Die Zeit läuftPolitische Spitze
Die Zeit läuftPolitische Spitze
Seit dem 6. Mai diesen Jahres ist die neue Bundesregierung im Amt. Unter der Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz ist ein Koalitionsvertrag entstanden, der viele „Verbesserungen“ in den Bereichen Jagd und Waffengesetz vorsieht. Tatsächlich wurden im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zentrale Forderungen der Jägerinnen und Jäger aufgegriffen. Kernpunkt ist die unverzügliche Herabstufung des Schutzstatus für den Wolf, seine Aufnahme als jagdbare Wildart im Bundesjagdgesetz und die Überarbeitung des Waffengesetzes bis 2026.
Anfang Mai forderte der DJV ein umgehendes Handeln von Seiten der Bundespolitik. Denn: Die Bevölkerung ist seit langer Zeit unzufrieden mit den Machern aus Berlin, das Misstrauen wächst. Gerade die Vorgängerregierung unter dem ehemaligen Bundeskanzler Scholz hat für eine Situation im Land gesorgt, die am Ende der Ampel Sorgen, Unsicherheit und ein Stück weit Chaos hinterlassen hat.
In der Politik gelten die ersten 100 Tage nach Regierungsbildung als Messlatte. Dieser Zeitraum wird am 14. August verstreichen. Da wir uns gegenwärtig in der Sommerpause befinden, kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich in den kommenden Wochen signifikante Entscheidungen anbahnen. Ergo: momentan bleibt alles wie es ist.
Als der Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem Bundesjägertag 2025 per Video zugeschaltet wurde, warb er bei den rund 400 Delegierten um Vertrauen und versicherte: „In dieser Bundesregierung stoßen Sie mit Ihren Anliegen auf offene Ohren.“ In die gleiche Kerbe schlug der Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, der ebenfalls per Video zugeschaltet wurde. Er versprach die umgehende Herabstufung des Schutzstatus für den Wolf und eine schnelle Aufnahme ins Jagdrecht. Fakt ist: passiert ist bisher wenig und es ist auch nicht davon auszugehen, dass zeitnah etwas geschieht. Dabei wäre es ein starkes Zeichen gewesen, auf Lippenbekenntnisse innerhalb der ersten 100 Regierungstage auch Taten folgen zu lassen. Um es auf den Punkt zu bringen, sollte die Situation aus einer anderen Perspektive betrachtet werden. Die ersten 100 Tage der laufenden Legislatur sind bereits vorüber, die Wirtschaft schwächelt nach wie vor, wir leben in unruhigen Zeiten, immer wieder ist die Rede von einem möglichen, dritten Weltkrieg. Die Politik mit ihren etablierten Parteien hat seit vielen Jahren an Vertrauen eingebüßt – und in der Opposition sitzt eine starke Partei, die nur auf Fehler der Regierung wartet, um noch stärker zu werden.
Die Uhr läuft rückwärts, es ist fünf vor zwölf. Für eine bessere Zukunft unseres Landes ist jeder Tag entscheidend, an dem richtige Entscheidungen durch die Politiker getroffen werden. Jeder Tag des Abwartens macht die Situation in diesem Land in die Zukunft gerichtet, noch schwieriger. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Bundesregierung ihrer Verantwortung bewusst ist und die verbliebenen drei Jahre und rund 265 Tage nutzt.
Waidmannsheil, Wulf-Heiner Kummetz