Hegering Rastede Nord

Am 3. August veranstaltete der Hegering Rastede Nord die traditionelle revierübergreifende Krähenlockjagd zum Aufgang der Krähenjagdzeit. Die Jagd mit dem „freundlichen Lockbild“ auf die Rabenkrähe soll am Anfang der Jagdzeit interessierten Hegeringmitgliedern die Chance bieten, mit einem erfahrenen Jäger zusammen in einem Lockschirm, die Jagd aktiv zu erleben. Auch einigen revierlosen Jägern wurde so die Möglichkeit gegeben mit den jeweiligen Revierinhabern in Kontakt zu kommen und sich jagdlich zu betätigen. Voraussetzungen für die Teilnahme an der Jagd waren ein „Schießübungsnachweis Flinte“ und ein kompletter Tarnanzug. Ziel sollte es sein, dass in allen Revieren des Hegeringes die Lockjagd auf die Rabenkrähe flächendeckend durchgeführt wird, um den Bestand an Individuen zu reduzieren. Die jagdlichen Erfolge der vergangenen Jahre waren so groß, dass auch benachbarte Hegeringe diesen Termin in ihren Terminkalender übernommen haben.

Zur Strecke kamen an diesem Morgen: 94 Rabenkrähen und eine Nilgans. Die Strecke der Rabenkrähen war in den teilnehmenden Revieren recht unterschiedlich verteilt. Einige Reviere beklagten einen schlechten Flug, da es kaum noch Stoppelfelder gibt und somit die Futterplätze fehlen. Leider beteiligten sich auch nicht alle Reviere an diesem Jagdtermin. In einigen Revieren wurde aber auch im Vorfeld von der geänderten Ammerländer Schonzeit auf die Rabenkrähe Gebrauch gemacht. Diese Änderung erlaubt, dass Rabenkrähen, dort wo sie zu Schaden gehen, schon ab dem 1. Juli bejagt werden dürfen. Denn gerade am Anfang der Jagdzeit sind große Strecken erzielbar, da die Jungkrähen sich noch ziemlich dumm verhalten und gut auf das Lockbild zustehen.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass auch im nächsten Jahr zum Aufgang der Jagdzeit auf die Rabenkrähe, revierübergreifend ein solcher Jagdtag auf Hegeringebene angeboten werden soll. Nächster Termin für diese Veranstaltung ist der 2. August 2025.

Lutz Wemken

Wattführer Hensel erklärt die Aalmutter

Die Falkenaugen

Exkursion zum Lebensraum Wattenmeer

Am 11. August 2024 brach die Jugendgruppe des Hegeringes Rastede Nord „Die Falkenaugen“ zu einer Exkursion in das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer auf. Auf dem Programm standen eine Kutterfahrt zu den Seehundbänken, ein Schaufischen mit einem kleinen Schleppnetz und eine 1,5 stündige Wattwanderung mit einem anerkannten Wattführer auf Spiekeroog. Mit von der Partie waren auch die Eltern und Geschwister der Jugendlichen. 

Um 6:15 Uhr startete die Gruppe von Rastede aus in Fahrgemeinschaften Richtung Neuharlingersiel. Dort angekommen, ging es auf den traditionellen Fischkutter „Gorch Fock“. Der Kapitän, ein berufener, ehrenamtlich tätiger Wattenjagdaufseher, erklärte den Teilnehmern seine spannenden Aufgaben in dieser besonderen Region.

Beim Schaufischen wurde ein Schleppnetz von ca. 1,5m Breite ausgeworfen und ein paar Minuten auf dem Nordseegrund hinter dem Kutter her gezogen. Der Fang kam in mit Meerwasser gefüllte Wannen und wurde von unserem Wattführer Frank Hensel ausführlich erklärt. Gefangen wurden: einige Garnelen, einige Strandkrabben, kleine Schollen, eine Aalmutter, eine Seespinne, ein Seeskorpion, ein Stint, einige Wittlinge, ein Scheibenbauch und Seesterne. Bei den Strandkrabben, die wohl zu den bekanntesten Vertretern des Wattenmeers gehören, können weibliche und männliche Tiere von unten an der Hinterleibsklappe unterschieden werden. Der Hinterleib des Weibchens ist rundlich und breit, beim Männchen ist es eher dreieckig und schmal. Auch sind die meisten gefundenen Strandkrabben nicht tot, sondern es handelt sich um den Panzer der Tiere, den sie bei der Häutung komplett zurücklassen. Abgetrennte Gliedmaßen wachsen auch im Laufe der Häutungen wieder nach. Bei der Aalmutter handelt es sich um einen Grundfisch, der als Besonderheit grüne Knochen hat. Zudem ist die Aalmutter eine „lebendgebärende“ Art. Der Scheibenbauch ist eher kaulquappenförmig mit einem großen Kopf und einem hinten spitz zulaufendem Körper. Mit der für Scheibenbäuche charakteristischen und namensgebenden, aus den Bauchflossen gebildeten Saugscheibe, kann er sich an Gegenständen ansaugen. Spannend war, dass die Falkenaugen die Möglichkeit hatten, die Tiere anzufassen oder sogar in die Hand zu nehmen.

Die „Gorch Fock“ brachte die Gruppe dann zu den Seehundbänken nach Langeoog. Hier konnten die Teilnehmer viele erwachsene Seehunde und Kegelrobben mit ihren Jungtieren, Löffler und einige Eiderenten beobachten. Bei der Kegelrobbe handelt es sich um das das größte Raubtier, dass in Deutschland lebt.

Auf Spiekeroog angekommen, startete die Wattwanderung entlang der Salzwiesen. Wattführer Hensel erklärte, dass es in diesem Bereich des Wattes ganz besondere Pflanzen gibt, die nur dort vorkommen. Insgesamt gibt es auf den Salzwiesen ca. 40 unterschiedliche Pflanzenarten, die tatsächlich gut mit dem Meeressalz zurechtkommen. Den Falkenaugen  wurde Strandflieder gezeigt, der auf der roten Liste steht und auf keinen Fall entnommen werden darf. Die Teilnehmer durften dann aber etwas Wermut, aus dem Absinth gemacht wird, pflücken und daran riechen. Die Pionierpflanze im Wattenmeer ist der Queller. Kennzeichnendes Merkmal sind ihre fleischigen, scheinbar gegliederten und blattlosen, einjährigen Sprossachsen. Diese Pflanzenart ist immer die erste, die sich in einer Salzwiese ansiedelt. Bei der Verkostung des Quellers konnte die Gruppe den salzigen Geschmack deutlich wahrnehmen. 

Im Watt angekommen erfuhren die Falkenaugen, dass der Artenreichtum im Wattenmeer gar nicht so groß ist, aber dafür in einer sehr großen Menge vorkommen. Millionen von  Zugvögeln rasten zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, mehrere Wochen im nahrungsreichen Wattenmeer, um hier Energie aufzutanken - auf dem weiten Weg in die Brutgebiete im hohen Norden bzw. die Winterquartiere in südlichen Gefilden. Wattführer Hensel machte ein kleines Experiment und grub alle Herzmuscheln, die sich auf einem Quadratdezimeter befanden, aus. Es waren 16 Stück! Hochgerechnet bedeutet dies, dass 1600 Herzmuscheln auf einem Quadratmeter leben. Auch Watt- und Seeringelwürmer wurden ausgegraben und die Unterschiede anschaulich erklärt.

Nach einem Picknick am Strand ging es dann wieder mit der „Gorch Fock“ in Richtung Heimat. 

„Die Falkenaugen und auch die Erwachsenen waren begeistert von diesem schönen Tag, haben sehr viel Neues gehört und mitgenommen. Ich kann nur jedem empfehlen eine solche Tour auch einmal zu unternehmen! Es gibt viel Spannendes zu entdecken!“ sagt die Jugendobfrau Regina Wemken. 

Lutz Wemken