Jagdleitung und UVV - Seminar bei der Jägerschaft Melle
Vor über 60 Teilnehmern referierten Herr Jürgen Meyer, Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft und Sven Lübbers, Leiter des Jägerlehrhofes Jagdschloss Springe,
zum Thema Jagdleitung bei Niederwildtreibjagden und Drückjagden auf Schalenwild bei der Jägerschaft Melle im Gasthaus „Zum Auerhahn“.
Die Herausforderungen an den Jagdleiter/innen sind vielfältig. Es wurden Einblicke in Rechte und Pflichten vermittelt, wobei intensive Organisation, Planung und Absprachen vor den Gesellschaftsjagden, unerlässlich sind.
Schwerpunkte in den Vorträgen waren u.a. auch zivil- und strafrechtliche Vorschriften und die Unfallverhütung anhand von praxisbezogenen Beispielen.
Alles in Allem ein sehr informatives und hilfreiches Seminar.
Zum Abschluss wurden ergänzend Informationsschriften an die Teilnehmer ausgegeben.
Detlef Radke
Ansitzabend
Der warme Sonnenschein und der kühle stetige Ostwind ließ heute Nachmittag eine Idee i n meinem Kopf wachsen.
Es wäre doch ein idealer Abend, um auf einen Frühlingsansitz zu gehen. Mir war auch sofort klar, welchen Hochsitz
ich abends ansteuern würde. Direkt nach dem Versorgen der Tiere und einem kurzen Abendbrot mit meiner Frau,
ging es los. Mit geschulterter Büchse strebte ich dem
Wald zu und über stille Graswege, ständig
den Wind prüfend, gelangte ich an mein Ziel.
"DAS WILD HAT TODESANGST VOR EUCH JÄGERN".
So lautet ein Spruch, den ich immer wieder höre. Doch wenn das so sein sollte, habe ich als Jäger viel falsch gemacht.
Ja, es bedarf viel Mühe und Erfahrung, vom Wild unbemerkt an den Ansitzplatz gelangen. Doch genau dieses ist sehr wichtig um
überhaupt Anblick, geschweige Jagderfolg zu haben.
Im Idealfall bemerkt z.B. ein Reh gar nicht, das ich in der Nähe bin und mich später wieder unerkannt entferne.
SEHEN, ABER NICHT GESEHN ZU WERDEN. EINE DER HOHEN KÜNSTE HIER AUF ERDEN.
Wenn ich dann mein Ziel erreicht habe, kann ich es mir vorsichtig bequem machen und dem Abendkonzert der Waldvögel lauschen.
Jedes Jahr im Frühjahr erklingt es wieder in atemberaubender Vielfalt. Welch ein Kontrast zu den stillen Winterabenden im Forst. Die Augen geschlossen und die Ohren voll auf Empfang. Entspannung pur. Plötzlich schlägt das Jägerradar an. Meine
Ohren haben raschelnde Laute wahrgenommen. Ca. 100 Schritte entfernt, hinter dem Bachlauf im Nachbarrevier bearbeitet ein junger Bock eine kleine Buche. Er fegt. Halb durch große Bäume verdeckt, kann ich durch das Fernglas beobachten, wie er sein Gehörn wütend in die Äste schlägt. Der Waldboden und Laub fliegt im hohen Bogen umher.Doch auch die größte Wut ist letztendlich verflogen und so lässt sich der junge Bursche wiederkäuend in der Abendsonne nieder und gönnt sich eine Runde Entspannung.
Genau diese Momente sind es, weswegen ich Jäger geworden bin.Ein Kolkrabenpaar dreht lautstark noch eine letzte Runde am Abendhimmel. Ich habe nur kurz hingeschaut, dann geht mein Blick wieder hinüber zum Jährlingsbock. Doch dort ist nichts mehr von ihm zu sehen. Ich war nur kurz abgelenkt, doch so ist das mit den "Geistern das Waldes". Plötzlich sind sie da und genau so plötzlich wieder verschwunden. Genau das macht die Zeit auf Pirsch und Ansitz so interessant. Die Abendsonne versinkt gerade hinterm Wiehengebirge und die Dunkelheit wird gleich wie ein Schleier herabfallen.
Dann wird Zeit die Sachen zusammen zu räumen und so leise wie ich gekommen bin, den "Grünen Dom" wieder zu verlassen.
"DER KOPF GANZ LEER, DAS HERZ VOLL RUH, STREBT DER JÄGER SEINEM ZUHAUSE ZU.“
Waidmannsheil.
Norbert Oberniehaus