Streifseminar vermittelt Fachwissen zur nachhaltigen Raubwildverwertung
Eine Raubwildbejagung dient vor allem dem Schutz von Niederwild, insbesondere von Bodenbrütern, der Seuchenprävention sowie dem Artenschutz und ist mindestens genauso wichtig wie die Jagd auf Schwarzwild, Reh und Co. Vor allem invasive Arten bedrohen zunehmend unser heimisches Wild und damit auch unser gesamtes Ökosystem. Das Schalenwild dient uns vor allem zur Gewinnung von hochwertigem, gesundem, natürlichem und tierschutzgerecht gewonnenem Fleisch. Aber was ist mit dem Raubwild? Raubwild bietet uns mit seinen wunderschönen und hochwertigen Bälgen eine natürliche Alternative zu Kunst- und Synthetikfasern, reduziert somit den Einsatz von Kunststoffen und beschert uns nicht nur bei kalten Temperaturen wohlige Wärme, sondern findet auch in vielen weiteren Bereichen Anwendung. Zugleich entsprechen wir dem Aspekt der Jagdethik, denn mit der nachhaltigen und ökologischen Verwertung des Balgs erweisen wir der Kreatur gegenüber den gebührenden Respekt. Unter dem Motto „Raubwild streifen wie ein Profi“ traf sich deshalb am 28. März unter der Leitung von Martin Baum eine kleine Gruppe interessierter Jägerinnen und Jäger zu einem hochinteressanten Streifseminar, das von der Jägerschaft Gifhorn angeboten wurde. Martin Baum aus Burgdorf ist seit nunmehr 30 Jahren Tierpräparator und teilte seine langjährige Erfahrung mit den Teilnehmenden. Nach einer kurzen theoretischen Einleitung, in der besonders die Wichtigkeit der Hygiene hervorgehoben wurde, ging es direkt in die Praxis. Ganz nach dem Motto „Wer selbst Hand anlegt, lernt am besten“ konnte jeder Teilnehmende eine selbst mitgebrachte oder zur Verfügung gestellte Kreatur eigenständig streifen. Unter der fachmännischen und sehr sympathischen Anleitung von Martin konnte jeder Teilnehmende viel für sich mitnehmen. Jede Frage wurde beantwortet, wertvolle Tipps wurden gegeben und Martin nahm sich für jeden Einzelnen viel Zeit. Am Ende demonstrierte er, wie der Balg eines Marders für ein Präparat vorbereitet wird. Alle staunten nicht schlecht, als er in nur wenigen Minuten einen kompletten Marder durch ein nur etwa 5 cm kleines Loch streifte. Hier war er aufgrund seiner mittlerweile 30-jährigen Erfahrung klar im Vorteil. Zusammengefasst lässt sich sagen: Es war ein sehr interessantes, praxisorientiertes und kurzweiliges Seminar, aus dem jeder Einzelne viel für sich mitnehmen konnte. Danke allen Teilnehmenden und vor allem dem tollen Referenten.
Peggy Poppen