Verwaiste Rehkitze nach Wildunfällen!
Die alljährliche Rehkitzsuche vor der Grünlandmahd hat Anfang Mai begonnen. Hierbei wird, unter der fachkundigen Leitung von Jägern, gemeinsam mit weiteren ebenfalls ehrenamtlichen Naturfreunden und Landwirten, deren originäre Aufgabe der Wildschadenverhütung professionell, zumeist drohnengesteuert am frühen Morgen vor der Mahd, gemeinsam vorgenommen. Hierbei wird das in den Wiesen liegende Jungwild, meist Rehkitze, aber auch Feldhasen und Bodenbrüter sind gefährdet, im Rahmen der Wildtierhege für die Zeit des Mähens gesichert und dann unverzüglich wieder ausgewildert.
In diese Zeit fällt aber auch eine weitere, weniger bekannte Hegeaufgabe - die Rückwärtssuche nach verwaisten Kitzen. Fünf dieser Kitze beschäftigten die Jägerschaft allein während der vergangenen zehn Tage.
Trotz angemessener Bejagung verenden im Landkreis Harburg jährlich über 1.000 Rehe nach Verkehrsunfällen, zuzüglich einer hohen Dunkelziffer derer, die nicht gemeldet und aufgefunden werden.
Noch tragischer wird es jedoch, wenn es sich in dieser Zeit, beginnend mit dem Setzen der Kitze ab Mitte April bis in den frühen Herbst, um nachwuchsführende Ricken handelt. Deren Kitze sind auf das täglich mehrfache Säugen angewiesen und warten dann an dem vereinbarten Säugeplatz vergeblich auf die Rückkehr der Ricken. Wenn der benachrichtigte Jäger am Unfallort eintrifft und das Reh erkennbar Muttermilch innehat, muss es schnell gehen, denn es bleibt nicht viel Zeit. In der Regel werden dann Jäger aus der regionalen Rehkitzsuche eingebunden, da sie über die technischen Möglichkeiten der Drohnensuche verfügen. Ein sehr wichtiger Punkt bei der Rettung ist das Sicherstellen, dass es sich im Falle eines Fundes um das, oder um die richtigen Kitze handelt. Die Verantwortung versehentlich ein in der Nähe liegendes Kitz zu sichern, während das Verwaiste weiterhin wartet, wiegt dabei schwer. Über allem steht, dass eine Abgabe an eine Wildtieraufzuchtstation immer das letzte Mittel ist. Noch ist wenig über die Wissensvermittlung zwischen Ricke und Kitz bekannt, jedoch greift die Annahme, dass eine maßgeblich durch Evolution geprägte Wildart nur gering auf das Erlernen angewiesen sei, zu kurz. So bleibt das Kitz unter normalen Umständen in freier Wildbahn über einen ganzen Jahreslauf, trotz Unterbrechungen in der Brunftzeit im Hochsommer, beim Muttertier, bis dann das nächste Kitz gesetzt, also geboren, wird und die Bindung sich löst. Man muss also annehmen, dass in dieser Zeit eine doch relevante Weitergabe von Verhaltensweisen erfolgt. Ein Ammenverhalten, also die Annahme durch andere Muttertiere in freier Wildbahn, ist nicht bekannt. Schon während dieser Zeit des Beobachtens und des Ausgrenzens anderer Kitze, beginnt die aufwändige Suche nach einem Platz in einer der wenigen Stationen. Hier werden die Kitze dann, nach dem Sichern und Überbringen, fachmännisch und naturnah aufgezogen, so dass eine Auswilderung im kommenden Frühjahr erst möglich wird.
Selbstverständlich darf nicht jedermann ein Kitz an sich nehmen und diese aufziehen wollen. Dieses steht nicht nur unter Strafe, sondern endet für das Kitz fast immer tödlich. Diese traurigen Fälle kommen dann wenige Tage später in die Stationen oder zu Tierärzten, die dann nur noch zusehen können, wie die Kitze nach falscher Pflege eingehen. Klaas Hinnerk Hadenfeldt, Jäger aus Buchholz, rät daher: Nur in ganz wenigen Fällen braucht ein Kitz menschliche Hilfe, auch nicht, wenn es ruft. Halten Sie sich fern, um die scheuen Muttertiere nicht durch Ihre Anwesenheit von ihren Kitzen zu trennen. Hilfemaßnahmen sind den in wirklichen Notfällen hinzuzurufenden Jägern zu überlassen. Bitte beachten Sie, dass die Tiere sehr stressempfindlich sind und leinen Sie ihre Hunde abseits der Straßen und Wohnbebauung bitte an. Viele verwaiste und verletzte Kitze gehen auf vermeidbare Übergriffe durch Hunde zurück. Herzlichen Dank
Weitere Informationen: www.jlh-online.org/Rehkitzssuche
Bernard Wegner
Waidmannsheil zur bestandenen Prüfung
27 Prüfling traten am 23.4. zum „Grünes Abitur“ an!
Davon erhielten 24 neue Jungjäger die Jägerbriefe durch den Kreisjägermeister Norbert Leben, und JLH-Vorsitzenden Horst Günter Jagau an den Nachwuchs überreicht.
Die Jägerausbildungsgruppe Rosengarten mit Ausbildungsleiter Paul Marin und seinem Team hat seit Oktober vergangenen Jahres in etwa 300 Unterrichtsstunden ihre Schützlinge auf die Abschlußprüfung vorbereitet. Neben dem theoretischen Unterricht Schießtraing standen auch Praxis und Reviergänge auf dem Plan.
Die bestandene Prüfung, das sogenannte grüne Abitur, berechtigt die frisch zum Jäger ernannten Prüflinge nun, bei der Unteren Jagdbehörde einen Jagdschein zu lösen.
Bester Jungjäger mit einer Durchschnittsnote von 1,4 wurde Oliver Warnke. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen jeweils mit der Note 1,5 Linda Müller und Niklas Steffen mit 1,7.
Wir wünschen unseren frisch gebackenen Jungjägern „Waidmannsheil“
Bernard Wegner