Machen sich für Blühstreifen im Feldrevier stark (v. l.): Die beiden Revierinhaber Henning Rühmann und Axel Behrens sowie Kreisjägermeister Hans Werner Hauer (Foto: privat)

Revierpächter Axel Behrens lässt in Ohlum die Natur aufblühen

Auf den weiten, stillen Feldern in Ohlum, wo sonst nur das Rauschen des Windes und die Rufe der Vögel und Wildtiere zu hören sind, macht sich Axel Behrens seit Jahren für Naturschutz und Niederwildhege stark. In seinem etwa 300 Hektar großen Feldrevier in der Gemeinde Hohenhameln hilft er der Artenvielfalt auf die Sprünge und verschönert zugleich die Landschaft. 

Er legt blühende Flächen und Streifen mit Herzblut und klarem Plan an – ein Genuss für die Augen und Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten, Vögeln und Niederwild. „In den vergangenen Jahrzehnten nahm bei mir, wie in vielen Revieren der Jägerschaft Peine, der Besatz an Hasen und Feldhamstern, Fasanen, Rebhühnern und Feldlärchen massiv ab, so dass diese Arten in den letzten Jahren so gut nicht mehr vorkamen“, nennt der Jäger Gründe für seinen Einsatz. 

Der Nebenerwerbslandwirt bringt auf seinen eigenen Ackerflächen unterschiedliche Blühmischungen aus. Das Saatgut für die Blühflächen wird im Rahmen der EU-Agrarpolitik finanziell gefördert.

„Zudem bietet nicht nur die Gemeinde Hohenhameln, sondern auch der Landkreis Peine in jüngster Zeit diverse Maßnahmen des Vertragsnaturschutzes an“, informiert Kreisjägermeister Hans Werner Hauer und ergänzt: „Es existieren unterschiedliche, finanziell sehr attraktive Möglichkeiten, die Artenvielfalt in unseren Revieren zu fördern.“ 

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Landkreises Peine unter Förderprogramme / Landkreis Peine.

Wenn es um den Schutz unserer heimischen Wildtierarten geht, zeigt der Landkreis eindrucksvoll, wie es geht. Das Rebhuhn gilt als wahrer Schatz in Feld und Flur. Doch seine Bestände sind stark gefährdet. Revierpächter Behrens hat bereits das Rebhuhnschutzprogramm des Landkreis Peine auf rund 20 Hektar seiner Betriebsflächen umgesetzt. „Das Schutzprogramm des Landkreises umfasst die Schaffung von Ackerbrachen mit Selbstbegrünung, Blühflächen und sorgt für Verzicht von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. So wird dem Rebhuhn unter die Flügel gegriffen, und die Lebensräume des Niederwilds bleiben erhalten und verbessern sich.“

Außer dem Rebhuhnschutz nimmt Behrens an weiteren Förderprogrammen teil. „In meinem Feldrevier bereits insgesamt 25 Hektar Blühflächen mit unterschiedlichen Saatzusammensetzungen entstanden“, berichtet er. Diese Maßnahmen helfen nicht nur heimischen bedrohten Niederwildarten, sondern fördern auch die Artenvielfalt insgesamt. Der Nebenerwerbslandwirt freut sich: „Im Frühjahr und Sommer summt und brummt es Allerorten - die bunten Blühpflanzen erfreuen Wandersleute und die Besätze von Feldlärche, Rebhuhn, Fasan und Co. sind deutlich angestiegen. Also eine klassische Win-Win-Situation.“

Behrens ermuntert alle Revierinhaber in ihren Revieren nach Möglichkeiten zu suchen, in Zusammenarbeit mit den örtlichen Landwirten die lukrativen Möglichkeiten des Vertragsnaturschutzes zum Vorteil unseres Niederwildes zu nutzen. 

Kreisjägermeister Hauer ist überzeugt: „Ackerflächen, die konventionell schwierig zu bearbeiten sind, sollten sich in jedem Revier finden lassen. Wie wir alle wissen, fördern wir das Niederwild am effektivsten, wenn wir neben der Prädatorenregulation – sie steuert den Bestand des Raubwilds - insbesondere die Lebensraumverbesserung in den Fokus rücken.“ 

Birthe Kußroll-Ihle