Jagdgebrauchshundeverein Grafschaft Hoya e.V. - Jagdhundevorstellung bei Jungjägerausbildung der JS Syke
Im April stellten Mitglieder des JGV Grafschaft Hoya e. V. und der Jägerschaft Syke erstmalig dem aktuellen angehenden Jungjägerkurs Syke eine Vielzahl von Jagdgebrauchshunden vor. Unter Erläuterungen dessen Einsatzgebiete und der besonderen Wesensmerkmale konnte den Teilnehmern abseits des Theorieunterrichts ein guter Überblick der Vielzahl von Jagdgebrauchshunden gegeben werden.
Der Jagdgebrauchshundeverein Grafschaft Hoya e.V. steht seit vielen Jahren für engagierte Hundeausbildung und für eine starke Gemeinschaft von Hundeführerinnen und Hundeführern. Unser Ziel ist es, Jagdgebrauchshunde praxisnah und mit viel Sachverstand auf ihre späteren Aufgaben im Revier vorzubereiten.
Prüfungsangebote 2026: VJP, HZP, VGP
Auch in diesem Jahr bietet der Verein wieder einen Hundekurs zur Vorbereitung auf die Herbstzuchtprüfung (HZP), die Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) und die Brauchbarkeitsprüfung in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft Syke. Damit möchten wir Hundeführerinnen und Hundeführern eine praxisnahe Unterstützung bieten, um ihre Hunde sicher und erfolgreich für den jagdlichen Einsatz und die Prüfungen auszubilden.
Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist unser angebotener Welpen- und Junghundekurs. Hier möchten wir den Grundstein für eine vertrauensvolle Mensch-Hund-Beziehung und eine spätere jagdliche Ausbildung legen. Mit viel Ruhe und Sachverstand werden die jungen Hunde an erste Umweltreize, Sozialkontakte und grundlegende Kommandos unter fachkundiger Leitung herangeführt.
Mit diesem neuen Angebot möchten wir insbesondere auch Jungjägerinnen und Jungjägern sowie Erstlingsführern den Einstieg erleichtern und von Anfang an eine fachkundige Begleitung bieten.
Gemeinschaft erleben – Wissen teilen
Wer Interesse an unseren Kursen und Prüfungen hat, findet alle weiteren Informationen, Termine und Ansprechpartner auf unserer Homepage: www.jgv-hoya.de.
Laura Deicke
Hegering Bassum
Ein neuer Boss und ein bewährtes Team: Auf der Jahreshauptversammlung des Hegerings Bassum am vergangenen Donnerstag wurde Cord Möhlenhof ohne Gegenstimme zum neuen Hegeringleiter gewählt. Er tritt die Nachfolge von Claas-Cervin Pohl an, der dieses Amt seit 2017 innehatte.
Das Personaltableau auf der Tagesordnung arbeiteten die rund 80 anwesenden Mitglieder zügig ab. Nach der Wahl von Cord Möhlenhof – der aus der Ortschaft Hollwedel stammende Landwirt und seit über vier Jahrzehnten passionierter Jäger, Hundeführer und Jagdpächter – zum neuen Hegeringleiter, votierten die Bassumer Jäger für eine Wiederwahl des bewährten Vorstands. Das sind der stellvertretende Hegeringleiter Jörg Meyer, Kassenwart Harald Schindler und Schriftführerin Anna Möhlenhof. Änderungen gab es hingegen bei den Obleuten: Zuständig für das Jagdhornwesen ist künftig Katharina Lörke, die die Nachfolge von Hilmar Meyer antritt. Als Obmann für das jagdliche Schießen und die Förderung von Jungjägern ersetzt zukünftig Andreas Kleinert den ausgeschiedenen Lars Köpke.
Anschließend berichtete Claas-Cervin Pohl über das zurückliegende Jagdjahr, konnte dabei überwiegend positives aus den 33 Bassumer Revieren mit einer Gesamtfläche von knapp 14 000 Hektar vermelden: „Trotz kleinerer Abstriche können wir mit der Gesamtstrecke zufrieden sein. Bei Dam-, Reh- und Schwarzwild gab es gegenüber den beiden Vorjahren teils deutliche Zuwächse. Gleiches gilt für die Raubwildbejagung. Bei den Feldhasen, Fasanen und Rebhühnern haben wir uns eine Selbstbeschränkung auferlegt, hier haben wir bei leicht steigenden Populationen zurückhaltend mit der Flinte gejagt. Sorge bereitet mir hingegen die Strecke bei den Tauben und Enten, bei denen Bestand und Abschüsse seit Jahren stark rückläufig sind. In ihrer Gesamtheit passt das Ergebnis zwar, doch bei bestimmten Arten müssen wir mit differenzierten Hegemaßnahmen gegensteuern.“
Und natürlich gab es auch Ehrungen auszusprechen: Für 40 Jahre Mitgliedschaft im Hegering Bassum wurde Dr. Alexander Klatt ausgezeichnet, seit einem Vierteljahrhundert sind Bernd-Fred Heyne, Dr. Frank Niehaus, Erich Siekkötter und Lars Tiermann dabei.
Die Obleute berichteten von verschiedenen Aktivitäten abseits der täglichen Jagdpraxis. Die Jagdhorn-Bläsergruppe unter der musikalischen Leitung von Olaf Brand zeigte mit ihren Fürst-Pleß-, Ventil- und Parforcehörnern Flagge bei zahlreichen öffentlichen und privaten Anlässen. Mehrfach beteiligten sich die Bassumer Jäger mit Büchse und Flinte an schießsportlichen Wettbewerben. Und auch das Naturmobil war einmalmehr stark nachgefragt von Kindergärten, Schulen und bei Großveranstaltungen in der Region.
Abschließend gab es ein Fachreferat, das zum kritischen Nachdenken motivierte. Der aus Apelstedt stammende Revierjagdmeister und Wildbiologe Eberhard Böhringer hielt einen Vortrag mit dem Titel „Waschbären effektiv bejagen“. Die derzeitige Population dieser nachtaktiven Raubtiere bezifferte er mit zwei Millionen Exemplaren in Deutschland. Aktuell kämen davon knapp 15 Prozent Tiere zur Strecke: „Bei zwei bis fünf Welpen pro Paar können wir uns leicht ausrechnen, wohin die Reise in Zukunft gehen wird.“
Der Berufsjäger betreibt die Jagd auf den Kleinbären im ländlichen und urbanen Raum nahe Bielefeld. Er berichte von einem kaum vorstellbaren Kahlschlag, den der Waschbär unter den Niederwildarten und Kleintieren anrichtet. „Der Räuber frisst die Eier und Jungvögel von Bodenbrütern, greift sich Hasen und andere freilebende Kleintiere. Schon mal drüber nachgedacht, warum man kaum mehr überfahrene Igel auf den Straßen gibt? Der Waschbär räumt deren Kinderstuben radikal aus. Selbiges gilt auch für die Amphibien in unseren heimischen Gewässern – Frösche, Unken, Lurche … Zwischen 150 und 250 Gramm animalisches Futter frisst ein Waschbär täglich: das mal zwei Millionen Tiere und mal 365 Tage … da kommt gewaltig was zusammen …“
Auch in der Stadt richten die ursprünglich aus Nordamerika stammenden und vor rund 90 Jahren aus hiesigen Tierparks und Pelzfarmen ausgebrochenen Waschbären immense Schäden an. Nicht nur die Singvogelbestände und Gartenteiche werden komplett ausgeräubert, auch an menschlichen Behausungen und in Gärten sind zwischenzeitlich hohe finanzielle Schäden zu verzeichnen. Dabei bekommt kaum ein Mensch die scheuen und nachtaktiven Tiere zu Gesicht. Darum wird es oftmals als niedlich und putzig angesehen, ohne dass der Kehrseite dieser Medaille Aufmerksamkeit geschenkt wird.
„Der Waschbär hat keine natürlichen Feinde, vermehrt sich rasend schnell über den ganzen europäischen Kontinent“, führte Eberhard Böhringer aus. „Es ist ein dringendes Gebot der Stunde, dieser Entwicklung Herr zu werden Und das klappt nur durch intensive Bejagung und spezielle auf den Waschbär ausgerichtete Jagdmethoden mit der Falle und der Büchse. Wir steuern hier auf eine ökologische und wirtschaftliche Katastrophe zu, deren Dimensionen momentan noch gar nicht abzuschätzen sind.“
Ulf Kaack
Drei Fragen an Cord Möhlenhof, Leiter des Hegerings Bassum
Kein Wort auf der Hegeringversammlung zum derzeitigen Thema Nummer Eins unter Jägern. Gibt es in Bassum kein Problem mit dem Wolf?
Innerhalb unseres Hegerings gibt es kein Wolfsrudel, wohl aber in benachbarten Revieren. Doch natürlich ziehen auch bei uns Einzelwölfe durch, verweilen hier auch mal für einen eher kurzen Zeitraum. Dabei registrieren wir seit etwa fünf Jahren stetig steigende Zahlen. Parallel dazu nehmen die Wolfsrisse, vornehmlich an Dam-, Reh- und Schwarzwild, signifikant zu. Kein Grund also zum entspannten Aufatmen für uns Jäger und die hiesigen Weidetierhalter.
Womit rechnen Sie in Sachen Wolf in der Zukunft?
Auf jeden Fall mit einer weiter wachsenden Population, würden wir so weitermachen wie bisher. Nachdem der Bundesrat kürzlich den Gesetzentwurf der Regierung zur Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz abgesegnet hat, liegt es nun am Landtag in Hannover, den Wolf ins Niedersächsische Jagdrecht zu übernehmen und eine zukünftigen Bejagbarkeit – in welcher Form auch immer – verbindlich zu regeln.
Und wie sieht es mit weiteren invasiven Arten aus?
Da schneiden Sie ein wirkliches Problem an. Hinter dem omnipräsenten Wolf rücken andere zugewanderte Raubtiere in den Hintergrund, befinden sich abseits der allgemeinen Wahrnehmung, aber massiv auf dem Vormarsch. Allein im Hegering Bassum hat sich die Anzahl der erlegten Waschbären, Marderhunde und Nutria innerhalb von drei Jahren verdreifacht.
Ulf Kaack
Damwild Hegegemeinschaft
Damwild die größte in der hiesigen Region heimische Wildtierart. In der Damwild-Hegegemeinschaft Delme-Hunte-Klosterbach haben sich die Jagdreviere mit großen zusammenhängenden Populationen unter einem Dach zusammenschlossen, um den besonderen Biotopansprüchen dieser Hirschart gerecht zu werden. In Borwede zogen die Mitglieder kürzlich Bilanz über das zurückliegende Jagd- und Hegejahr.
Sichtlich zufrieden mit der Populationsdichte und -entwicklung zeigte sich Heinrich Schumann, der erste Vorsitzende der Damwild Hegegemeinschaft: „Die Jäger in den einzelnen Revieren betreiben das langfristige Bestandsmanagement mit Augenmaß und der erforderlichen Expertise. Die Zahl der Tiere ist über einen langen Zeitraum hinweg stabil – ist dabei natur- und standortverträglich, bildet keinesfalls eine Überpopulation.
Was man in den Damwild-Revieren jedoch beobachten konnte, waren zunehmende Wanderbewegungen in auffallend ausgeweiteten Territorien bei den einzelnen Rudeln. Hierbei handelt es sich um Ortswechsel von Süd nach Nord, also aus dem Raum Diepholz in Richtung Twistringen, Bassum und Harpstedt. Das wird wesentlich auf die dauerhafte Anwesenheit von einzelnen oder in Rudeln auftretenden Wölfen zurückgeführt. Untermauert wird diese Wahrnehmung von den stark angestiegenen Totfunden beim Damwild, verursacht durch Wolfsrisse. Heinrich Schumann: „Deutlich spürbar bringen die Raubtiere Unruhe in die natürlichen Lebensräume des heimischen Wildes, was unschwer an deren heimlichen Verhaltensweisen erkennbar ist.“
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Die Damwild-Hegegemeinschaft Delme-Hunte-Klosterbach
150 Jagdreviere mit einer Gesamtfläche von rund 55 000 Hektar bilden seit 1989 in den Bereichen Bassum, Barnstorf, Twistringen, Sulingen und Harpstedt das Gebiet der Hegegemeinschaft. Zielsetzung dieses Interessenverbundes ist es, in enger Kooperation mit den Landkreisen Diepholz und Oldenburg langfristig ein flächendeckendes Monitoring des Bestands und dessen Gesundheitszustands sowie die optimalen Altersstrukturen der sehr sozial in Rudeln zusammenlebenden Tiere durchzuführen. Wichtiger Faktor ist dabei der praktische und informative Austausch unter den einzelnen Revieren und den dortigen Jagdausübungsberechtigten. Natürlich wird das Damwild entsprechend der gesetzlichen Vorschriften bejagt – einerseits zur Regulierung eines angepassten Bestandes, zum anderen wird ihr Fleisch als schmackhaft und gesund von vielen Menschen wertgeschätzt.
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Ein Novum war der 2023 von den Landkreisen Diepholz und Oldenburg von einem auf drei Jahre ausgeweitete Abschussplan, der in diesem Jahr erstmals erfüllt wurde. „Zielsetzung war es, uns Jägern mehr Flexibilität bei dessen Umsetzung an die Hand zu geben“, sagte Heinrich Schumann. „Angesichts der wolfsbedingten Mobilität hat sich der Dreijahresplan als das richtige Mittel für eine praxisnahe Jagdausübung erwiesen, was am Ende unsere Zahlen belegen.“
Diese Zahlen konkret: In der gesamten Hegegemeinschaft wurden im vergangenen Jagdjahr 82 männliche und 142 weibliche Tiere erlegt, im Verlauf des dreijährigen Abschussplans waren es 246 Hirsche und 549 Kahltiere. Auf die Jagdreviere in Bassum entfielen dabei 20 männliche und 27 weibliche Stücke zwischen 2023 und 2026, in Twistringen waren es 45 und 98 Tiere. Hinzu kam das bei Verkehrsunfällen getötete Fallwild: Im Gesamtgebiet waren es innerhalb der letzten drei Jahre zusammen 147 Stück Damwild, in Bassum 14 und in Twistringen 15 Tiere. Somit wurde das Bestandsmanagement auf Gesamtebene zu 96, in Bassum zu 91 und in Twistringen zu 75 Prozent erfüllt. Auf Basis dieser Zahlen wird der Abschussplan für die kommenden drei Jahre in ähnlicher Weise bei den Landkreisen beantragt.
Der einwandfreie Kassenbericht war ebenso schnell abgehandelt wie eine wichtige Personalie: Wiedergewählt für eine erneute Amtszeit wurde der stellvertretende Vorsitzende der Damwild-Hegegemeinschaft Rudolf Alfken aus Groß Köhren.
Der Jahreshauptversammlung vorangegangenen war die gesetzlich vorgeschriebene Trophäenschau. Die ausgestellten Geweihe – vom jungen Spießer über Knieper, Löffler und majestätischen Schaufler bis hin zu abnormalen Ausprägungen – lassen Rückschlüsse auf den allgemeinen Gesundheits- und Ernährungszustand des hiesigen Damwilds zu. Zudem kann anhand des Zahnbilds im Unterkiefer das Alter der erlegten Tiere festgestellt werden. Zuvor hatten die Experten der Hegegemeinschaft sämtliche Geweihe auf Basis wildbiologischer Erkenntnisse analysiert und in ihre Bewertungen einfließen lassen.
Im Anschluss an die Hauptversammlung gab es einen Fachvortrag von Dr. Oliver Keuling, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. In seinem Beitrag berichtete er von seiner jahrelangen, bislang noch nicht abgeschlossenen Arbeit an einer Pilotstudie zu Schalenwild-Wolf-Interaktionen. Dabei lieferte er interessante, häufig wenig bekannte Erkenntnisse zu Verhaltens- und Ernährungsweisen, Raum- und Habitatnutzung sowie Effekte auf Ökosysteme und Waldbau. Außerdem präsentierte er Forschungsergebnisse zum subjektiven Meinungsbild über den Wolf innerhalb verschiedener gesellschaftlicher Segmente.
Ulf Kaack
Hegering Twistringen
Alles im grünen Bereich bei den Grünröcken in Twistringen: Die Jäger im dortigen Hegering blickten am vergangenen Freitag positiv auf das vergangene Jagdjahr mit konstanten Wildbeständen zurück.
Mehr als 11 000 Hektar umfassen und 30 Reviere – darunter 17 Eigenjagden – umfasst die Fläche des Hegerings Twistringen, dem 130 Mitglieder angehören. Überwiegend Niederwild bildet hier die Population: Rehwild, Fasan, Feldhase, Fuchs … Doch auch Hochwild ist hier vertreten, Dam- und Schwarzwild.
Das Thema Nummer Eins bei den hiesigen Jagdausübenden, ebenso bei Landwirten und Weidetierhaltern, ist die stark zunehmende Präsenz von Wölfen. In Twistringen sieht man hier in naher Zukunft ein Problem aufkommen, so Hegeringleiter Gerhard Schröder: „Wolfsrudel gibt es im Hegering bislang nicht, aber häufig ziehen einzelne Wölfe durch. Das ist spürbar vor allem an einem sensibleren Verhalten von Dam- und Rehwild, das scheuer geworden ist und sich zunehmend in der Fläche verteilt. In benachbarten Hegeringen haben sich bereits Rudel fest etabliert. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Wolf auch in Twistringen dauerhaft ansässig sein wird.“
Hinsichtlich der zukünftigen Bejagbarkeit des Wolfes informierte Kreisjägermeister Thies Zimmermann: „Die Bundesregierung hat der EU einen günstigen Erhaltungszustand der Wölfe in Teilen Deutschlands gemeldet und das Raubtier in der Folge in das Bundesjagdgesetz aufgenommen. Dieser Beschluss muss noch vom Bundesrat bestätigt werden, um anschließend – möglicherweise in angepasster Form – vom Landtag in Hannover ins Niedersächsische Jagdrecht übernommen zu werden. Dies ist der gesetzgeberische Sachstand, alles andere sind Spekulationen.“
Allseits zufriedene Gesichter gab es bei den rund 70 anwesenden Jägern, als Hegeringleiter Gerhard Schröder den aktuellen Streckenbericht vorstellte: „Die in unseren Revieren vorhandene Artenvielfalt ist wirklich klasse, verlangt uns Jägern aber auch eine Menge Sachkenntnis und Engagement ab. Beides können wir vorweisen, das zeigt der aktuelle Streckenbericht im Kontext zu den letzten Jahren.“
Die Zahlen der vergangenen belegen deutlich, dass die Twistringer Jäger verantwortungsbewusst und sensibel mit Flinte und Büchse unterwegs waren. Gerhard Schröder berichtete von moderaten Zuwächsen bei erlegtem Damwild und Wildschweinen, vermeldete beim Rehwild sogar ein deutliches Plus von 32 Prozent. Allerdings auch bei invasiven Arten wie Waschbär, Marderhund und Nutria, ebenso Nil- und Kanadagänsen oder Kormoranen, was als negativer Punkt gewertet wurde.
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Ausgezeichnet wurden im Hegering Twistringen für …
- 65 Jahre Mitgliedschaft: Heinrich Müller
- 40 Jahre Mitgliedschaft: Dieter Behrensen, Frank Ehlers, Arthur Gerkens
- 30 Jahre Mitgliedschaft: Ewald Wessels
- 25 Jahre Mitgliedschaft: Susanne Stegmann
- Ehrenmitglieder: Dieter Ellinghausen, Rudolf Beucke
- Wildhegespange: Walter Weymann
- Ehrenscheibe Hegering: Hermann Meyer
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„Das A und O bei der Jagdausübung in unseren Niederwildrevieren ist das mit viel Aufwand verbundene Raubtiermanagement“, erklärte Gerhard Schröder. „Dabei ist besonders die Fuchsbejagung zu nennen, aber auch Marderhund und Waschbär greifen hier in die Niederwildbesätze ein. An dieser Stelle haben wir unser Engagement massiv hochgefahren, auch dank des Einsatzes zahlreicher Jungjäger, die wirklich eine wertvolle Unterstützung waren. Und davon profitiert nicht nur das jagdbare Wild, sondern die gesamte heimische Tierwelt – von den Singvögeln, über die Feld- und Fledermaus bis hin zur Eidechse.“
Tatsächlich: Die Zahl von 210 gestreckten Füchsen gegenüber 128 im Vorjahr ist eine gewaltige Steigerung. Die Auswirkungen sind unmittelbar auf der anderen Seite der Bilanz abzulesen. Bodenbrüter wie Fasan, Rebhuhn, Feldlärche und Kiebitz sind deutlich sichtbar im Aufwind. Wobei man wenig erfreut über die wachsende Population von Kormoranen, aber stark sinkenden Zahlen bei Stockenten war.
Zügig und einstimmig gingen die Vorstandswahlen des Twistringer Hegerings über die Bühne. Für eine weitere Legislaturperiode gewählt wurden Hegeringleiter Gerhard Schröder, Schriftführer Bernhard Lüllmann, der Obmann für Naturschutz Günter Lehmkuhl, Obmann für das Jagdhornblasen sowie die Damwildhege Heinrich Schumann und Ralf Scholz, Obmann für das jagdliche Schießen. Neu im Führungsteam sind Di9rk Siemers als stellvertretender Hegeringleiter, Rechnungsführer Benjamin Bröckber sowie der Obmann für das Jagdhundewesen Henning Döpkens.
Abschließend referierte Dr. Michael Holy von der Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer e.V., der in diesem besonders sensiblen ökologischen Lebensraum für das Prädatorenmanagement verantwortlich ist, zum Thema Raubwildbejagung. Seine wissenschaftlich fundierten Aussagen waren deckungsgleich mit den Erfahrungen im Hegering Twistringen: Intensive Raubwildbejagung führt zur spürbaren Verbesserung der Niederwildbesätze, wenn sie denn konsequent ausgeübt wird. Insbesondere die Jagd mit Lebendfallen sind hier in Kombination mit Maßnahmen zum Artenschutz und zur Biotopoptimierung bewährte effektive Methoden.
Ulf Kaack