Gemeinsam für Natur und Artenvielfalt: Vertreter von Hegering Eggeloge, den Jägern des Reviers Kielburg und dem Ortsbürgerverein bei der Umsetzung des Projekts Foto: privat

Hegering Eggeloge

Streuobstwiese in Eggeolge 

Im Revier Kielburg wurde in den vergangenen Wochen ein bedeutendes Naturschutzprojekt erfolgreich umgesetzt. Gemeinsam durch den Hegering Eggeloge, die Jäger des Reviers Kielburg sowie den Ortsbürgerverein und freundlicher Unterstützung der LZO Westerstede wurde eine neue Streuobstwiese angelegt und damit ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten geschaffen. 

Insgesamt umfasst das Projekt eine rund 0,3 Hektar große Streuobstwiese, die mit verschiedenen regionaltypischen Obstbäumen bepflanzt wurde. Durch die Pflanzung verschiedener hochstämmiger Obstbäume, darunter Apfel-, Birnen- und Zwetschgensorten – entsteht ein vielfältiger Lebensraum, der über das ganze Jahr hinweg Nahrung und Rückzugsorte bietet. Ergänzend dazu wurde ein rund 100 Meter langer Erdwall angelegt und mit heimischen Wildsträuchern bepflanzt. 

Streuobstwiesen bieten Lebensraum für mehrere tausend Tier- und Pflanzenarten. Besonders Wildtiere wie Rehwild, Feldhasen, Niederwild sowie zahlreiche Vogel- und Insektenarten profitieren von dem vielfältigen Angebot aus Blüten, Früchten, Deckung und Ruhebereichen. Der Erdwall, welcher mit heimischen Wildsträuchern wie Schlehe, Weißdorn und Heckenrose bepflanzt wurde, wertet die Fläche zusätzlich auf, dient als natürlicher Sicht- und Windschutz und bietet zahlreichen Wildtieren wichtige Deckung, Äsung sowie Brut- und Rückzugsmöglichkeiten. 

Mit diesem Gemeinschaftsprojekt setzt das Revier Kielburg ein sichtbares Zeichen für nachhaltige Landschaftspflege und aktiven Artenschutz und zeigt gleichzeitig durch die enge Zusammenarbeit von Jägerschaft, Hegering und Ortsbürgerverein, wie Naturschutz, Jagd und bürgerschaftliches Engagement erfolgreich Hand in Hand gehen können. 

Tammo Janssen

Hegering unterstützt Studie zur Chronischen Auszehrungskrankheit

Im Jahr 2021 hatten Wissenschaftler des Friedrich-Löffler-Institutes (FLI) bereits darum gebeten, das Forschungsprojekt „Bekämpfung der Chronic Wasting Disease in Europa“ zu unterstützen. Dafür wurden ca. 900 Proben aus der gesamten Bundesrepublik genetisch untersucht. Auch der Hegering Rastede Nord beteiligte sich damals mit der Abgabe von 30 Proben des heimisch erlegten Rehwildes.

Die Chronische Auszehrkrankheit befällt Rot-, Reh und Sikawild, Elche oder auch Rentiere.

Der Erreger der Chronischen Auszehrungskrankheit - oder englisch Chronic Wasting Disease (CWD) - ist ein infektiöses Prion-Protein, ein fehlgefaltetes Eiweiß. Die Krankheit betrifft Rot-, Reh und Sikawild aber auch Elche. Damwild ist nicht betroffen. Ähnlich wie BSE bei Rindern oder Scrapie bei Schafen ist CWD eine Erkrankung des Gehirns, eine sogenannte Transmissible Spongiforme Enzephalopathie (TSE). Erkrankte Tiere wirken apathisch, appetitlos, magern ab und sterben letztendlich an den Folgen. Tiere infizieren sich durch direkten Kontakt mit Artgenossen oder über kontaminierte Futterstellen. Die Empfänglichkeit für derartige Erkrankungen hängt von genetischen Faktoren ab, die bei Hirschen in Nordamerika nachgewiesen werden konnten. Da diese Informationen für die heimischen Hirsche fehlen, setzt hier das Forschungsprojekt an.

Der CWD-Erreger ist extrem umweltresistent. Das infektiöse Prion-Protein überlebt Jahrzehnte im Boden. Ist der Erreger einmal auf der Jagdkleidung, überlebt er sämtliche Waschgänge und übliche Desinfektionsmittel. Abkochen ist unwirksam. Lediglich eine mehr als einstündige Behandlung in hochkonzentrierter Natronlauge oder eine Behandlung mit Hitze und Druck über mehrere Stunden können das Eiweiß vernichten.

Noch immer befindet sich das größte CWD-Ausbruchsgebiet in Nordamerika. Seit 2016 ist die CWD jedoch ebenfalls in skandinavischen Rentieren bekannt und wurde seitdem dank aktiver Surveillance in Skandinavien zudem frühzeitig in Elchen, Rothirschen und Rentieren entdeckt. So konnten schnell Maßnahmen zur Eindämmung der Weiterverbreitung des CWD-Erregers ergriffen werden. Aufgrund der hohen Stabilität des Erregers in der Umwelt und der Resistenz gegen geläufige Dekontaminationsverfahren, kann eine Weiterverbreitung der CWD jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden, insbesondere der Mensch ist dabei als Risikofaktor anzusehen. Um den CWD Status des in Deutschland vorkommenden Schalenwildes zu evaluieren, führt das Friedrich-Loeffler-Institut nun eine aktive Surveillance während dieser und der kommenden Jagdsaison. Zudem wurden bereits ca. 300 Proben aus den vergangenen Jagdjahren untersucht. Insbesondere Proben von Rot-, Reh- und Sikawild sind dabei von Interesse. 

Die Wissenschaftler benötigten jetzt wieder bundesweit Probenmaterial von Rot-, Reh- und Sikawild. Dafür sollte Probenmaterial von adulten Stücken vom Gehirn (verlängertes Mark) und tiefe Halslymphknoten für die Untersuchung in ein Probenröhrchen extrahiert werden. Aus den Proben wird die DNA präpariert und eine Genotypisierung durchgeführt.

Auch der Hegering Rastede Nord hat sich dazu entschieden, dieses Projekt wieder in Form von gesammelten Gewebeproben von Rehwild zu unterstützen. Hierzu wurden 30 Probenbehälter bei Thoms Janßen und Lutz Wemken platziert, die die Proben genommen haben.

Lutz Wemken

Herbert Wehmhoff, Rainer Nagel, Andrea Holzenkamp, Friedrich Hinrichs (Mitglieder des Hegerings Bad Zwischenahn), v.l. Foto: privat

Nistkästenbau beim "Adventszauber" in Bad Zwischenahn

Der Hegering Bad Zwischenahn der Jägerschaft Ammerland hat am Sonntag, 21.12.25 eine Mitmachaktion für Kinder zum Bau von Nistkästen durchgeführt. Unter fachlicher Anleitung der Mitglieder des Hegerings wurden insgesamt 30 Nistkästen aus Holzbauteilen gefertigt. 

Die Kinder beteiligten sich mit großem Interesse. Sie erhielten dabei altersgerechte Informationen über die heimischen Vogelarten, deren Lebensweise sowie die Bedeutung geeigneter Brutplätze. Die im Rahmen der Aktion entstandenen Nistkästen konnten die Kinder anschließend mit nach Hause nehmen. Die Maßnahme verband handwerkliche Tätigkeit mit Umweltbildung und vermittelte auf anschauliche Weise die Bedeutung von Nistkästen für den Naturschutz.

Andrea Holzenkamp