Gerüstet gegen die Kälte
Tipps und Tricks vom Jäger und Mediziner Hans-Heinrich Fricke
Bei der Jungjägerausbildung gibt es mitunter Tipps, die bleibend sind. Einer davon lautet: Wer friert, ist arm oder dumm. Tatsächlich fällt einem dieser Spruch immer dann ein, wenn man bibbernd auf dem Hochsitz hockt und sich nach einer heißen Badewanne sehnt. Der Fachhandel bietet heute unfassbar gute Funktionskleidung an – von extrem wärmender Unterwäsche bis hin zu Heizwesten, Thermohosen oder Spezial-Mützen. Alternativ gibt es auch die Zwiebeltechnik – frei nach dem Motto: Viel hilft viel. Allerdings kann auch dieser Kleidungsstil nicht unbedingt gegen Kälte schützen. Denn egal, wie sich gekleidet wird, gibt es Körperregionen, die mehr – und andere, die schneller auskühlen.
„Alle Körperregionen mit wenig Fett und Muskelmasse und einer verhältnismäßig großen Oberfläche wie Hände und Füße, Gesicht mit Nase und Ohren und der Hals kühlen schnell aus. Diese Regionen haben sehr viel mehr Kälterezeptoren als Wärmerezeptoren. Die Kälterezeptoren sind mit den Schmerzrezeptoren eng verknüpft. Deshalb kann Kälte so unheimlich weh tun. Also sollte man diese Regionen gut vor Kälte schützen“, sagt Hans-Heinrich Fricke, niedergelassener Hausarzt und Jäger.
Der Mediziner rät: „Sämtliche Körperteile sollen vor Kälte geschützt werden. Das Märchen, dass man über den Kopf 30–40 % der Körperwärme verliert, stimmt nicht. Eine Mütze ist nur ein Teil der winterlichen Jagdbekleidung und nicht wichtiger als die Hose!“ Neben guter Kleidung sollte auch der „Jägermotor“ unterstützt werden – denn es gilt auch hier: ohne Dampf keine Leistung. „Es war schon immer so: Von nichts kommt nichts. Ohne Energie keine Wärme. Wer satt ist, friert später und hält länger durch: Niemand hungert, ohne zu frieren“, so Fricke.
Im Gespräch betont der passionierte Jäger, wie wichtig einzelne Kleidungsschichten mit Luft dazwischen sind. Sie führen zu einer guten Isolation und schützen vor Wärmeverlust – wie die Daunen beim Wasserwild. Auch für den Geldbeutel hat er noch einen kleinen Tipp: „Teuer bedeutet nicht gleich warm. Qualität spricht sich rum. Oft ist die Anglerbekleidung günstiger als Jagdbekleidung. Vergleichen lohnt sich. Markenkleidung schafft meist nur eine Luftschicht im Geldbeutel.“
Wulf-Heiner Kummetz
Zeit für Extra-Schichten: Das Zwiebelprinzip für kalte Tage
So hält man sich auf dem Hochsitz warm:
Gerade bei den aktuell eisigen Temperaturen zeigt sich, wie entscheidend eine durchdachte Bekleidung im Revier ist. Wer stundenlang draußen steht, pirscht oder im Hochsitz verharrt, merkt schnell: Unpassende Kleidung lässt einen frieren und manchmal auch schwitzen – und am Ende werden Kälte und Feuchtigkeit zum echten Problem. Das mehrschichtige Zwiebelprinzip bietet mit effektiver Wärmeleistung hier die beste Lösung. Als einer der bekanntesten Ausrüster für Jagd-, Forst und Outdoor-Equipment kennt sich GRUBE bereits seit acht Jahrzehnten bestens mit diesem Thema aus.
Die Schichten im Detail:
1. Basisschicht: Funktionsunterwäsche
Die Unterwäsche bildet die wichtigste Schicht, denn sie liegt direkt auf der Haut. Ihre Aufgabe: Wärmen und gleichzeitig entstehende Feuchtigkeit vom Körper wegtransportieren. Moderne Funktionswäsche – etwa aus Merinowolle oder leistungsstarken Synthetikfasern – sorgt dafür, dass der Jäger auch bei anstrengender Pirsch trocken bleibt. GRUBE empfiehlt dafür die sogenannte Thermounterwäsche, die, wie der Name bereits sagt, für die extra Portion Wärme sorgt.
2. Isolationsschicht: Pullover, Fleece oder Weste
Die mittlere Schicht speichert die Wärme. Ein Fleece- oder Wollpullover erledigt diese Aufgabe gekonnt, ohne die Beweglichkeit einzuschränken. Je nach Aktivitätsgrad kann die Isolationsschicht schnell gewechselt oder ergänzt werden – ein zentraler Vorteil des Mehrschicht-Prinzips.
3. Außenschicht: Jacke oder Mantel
Die äußere Schicht dient als Wetterschutz. Eine hochwertige Jagdjacke mit atmungsaktiver Membran blockt Wind, Regen und Schnee zuverlässig ab. Dadurch bleibt die Wärme dort, wo sie hingehört, und Feuchtigkeit kann trotzdem entweichen. Besonders bei langen Jagdtagen mit wechselnden Bedingungen ist diese Schicht entscheidend.
Zuverlässige Materialien, sinnvolle Schichtkombinationen und Bekleidung, die bei Pirsch, Drückjagd oder Ansitz gleichermaßen funktioniert: Wer sein Outfit nach dem Mehrschicht-Prinzip zusammenstellt, wird mit Winterkälte keine Probleme haben. So bleiben Sie selbst bei den strengsten Minusgraden im Revier warm, trocken und einsatzbereit.
Das Gewinnspiel startet am 12.12. auf den Instagram-Kanälen @grube.de und @ljn_landesjaegerschaft
Zu gewinnen gibt es u.a. einen Nordforest Hunting Wollpullover.
René Rausch