Petition zur Baujagd am Naturbau im ​Niedersächsischen Landtag übergeben

Die Sprecher der Initiative ​bei der Übergabe der Petition im Landtag (Foto: Nagy/Landwehr)

Am 28.01.2026 wurde von den Initiatoren Ursula Nagy und Thomas Landwehr die Petition der „Initiative zum Erhalt der Baujagd am Naturbau in Niedersachsen“ im Niedersächsischen Landtag an den CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Marco Mohrmann übergeben. Neben ihm nahmen die Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages Barbara Otte-Kinast, der Vizepräsident des Landtages Jens Nacke sowie die CDU-Landtagsabgeordneten Uwe Dorendorf und Katharina Jensen an der Übergabe teil.

Die Petition wurde in nur 17 Tagen von über 8.400 Menschen unterzeichnet, davon mehr als 5.500 aus Niedersachsen. Damit konnte ein deutliches Signal für eine sachliche und fachlich fundierte Auseinandersetzung mit dem geplanten Verbot der Baujagd am Naturbau gesetzt werden. Die anwesenden Abgeordneten betonten, dass Petition und Stellungnahme der Initiative in den zuständigen Ausschüssen gewürdigt und diskutiert werden sollen – dazu zähle auch der Wunsch vieler Unterzeichner, nach einer Rücknahme der Verbotspläne und einer differenzierten fachlichen Prüfung.

Der Vorschlag der Initiative, statt eines Verbotes einen verpflichtenden Sachkundenachweis für Bauhundeführer – analog zum Fangjagd-Lehrgang – sowie eine verbindliche Nutzung moderner Ortungstechnik einzuführen, stieß auf sehr positive Resonanz. Auch in einem anschließenden Gespräch zeigte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Willeke offen gegenüber diesem Lösungsansatz.

Kernpunkte der fachlichen Stellungnahme der Initiative:

Die Initiative weist darauf hin, dass für ein Verbot der Baujagd am Naturbau bislang keine belastbare Datengrundlage zu Verletzungs- oder Verlustrisiken von Jagdhunden vorliegt. Zudem ist die Jagd am Naturbau durch Kunstbaue, Ansitz oder Fallen in der Praxis nicht vollständig ersetzbar. Gerade im Offenland stellt sie eine wichtige Säule des Prädatorenmanagements zum Schutz bedrohter Bo¬denbrüter dar. Moderne Ortungstechnik ermöglicht heute einen kontrollierten und tierschutzgerech¬ten Einsatz der Hunde.

Zudem wird auf die Bedeutung der Baujagd für die Gefahrenabwehr hingewiesen: Unterhöhlungen von Dämmen, Straßen und Bahntrassen durch Raubwild können Sicherheitsrisiken verursachen. Die Kontrolle solcher Bauten vor Sanierungsmaßnahmen ist etablierte Praxis und dient sowohl dem Tierschutz als auch dem Schutz kritischer Infrastruktur.

Statt eines pauschalen Verbotes spricht sich die Initiative daher für verbindliche Fachkunde-Standards und technische Sicherheitsauflagen aus.

 Ursula Nagy und Thomas Landwehr