Drei Jahre Feldhuhnstation in Niedersachsen
Nachdem in den letzten Jahren in einigen Revieren bereits autochthone Rebhühner ausgewildert wurden, wird es Zeit für ein kurzes Zwischenfazit: Seit Inbetriebnahme unserer Feldhuhnstation im August 2022 konnten knapp 250 autochthone Rebhühner erfolgreich an ausgewählte Reviere zur weiteren Vermehrung und anschließenden Auswilderung abgegeben werden. Die Abgabe der Rebhuhnküken erfolgt grundsätzlich nur an solche Reviere, die vorher einen strengen Auswahlprozess im Sinne unserer Projektkonzeption durchlaufen haben. In den meisten Gebieten wurden bereits im ersten Jahr nach der Auswilderung Naturbruten bestätigt. Die Entwicklung dieser kleinen Populationen werden wir in den nächsten Jahren beobachten.
Grundvoraussetzung für den Erhalt der Art sind zwei entscheidende Faktoren: Lebensraumverfügbarkeit und eine geringe Prädationsrate. In einem idealen Lebensraum mit kleinbäuerlicher Landwirtschaft, vielen permanenten Randstrukturen aus niedriger Vegetation, Sommer- wie Winterbrachen und ohne allgegenwärtige Mulcher wäre das Rebhuhn wahrscheinlich niemals selten geworden. Um die nun vorhandene Agrarlandschaft für das Rebhuhn bewohnbar zu machen, müssen Prädatoren intensiv bejagt, mehrjährige Blüh- und Brachflächen geschaffen und Ackerrandpflegeprogramme überarbeitet werden. Wer in seinem Revier oder auf seinen Ackerflächen bereits an diesen Punkten arbeitet und dennoch keine Rebhühner mehr vorfindet, kann sich auch in Zukunft an die Feldhuhnstation wenden, um im Herbst Rebhühner zu erhalten und unter fachmännischer Anleitung auszuwildern. Wenn Sie Interesse haben, kontaktieren Sie uns gerne per Mail – froeles@ljn.de
Frank Roeles/LJN