verschiedene Stationen. „Es geht darum, die Kinder und Jugendlichen altersgerecht und unter gezielter Lernanleitung für die Natur zu sensibilisieren“, erklärt Petra Merz, die vorrangig den naturpädagogischen Part organisierte.

Die Nachtwanderung rund um den Bergsee wird bei vielen sicherlich eine bleibende Erinnerung hinterlassen. "Die Symbiose von Naturpädagogen und Jagdhornblasen passte perfekt ins ausgearbeitete Konzept und ruft nach einer Wiederholung dieser Veranstaltung, zumal der Wettergott es gut mit uns meinte", so Tönnies.

Norbert gr. Schlarmann (l.) und Volker Smilowski (2.v.l.) trieben zu Höchstleistungen an (Foto: Kapuhs/LJN)

Versorgung und Begeisterung

Mit 16 Kisten voller Erdbeeren, Weintrauben und verschiedenen Gemüsesnacks, gesponsert von ELO Langförden und dem Famila-Markt aus Vechta, waren die Gruppen in den Pausen bestens und vor allem gesund versorgt. Selbst die Süßigkeiten des Geburtstagskindes waren nicht so schnell vergriffen wie das stets bereitgestellte Obst und Gemüse, organisiert von Übungsleiter Hendrik Busse. Ein Blick in den Seminarraum von Norbert gr. Schlarmann zeigte, mit wie viel Leidenschaft und Enthusiasmus er seine Gruppe zu Höchstleistungen motivierte. "Die Töne sollen hüpfen, damit es nicht breit und lethargisch klingt. Und dazu muss man die Kinder animieren, man muss die Begeisterung hervorkitzeln", so der Leiter der Bläsergruppe Holdorf.

Hendrik Busse verlegte seine Seminare in den angrenzenden Wald - eine tolle Kulisse für die Übungsstunden (Foto: Kapuhs/LJN)

Geweckt war diese Begeisterung sichtlich bei allen Beteiligten, insbesondere bei der 7-jährigen Jonna aus Visbek, als sie die "Attacke" in der Gruppe vorblasen durfte: Einer bläst eine bestimmte Tonfolge und die restlichen Kinder antworten dann, so laut sie können, "Attacke", was sicherlich des Öfteren an diesem Wochenende weit über die Stadtgrenzen Dammes zu hören war.

Sigrid Tönnies/Sebastian Kapuhs