Hegering 6

Hege mit Säge und Sachverstand: Jäger bilden sich im Obstbaumschnitt fort 

Am Samstag, den 28. März, wurde das Betriebsgelände des Jasperhof zum Treffpunkt für Naturfreunde und Jäger: Der Hegering 6 der Kreisjägerschaft Helmstedt veranstaltete dort in Kooperation mit dem Jasperhof einen praxisnahen Obstbaumschnittkurs. 

Bereits um 9 Uhr begrüßten die Betriebsleiter Antje Gritzan und Marco Gritzan die Teilnehmer herzlich mit Kaffee und Keksen und sorgten damit für einen gelungenen Start in den Tag.

Als Referent konnte mit Holger Ernst ein ausgewiesener Fachmann gewonnen werden. Der Gartenbaumeister, der an einer Berufsbildenden Schule angehende Gärtner ausbildet, überzeugte mit enormem Fachwissen rund um Obstbäume, Sortenwahl, Pflege und Anbau. Im theoretischen Teil vermittelte er die Inhalte nicht nur fundiert, sondern auch auf humorvolle Weise, was bei den Teilnehmern großen Anklang fand.

Die Lehrgangsteilnehmer erhielten dabei wertvolle Einblicke in die unterschiedlichen Unterlagen für die Veredelung von Obstgehölzen. Zudem lernten sie, welche Baumarten sich besonders für Streuobstwiesen oder als prägende Elemente entlang von Alleen im Revier eignen. Auch Schnittmethoden wie der Öschberg-Schnitt wurden erläutert und praxisnah vorgestellt.

Im anschließenden Praxisteil konnten die Teilnehmer ihre neu erworbenen Kenntnisse direkt anwenden: An verschiedenen Obstbäumen auf dem Jasperhof wurde unter dem kritischen Blick des Referenten geschnitten, korrigiert und diskutiert. So erhielten junge Obstbäume ihren ersten fachgerechten Pflegeschnitt, während an älteren Bäumen demonstriert wurde, wie durch gezielte Maßnahmen die Gesundheit und Lebensdauer nachhaltig gefördert werden können. Deutlich mahnte Holger Ernst dabei, dass das Entfernen von über-armdicken Ästen bei Obstbäumen unbedingt zu vermeiden sei, da dies immer zu Pilzinfektionen und letztlich zum Absterben des Baumes führe. 

Hintergrund für die Organisation des Kurses durch den Hegering ist ein wichtiger Aspekt der Hegearbeit: Jagdpächter gestalten gemeinsam mit Grundstückseigentümern aktiv die Reviere, um diese strukturreicher und ökologisch wertvoller zu machen. Elemente wie Hecken, Obstgehölze, Wiesen, Brachen und Blühstreifen im Ackerland tragen entscheidend dazu bei, Lebensräume zu verbessern. Von diesen Maßnahmen profitiert insbesondere das Niederwild wie Hase und Fasan sowie das Rebhuhn, das als Vogel des Jahres 2026 besondere Aufmerksamkeit erhält. Gleichzeitig entstehen wertvolle Rückzugsorte und Nahrungsquellen für zahlreiche weitere heimische Arten – von Singvögeln über Kleinsäuger bis hin zu Reptilien und Amphibien. 

Der Obstbaumschnittkurs zeigte eindrucksvoll, wie fachliche Weiterbildung und praktischer Naturschutz Hand in Hand gehen können – und hinterließ bei den teilnehmenden Jägern wie Nicht-Jägern, nicht nur neues Wissen, sondern auch große Motivation für die Umsetzung im eigenen Revier. 

Antje Gritzan