Erlebnis- und Entdeckungstour im Revier
Ideensammlung für Umweltbildungsmaßnahmen
Zahlreiche Jägerinnen und Jäger setzen sich bereits seit Jahrzehnten intensiv für die Umweltbildung ein. Zu Thementagen wie Ferienpassaktionen werden Kindergarten- und Schulklassen spielerisch an Wild und Natur herangeführt. Entscheidend ist, die Begeisterung durch kreative Ideen hoch und langfristig aufrecht zu erhalten. Neben der Vorstellung der Wärmebilddrohnen zur Kitzrettung, einer Entdeckungstour durchs Revier oder dem Basteln von Saatkugeln haben die Verantwortlichen der Aktion “Erlebnis Natur – ist doch Ehrensache” einige kreative Ideen für Ihr nächstes Herbst- oder Winterevent vorbereitet.
Apfelpieckser als Futterstation
Kinder lieben es, sich um Tiere zu kümmern. Gerade jetzt im kommenden Herbst und Winter ist ihr Mitgefühl für die wildlebenden Tiere groß. In einem lockeren Gespräch kann vorab thematisiert werden, wie Tiere in der Kälte zurechtkommen. Sicherlich haben die meisten Kinder schon mal Vögel gefüttert. Die „Apfelpieckser“ sind jedenfalls eine lustige Alternative zu klassischen Vogelhäuschen und Meisenknödeln. Im Garten sehen sie sehr dekorativ aus und da sie komplett aus natürlichen Materialien sind, können Sie auch in Wald und Flur aufgestellt werden.
Was ihr braucht?
- Schnitzmesser
- stabile, gerade Stöcke z.B. von Weide oder Hasel
- Äpfel und Sonnenblumenkerne
Wie es funktioniert!
Jedes Kind bekommt einen Stock, den es an beiden Seiten mit den Schnitzmessern anspitzt. Die Stöcke können je nach Belieben mit Mustern hübsch verziert werden. Äpfel reichlich mit Sonnenblumenkernen bestücken und den Apfel mit dem Stock aufspießen. Fertig! Die Apfelpieckser können im Garten zur Vogelfütterung aufgestellt werden
Öllämpchen selber bauen
Draußen in Natur und Revier auch ohne Strom den Durchblick behalten? Mit etwas Geschick entsteht eine kleine Öllampe, die im Dunkeln ein wenig Licht spendet.
Was ihr braucht?
- lufttrocknende Tonmasse
- Öl (z. B. Sonnenblumenöl oder Kokosöl)
- Juteschnur
- Streichhölzer
Wie es funktioniert!
Jeder bekommt einen kleinen Klumpen Ton, etwa in der Größe einer Zitrone. Von oben wird mit dem Daumen eine Vertiefung in die Mitte gedrückt. Mit Daumen und Zeigefinger Seitenwände formen, bis die Form einer kleinen Schale entsteht. Mit ein bisschen Wasser lassen sich Risse wieder verschließen und breitschmieren Achtung: zu viel Wasser weicht die Schüssel auf!
Beim weiteren Ausformen der Schüssel darauf achten, dass der obere Rand nicht zu dünn wird, denn er muss der Schüssel Halt geben.
Nun braucht die Schale im Rand eine Ausbuchtung, in der später der Docht liegt. Dafür zuvor den Rand noch einmal anfeuchten, damit der Ton nicht bricht. Anschließend kurz trocknen lassen (idealerweise brennen).
Das Öl bis zur Hälfte in die Schale füllen. Den Docht (Juteschnur) einmal komplett in das
Öl tauchen und so in die Schale legen, dass er in der Ausbuchtung liegt und das obere Ende ein wenig über den Rand hinausragt. Jetzt den Docht anzünden. Die Flamme wird vom Öl aus der Schale genährt und brennt etwa 20 Minuten.
Selbstwirksamkeit erleben!
Mit einer Schulklasse in verschiedenen Jahreszeiten an den gleichen Ort in der Natur zurückkehren – wäre das mal eine Idee? Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Selbstwirksamkeit der Kinder. Das heißt, die Kinder erfahren über einen längeren Zeitraum, dass ihr praktisches Tun, eine nachhaltige Wirkung in der Natur hat. Eine wichtige Grundvoraussetzung, um sich weiterhin aktiv für den Naturschutz einzusetzen.
Pflanzaktion
Hierfür würde sich eine Pflanzaktion besonders gut eignen. Besprecht mit einer Lehrkraft euer Vorhaben. Wenn im Vorhinein die Zeiten für das kommende Schuljahr planbar sind, wird es ein interessantes Projekt sein, besonders geeignet für Klasse 3 und 4.
Für die Schule ist es sehr hilfreich, wenn das Pflanzareal fußläufig für die Schüler erreichbar ist. Damit würde die Aktion im Lebensumfeld der Kinder stattfinden, was die Identifikation fördert. Dies ist besonders im Hinblick auf die Verstetigung im Jahresverlauf wertvoll.
Vorschlag zur Umsetzung
Gestartet wird im Herbst mit der Pflanzung von kleinen Bäumen oder Sträuchern, sodass jedes Kind mindestens eine Pflanze selbst pflanzt. Ein entsprechendes Rahmenprogramm könnte das Thema Pflanzenwachstum spielerisch vertiefen (Wurzel, Boden, Wärme, Licht etc.). Es können auch Patenschaften an die Kinder vergeben werden. Die Kinder dürfen z. B. gute Wünsche für „ihre“ Pflanzen auf eine Holzplakette schreiben und anhängen. Ein Lagerfeuer mit Stockbrot etc. fördert eine schöne Atmosphäre.
Im Frühling ist ein gemeinsames Treffen vor Ort sinnvoll. Jetzt kann überprüft werden, wie die Pflanzen sich entwickelt haben (Knospen, Blätter, etc.). Als Rahmenprogramm eignet sich das Thema, welche Bewohner die neu gepflanzten Bäume und Sträucher als Lebensraum nutzen können (Insekten, Vögel, etc.).
Im Sommer könnte eine gemeinsame Gießaktion geplant werden. Je nachdem wie das Gelände gelegen ist, müsste Wasser in einem großen Kanister vor Ort gebracht werden. Landwirte könnten hierbei unterstützen. Als Zusatzthema könnte darauf hingewiesen werden, dass nicht nur die Pflanzen bei Trockenheit Durst haben, auch Tiere wie Vögel oder Insekten brauchen Wasser. So könnte zusätzlich eine Insekten-/Vogeltränke für die Obstwiese, die Schule oder das eigene Heim gebastelt werden.
Förderung beantragen!
Für eine Pflanzaktion kann bei der Bingo-Umweltstiftung eine finanzielle Unterstützung beantragt werden (z.B. für Materialien wie Spaten, Arbeitshandschuhe, Pflanzen, Gießkannen etc.)