WilKEA App – ein Praxisbericht
In der Oktober-Ausgabe der Blattzeit stellten wir die WilKEA-App als digitale Probenerfassung für die Trichinenuntersuchungen und ASP-Beprobung vor. Das Prinzip ist denkbar einfach: App herunterladen, Daten eingeben und die Proben beim Veterinäramt abgeben. Das Untersuchungsergebnis wird dann direkt in der App angezeigt. Die Veterinärämter in Niedersachsen haben die App seit Oktober 2021 nach und nach in ihr Repertoires aufgenommen, mittlerweile ist sie flächendeckend im Einsatz.
Blattzeit-Redakteur Sebastian Kapuhs hatte Waidmannsheil auf eine Sau und hat dies zum Anlass genommen, die App nun erstmals zu testen.
Registrierung
Die Registrierung erfolgt über das jeweilige Veterinäramt durch den Nachweis als „kundige Person“ und den schriftlich ausgefüllten Dokumenten zu den persönlichen Daten sowie der Zustimmung zur Verarbeitung eben jener Daten. Nach der Zuteilung einer HIT-Registriernummer und der anschließenden Online-Anmeldung kann auch die Anmeldung in der kostenfreien App erfolgen. Da der Nachweis der „kundigen Person“ bei jedem Veterinäramt einzeln erfolgt, reicht die einmalige Anmeldung leider nicht, um Proben landesweit bei verschiedenen Veterinärämter abgeben zu können. Heißt, es ist für jedes einzelne Veterinäramt eine eigene Registrierung für die App notwendig.
Datenerfassung
Die Sau ist erlegt, die Wildursprungsmarke angebracht und Schweiß- sowie Trichinenprobe entnommen. Die Erfassung in der App ist denkbar einfach. Die Angaben zum Wildtier und Erleger werden „step-by-step“ eingegeben, der Erlegungsort kann markiert oder über eine Offline-Karte ausgewählt werden und die QR-Codes (bzw. Zahlenfolgen) von Probenröhrchen und Wildmarke werden einfach mit der Smartphone-Kamera gescannt. Wichtig ist, dass bei der Eingabe ein Häkchen sowohl für die Beprobung „ASP“ als auch bei „Trichinen“ gesetzt wird, da ansonsten die spätere Auswertung nicht angezeigt werden kann.
Beprobung und Auswertung
Die Entnahme der Schweißprobe erfolgt beim erlegten Stück idealerweise beim anschließenden Aufbrechen. Das vom Veterinäramt bereitgestellte Serumröhrchen wird mit Blut, ohne Verunreinigung, befüllt. Bei liegenden Stücken kann die Probe im unteren Halsbereich erfolgen, bei hängenden Stücken sollte vor dem vollständigen Aufbrechen der vordere Brustkorb mit dem Messer angestochen und das Blut mit dem Röhrchen aufgefangen werden. Weitere Details hierzu finden sich im entsprechenden Merkblatt.
Die vorgeschriebene Mindestmenge der Fleischprobe für die Trichinenuntersuchungen wird in einem sauberen, verschlossenen Beutel verpackt und leserlich beschriftet (bzw. mit Aufkleber und Barcode) abgegeben. Weitere Dokumente sind Dank der App nicht notwendig.
Im Labor wird die Probe durch das sog. Magnetrührverfahren in einer Salzsäure-Pepsin-Lösung verdaut und mögliche Fadenwürmer (Trichinen) würden sichtbar werden.
Die Auswertung in der App erfolgt unter dem Button „Erledigte Erfassungen“ durch eine grüne Markierung und den entsprechenden Vermerk bei negativem Befund. Hier kann nun auch der ausgefüllte Wildursprungsschein angezeigt und ggf. ausgedruckt werden.
Fazit
Weniger Papier sowie eine schnellere Abwicklung und Übersicht über alle Beprobungen auf einem Gerät sind der klare Vorteil der App. Verbesserungswürdig wäre, dass der „Papierkram“ zur Anmeldung, inklusive digitaler Unterschrift auch gerne direkt in der App erfolgt. Ebenso wäre eine bargeldlose Bezahlung der Gebühren in der App denkbar. Hier scheint jedoch die Herausforderung, dass die Gebühr zur Beprobung je nach Landkreis unterschiedlich ausfällt als zu große Hürde. Zuletzt wäre eine einmalige Anmeldung für eine flächendeckende Nutzung in ganz Niedersachsen wünschenswert. Aber Apps können ja bekanntlich stets weiterentwickelt und um zusätzliche Features erweitert werden.
Sebastian Kapuhs