Fallenprojekt erfolgreich abgeschlossen: Landkreis Osnabrück unterstützt vier Jägerschaften im Kampf gegen invasive Neozoen
Der Landkreis Osnabrück und die vier regionalen Jägerschaften Osnabrück-Land, Bersenbrück, Wittlage und Melle haben das gemeinsame Förderprojekt zur Eindämmung invasiver Arten erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt wurden 50.000 Euro aus Haushaltsmitteln des Landkreises bereitgestellt, um waidgerechte Lebendfallen anzuschaffen und so den aktiven Artenschutz im Osnabrücker Land zu stärken.
Ziel: Schutz heimischer Tierwelt und Hochwasserschutz
Nutria, Waschbär und Marderhund breiten sich im gesamten Bundesgebiet stetig aus. Die Neozoen verdrängen heimische Arten und richten insbesondere entlang von Flüssen, Uferbereichen und Entwässerungsgräben erhebliche Schäden an. Besonders Nutrias unterhöhlen durch ihre Grabgänge Deiche und Böschungen – mit direkten Auswirkungen auf den Hochwasserschutz für Landwirtschaft und die an Hase und Nebenflüssen liegenden Kommunen.
Durch den selektiven Lebendfang kann diese Ausbreitung wirkungsvoll eingedämmt werden. Gleichzeitig profitieren zahlreiche heimische Arten: Boden- und Wiesenbrüter wie Brachvögel, Kiebitze, Bekassine, Uferschnepfe, Rebhuhn, Feldlerche oder Fasan werden spürbar entlastet.
Anschub durch gemeinsame Initiative
Das Förderprogramm wurde durch die enge Zusammenarbeit der vier Jägerschaften mit dem Landkreis entwickelt. Unser beharrlicher Einsatz für einen praxisnahen Artenschutz und die aktive Einbindung der Kreisverwaltung legten den Grundstein für die erfolgreiche Umsetzung.
„Wir wollten ein Programm schaffen, das nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern draußen im Revier Wirkung zeigt. Die hohe Nachfrage und die ersten Fangergebnisse beweisen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Jeder aufgestellte Fangplatz ist ein konkreter Beitrag zum Schutz unserer heimischen Arten und unserer Kulturlandschaft.“
Martin Meyer Lührmann, Kreisjägermeister
Geförderte Fallensysteme
Gefördert wurden ausschließlich tierschutzkonforme Modelle aus dem Ordersatz der Jägerschaften – unter anderem Systeme der Hersteller RWO TrapperProfi, Fallenfuchs und Krefelder Fuchsfalle. Pro Revier konnten maximal zwei Fallen abgerufen werden. Je nach Modell betrug die Förderung 200 bis 300 Euro. Die Vergabe der Mittel erfolgte nach dem Windhund-Prinzip.
Die hohe Beteiligung zeigt deutlich: Die Jägerinnen und Jäger im Osnabrücker Land unterstützen das Projekt mit großem Engagement.
Einsatz der Revierinhaber zeigt Wirkung
Neben der finanziellen Förderung war der unermüdliche Einsatz der Revierinhaber entscheidend. Der fachkundige Fallenbetrieb – mit tierschutzgerechter Kontrolle, Dokumentation und sicherer Entnahme – ist arbeitsintensiv und verlangt Verantwortungsbewusstsein.
Dank der breiten Beteiligung konnten bereits zahlreiche Fangstellen eingerichtet werden. Erste Rückmeldungen aus den Revieren zeigen: Die Fallensysteme greifen und leisten einen wertvollen Beitrag zum Populationsmanagement invasiver Arten.
Fazit
Das Fallenprojekt beweist, dass behördliche Unterstützung und ehrenamtliches Engagement der Jägerschaft gemeinsam messbare Erfolge erzielen. Die Zusammenarbeit wird als voller Erfolg bewertet – für Biodiversität, Landwirtschaft und Hochwasserschutz im Osnabrücker Land.
Charlotte Tellmann
Exkursion der Jägerschaft Osnabrück-Land nach Dellbrück-Westenholz
Mit 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besuchte die Jägerschaft Osnabrück-Land eines der bekanntesten Niederwildreviere Deutschlands. Gemeinsam ging es mit dem Bus von Bissendorf in das rund eine Stunde entfernte Dellbrück-Westenholz. Dort begrüßte uns Landwirt Richard Schulte, der zur Bewirtschaftung seines Reviers einen Jäger beschäftigt, der sich intensiv um die Pflege und Entwicklung des Gebietes kümmert.
Nach einer umfassenden Einstiegspräsentation über Blühstreifen, Wildpflanzenkulturen zur energetischen Nutzung sowie über Fördermöglichkeiten von Land und Bund, ging es direkt ins Revier. Während der dreistündigen Führung erfuhren die Teilnehmenden, wie eine durchdachte Anlage von Blühstreifen, Wildmischungen sowie Miscanthus- oder Topinambur-Streifen gestaltet werden kann, um wertvolle Lebensräume für das Niederwild zu schaffen.
Besonders beeindruckend waren die zahlreichen Sichtungen von Niederwild an den angelegten Flächen. Neben dem Schaffen neuer Lebensräume steht auch deren dauerhafter Erhalt im Mittelpunkt der Bewirtschaftung. Zu den weiteren gezielten Maßnahmen zählen unter anderem das Aufstellen von Fasanenschütten sowie die Anlage von Wiesenvogelinseln, auf denen Arten wie Kiebitz oder Feldlerche besonderen Schutz finden.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Niederwildhege im Revier ist die Fangjagd. Im Revier sind derzeit 60 Betonrohrfallen mit elektronischen Fangmeldern zur effektiven Prädatorenbejagung im Einsatz.
Die Teilnehmenden zeigten sich begeistert von der Vielfalt der Maßnahmen und dem großen Engagement von Richard Schulte. Nach vielen interessanten Gesprächen klang der Tag bei einem gemeinsamen Grillbuffet in geselliger Runde aus, bevor es mit dem Bus zurück nach Bissendorf ging.
Die Exkursion hinterließ bleibende Eindrücke und weckte Vorfreude auf weitere gemeinsame Veranstaltungen.
Lena Tönnies