Hegering Calenberg
Raubwildwoche
Auch in diesem Jahr hat der Hegering Calenberg wieder seine revierübergreifenden Raubwildwochen durchgeführt. Bei gutem Mond und einer durchgehend geschlossenen Schneedecke haben 7 Reviere den Beutegreifern Fuchs, Waschbär und Marder bei sehr guten Sichtverhältnissen nachgestellt, um die gefährdeten Arten vor starker Prädation zu schützen. Trotz zum Teil eisiger Winde haben die Jägerinnen und Jäger Stunde um Stunde angesessen, um ihrer Verantwortung gegenüber den bedrohten Arten und Bodenbrütern gerecht zu werden. Erschwerend kam hinzu, dass durch böige Winde einhergehend mit Schneeverwehungen zahlreiche Ansitzeinrichtungen nicht genutzt werden konnten. Das Vorkommen an Rebhühnern und Fasanen im Einzugsgebiet des Hegerings, ein in Teilen guter Hasenbesatz sowie die Rückkehr bodenbrütender Vogelarten ist aber Antrieb und Bestätigung gewesen für die in diesem Jahr doch recht mühevolle Raubwildbejagung. In diesem Zusammenhang wies Hegeringleiter Bernward Wagner noch einmal auf die Notwendigkeit der Prädatorenjagd hin, die nicht zuletzt ein Beitrag zum aktiven Natur- und Artenschutz ist. Erfreulicherweise haben einige Reviere auch gezielt revierlosen bzw. Jungjägerinnen und -jägern die Möglichkeit gegeben, auf Raubwild zu waidwerken. Der Hegering spricht dafür seinen ausdrücklichen Dank aus, zumal es doch mit einem gewissen Maß an Mehrarbeit für die Revierpächter verbunden ist, die in der Regel ortsunkundigen Schützen im Vorfeld gut einzuweisen.
Zum Ausklang der Raubwildwochen wurde die symbolische Strecke von 20 Stück Raubwild brauchtumsgerecht zu Ehren des erlegten Wildes und der Natur von den Jagdhornbläsern des Hegerings verblasen. Zudem konnten bei den nächtlichen Ansitzen 8 Stück Schwarzwild gestreckt werden. Anschließend gab es wieder - wie schon im letzten Jahr – ein reichhaltiges Frühstücksbuffet in der Sportgaststätte „Treffpunkt“ in Ihme-Roloven, das von Anja und ihrem Team vorbereitet wurde.
Dieter Schmidt
Hegering Langenhagen
Pflege für die Artenvielfalt
Der Hegering Langenhagen engagiert sich seit 2013 auf den Ausgleichsflächen des Flughafens Hannover
Seit nunmehr über einem Jahrzehnt übernimmt der Hegering Langenhagen eine verantwortungsvolle Aufgabe im Sinne des Naturschutzes: die Pflege der Ausgleichsflächen des Flughafens Hannover. Was auf den ersten Blick nach reiner Landschaftspflege klingt, ist in Wirklichkeit ein wichtiger Baustein für den Erhalt der biologischen Vielfalt, insbesondere für das Niederwild und ein starkes Zeichen gelebten ehrenamtlichen Engagements.
Ausgleichsflächen als wertvolle Lebensräume
Ausgleichsflächen erfüllen eine bedeutende Funktion im Naturschutz. Sie sollen Eingriffe in der Natur, die durch große Infrastrukturprojekte wie dem Ausbau des Flughafen entstehen, ökologisch kompensieren. Damit diese Flächen ihrer Aufgabe gerecht werden können, bedarf es jedoch einer kontinuierlichen Pflege. Genau hier setzt die Arbeit des Hegerings Langenhagen an, der die Flächen seit 2013 betreut.
Durch gezielte Maßnahmen wie die Pflege von Hecken und Feldgehölzen, das Offenhalten von Saumstrukturen, die Mahd von Grünflächen zu naturschonenden Zeitpunkten sowie die Anlage und Erhaltung von Rückzugsräumen wird verhindert, dass die Flächen verbuschen oder ökologisch verarmen. Stattdessen entstehen vielfältige Lebensräume, die besonders dem sonst immer häufiger nach Schutz suchendem Niederwild zugute kommen.
Feldhase, Rebhuhn oder Fasan sind auf abwechslungsreiche Landschaften angewiesen, die Nahrung, Deckung und sichere Brutplätze bieten. Blühstreifen und Saumbiotope liefern Insekten als wichtige Nahrungsgrundlage, während Hecken und Altgrasstreifen Schutz vor Witterung und Prädatoren bieten. Durch die kontinuierliche Pflege wird verhindert, dass diese Strukturen verloren gehen.
Gerade vor dem Hintergrund rückläufiger Bestände vieler Niederwildarten zeigt sich, wie wichtig das Zusammenspiel von Jagd und Naturschutz ist. Die Arbeit des Hegerings Langenhagen verdeutlicht die Arbeit der Jägerschaft als wichtiger Bestandteil im modernen Naturschutz.
Neben dem ökologischen Nutzen haben die Pflegeeinsätze auch eine starke soziale Komponente. Dies wurde insbesondere bei der Aktion am 28. Februar deutlich. Zahlreiche Mitglieder des Hegerings kamen zusammen, um gemeinsam anzupacken und Verantwortung für „ihre“ Flächen zu übernehmen. Der Arbeitseinsatz wurde mit einem gemeinsamen rustikalen Mittagessen im Freien abgerundet, bei dem sich über viele weitere Themen und die kommenden Aktion des Hegerings ausgetauscht wurde.
Alexander Kautz