Wolfsmonitoring-Bericht für das zweite Quartal 2024
Am Mittwoch, den 17. Juli 2024, veröffentlichte die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. ihren Bericht zum Wolfsmonitoring im zweiten Quartal 2024. Der 44-seitige Bericht bietet detaillierte Einblicke in die gemeldeten Wolfshinweise und -nachweise vom 1. April 2024 bis zum 30. Juni 2024 sowie in die bis dato nachgewiesenen Wolfsterritorien in Niedersachsen.
Seit 2012 wird traditionell am Ende jedes Quartals ein Bericht zu den neuesten Monitoringerkenntnissen veröffentlicht. Die aktuelle Ausgabe ist die 50. ihrer Art. Der vollständige Bericht sowie alle früheren Ausgaben können auf unserer Internetseite unter folgendem Link heruntergeladen werden:
https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/monitoringberichte.
Im zweiten Quartal 2024 wurden insgesamt 2.152 Meldungen zu Wolfsvorkommen dokumentiert. Davon wurden 44,93 % als bestätigte Nachweise (C1), 42,89 % als unbestätigte Hinweise (C3) und 2 % als bestätigte Hinweise (C2) eingestuft. Einige Meldungen konnten nicht bewertet werden (0,70 %) oder stellten sich als Falschmeldungen heraus (1,77 %). Bei 7,71 % der Meldungen steht die Bewertung noch aus.
Fotofallenaufnahmen machten mit 58,97 % den größten Anteil aus, gefolgt von Sichtungen mit 18,22 % und Losungsfunden mit 10,59 %. Die meisten bestätigten Nachweise (C1) und unbestätigten Hinweise (C3) wurden ebenfalls durch Fotofallenaufnahmen erbracht.
Ein Großteil der Meldungen (71,59 %) stammte von Jagdscheininhabern, 22,53 % von Nicht-Jägern, und bei 5,87 % war die Gruppenzuordnung nicht möglich.
Zum Ende des zweiten Quartals 2024 wurden in Niedersachsen 57 Wolfsterritorien gelistet: 52 Wolfsrudel, 3 Wolfspaare und 2 residente Einzelwölfe. Für 20 der 52 Rudel wurde bereits Reproduktion im neuen Monitoringjahr 2024/2025 nachgewiesen, bei den restlichen 32 Rudeln steht der Statusnachweis aktuell noch aus. Territorien, die im laufenden Monitoringjahr nicht durch Reproduktion oder wiederholte Nachweise bestätigt werden können, werden nach Abschluss des Monitoringjahrs als „Unklar“ herabgestuft.
Insgesamt wurden 11 Totfunde in das Monitoring aufgenommen, bei einem davon ist die Artzugehörigkeit noch nicht abschließend geklärt.
Offiziell wurden 110 Übergriffe auf Nutztiere dokumentiert, bei denen insgesamt 219 Tiere getötet, 82 verletzt und 22 vermisst wurden. Dies stellt einen Anstieg von 86,44 % im Vergleich zum ersten Quartal 2024 und 11,11 % im Vergleich zum zweiten Quartal 2023 dar. Bei 76 Fällen wurde der Wolf als Verursacher bestätigt, bei 17 Fällen ausgeschlossen, und in 16 Fällen war die Feststellung des Verursachers nicht möglich. Ein weiterer Fall konnte nicht beurteilt werden.
Wolf gesehen, Spur gefunden? – Bitte melden!
Um eine möglichst realistische Darstellung der Bestandsgröße und -verbreitung der Wölfe in Niedersachsen sicherzustellen, ist eine flächendeckende Erfassung unerlässlich. Fotofallenaufnahmen sowie genetische Nachweise durch Losungsfunde und Wildtierrisse sind entscheidend, um den territorialen Status und die Abgrenzung ortsansässiger Wolfsvorkommen zu klären.
Wolfsmeldungen können bequem über unsere Smartphone-App „Wolfsmeldungen Niedersachsen“ oder unsere Webseite www.wolfsmonitoring.com eingereicht werden. Für die genetische Beprobung von frischen Losungsfunden und Wildtierrissen stehen die regional zuständigen Wolfsberater zur Verfügung – die Kontaktdaten sind auf unserer Internetseite zu finden.
Raoul Reding