"Hasenland" - Ein Projekt der Jägerschaft Einbeck
Ehrenamt verbindet, genau so kann die ehrgeizige Idee der Jägerschaft Einbeck beschrieben werden. Die Rede ist vom Projekt Hasenland, das durch die Jägerschaft im April 2024 aus der Taufe gehoben wurde. Während in den 70er Jahren die Region Einbeck noch für große Hasenstrecken und ihre Treibjagden bekannt war, sieht es heute vollkommen anders aus. „Unsere „Altvorderen“ hatten früher regelmäßig bei Treibjagden zwischen 100 und 150 Hasen auf der Strecke. Schon seit Jahren bejagen wir den Hasen und das Rebhuhn aber überhaupt nicht mehr“, sagt Hartmut Henne, Hegeringleiter vom Hegering III. Der Grund: Die Bestände haben sich in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund vieler unterschiedlicher Faktoren stark reduziert. Dazu zählen auch die Prädatoren, allen voran der Waschbär und der Rotrock.
Der Überlegung „Projekt Hasenland“ vorausgegangen war ein Vortrag von dem Berufsjäger Paul Rösler, der anlässlich der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Einbeck stattfand. „Rösler hat sehr beeindruckend über die Erfolge gezielter Fallenjagd referiert“, so Henne.
Als dann im Juni 2024 die LJN das Förderprogramm für Fallen ins Leben rief, gab es kein Halten mehr und der Entschluss der Jägerschaft stand fest, das Projekt Hasenland zu organisieren und einen Antrag für die Förderung von Fallen zu stellen. „Quasi zeitgleich ermöglichte der Landkreis Einbeck ebenfalls eine finanzielle Förderung von Fallen“, sagt Kreisjägermeister Dietmar Grüning.
Unter der Federführung von Carsten Mörlins, Vorsitzender der Jägerschaft Einbeck und Antragsteller, Hartmut Henne, sowie dem Kreisjägermeister der Jägerschaft Einbeck und des Landkreises Northeim wurden zügig Nägel mit Köpfen gemacht. Die Rede ist von einem Fallenprojekt der Superlative mit einem Gesamtvolumen von insgesamt 26.000 Euro im Hegering III. Dabei wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Es handelt sich bei den angeschafften Fanggeräten um hochmoderne Beton-Rohrfallen und „WeKa Invasiv PRO“-Fallen der Marke Krefelder und um Kastenfallen aus Kunststoff, Typ Trapperbox, der Firma RWO. Insgesamt haben sich im östlichen Solling-Vorland elf Niederwildreviere mit einer zusammenhängenden Jagdfläche von nicht weniger als rund 3.100 Hektar zusammengeschlossen, um die bereits 25 vorhandenen Fangeinrichtungen um weitere 33 Fallen zu ergänzen. „Der Erfolg spricht für sich, bis zum Redaktionsschluss wurden bereits über 100 Kreaturen gefangen“, sagt Kreisjägermeister stolz. Ausgestattet sind ausnahmslos alle Fallen mit dem Fallenmelder der Firma Trappmaster Gold neo.
Nicht nur die Planung des Projektes wurde generalstabsmäßig verschriftlicht und organisiert, auch für die Umsetzungsphase stand von Anfang an fest, wer sich um die Logistik und das Aufstellen der Fallen kümmern soll. Hier hat Bernd Henniges sich bereit erklärt, die Installationen der mitunter sehr schweren Fallentypen hauptverantwortlich zu übernehmen. „Dabei haben wir vorab per Wildkameras genauestens auskundschaftet, wo die besten Pässe vom Raubwild sind und welche Revierbereiche sich am Ende sehr gut als Fallenstandort eignen“, sagt Henniges. Damit die insgesamt nun 55 Fallen auch tierschutzkonform betrieben werden können, reichen die digitalen Helferlein in Form von Fallenmeldern allein nicht aus. „Wir brauchen natürlich eine ganze Menge Ehrenamtlicher, die sich um die Fallenkontrollen, das Beködern der Fallen und am Ende um die Erlegung des gefangenen Raubwildes kümmern können. Daher haben wir sogenannte Fallen-Teams ins Leben gerufen, die quasi rund um die Uhr in Bereitschaft sind“, sagt Carsten Mörlins. Die ersten Fallen wurden im Beisein der BLATTZEIT fängisch gestellt. Es bleibt spannend, welche Fallentypen und welche Standorte sich am Ende als besonders fängig erweisen werden. „Genau deshalb haben wir drei verschiedene Fallen-Typen angeschafft. Nach etwa zwei Jahren werden wir dann sicher ein Fazit ziehen können“, sagt Henniges. Wie die Mannschaft um das Projekt Hasenland aussieht und welche Tipps die Macher des Projektes haben, können Sie in unserer Videoreportage sehen.
Wulf-Heiner Kummetz