Dr. Egbert Strauß in Ruhestand verabschiedet
31 Jahre im Dienst der Wissenschaft für die LJN
Am 28. November verabschiedeten das Präsidium und die Mitarbeiter der Landesjägerschaft Niedersachsen Dr. Egbert Strauß im Rahmen einer kleinen Feierstunde in den Ruhestand. Über 31 Jahre war er das Gesicht und gefragter Ansprechpartner der LJN nicht nur in Sachen WTE, sondern auch der wildbiologischen Forschung.
Als Dr. Strauß im Jahr 1993 seine Arbeit für die LJN aufnahm, war die Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) gerade zwei Jahre jung. Schnell entwickelte sie sich zu seinem Hauptbetätigungsfeld und blieb es bis zu seinem letzten Arbeitstag. Maßgeblich prägte er dieses heute bundes- und europaweit einzigartige Monitoringsystem der Landesjägerschaft und entwickelte es gemeinsam mit seinen Kollegen federführend weiter. Nicht verwunderlich also, dass er nicht nur seit dem Jahr 2001 auch u. a. Länderbetreuer für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) des DJV war, sondern auch dort maßgeblich als „Geburtshelfer“ diente. Die WTE bzw. die Vorstellung und Präsentation der Ergebnisse führte ihn in den vergangenen Jahrzehnten auch auf zahlreiche nationale und internationale Kongresse – auch damit sorgte er für die Reputation und hohe Anerkennung der Zahlen der Jäger, auch und gerade in der Welt der Wissenschaft. In diesem Sinne ist es ein sehr gelungener Abschluss, dass er am 25. November, einem seiner letzten Arbeitstage, auf der ZJEN-Mitgliederversammlung stellvertretend für das Projekt WTE und alle daran Beteiligten, den Stiftungspreis der Stiftung Kulturlandpflege entgegennehmen durfte.
Im Rahmen seiner Tätigkeit kristallisierte sich schnell der Feldhase als einer der Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit heraus – ob als Initiator und Ansprechpartner für die Referenzreviere, in der Praxis in unzähligen „Hasenzählfahrten“ oder im Rahmen seiner wissenschaftlichen Untersuchungen und Forschung. Auch dieses Thema hat ihn bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand beschäftigt – das Auftreten der Myxomatose bei Feldhasen ab dem Spätsommer 2024 und die daraus abzuleitenden Maßnahmen der LJN entstanden aufbauend auf seiner fachlichen Expertise.
Überhaupt lag sein Hauptwirkungskreis in zahlreichen Forschungsprojekten bei den Niederwildarten und deren Lebensräumen. Neben dem Feldhasen galt sein großes Interesse dabei auch dem Birkwild. Schon in seiner Promotion im Jahr 1996 beschäftigte er sich intensiv mit diesem einstigen Charaktervogel Niedersachsens – eine Faszination, die auch seine Arbeit im Rahmen verschiedenster Forschungsprojekte zum Birkwildvorkommen in Niedersachsen bis heute begleitet.
„Dr. Strauß hat es stets geschafft, eine Brücke zwischen Wissenschaft und Jagdpraxis zu bauen.“
Aber auch Administratives gehörte zu seinen Aufgabenbereichen, unter anderem nahm er bis zum Jahr 2012 die Funktion des Geschäftsführers des Fördervereins des Instituts für Wildtierforschung wahr. Und das in einer Zeit, als das Institut noch ein „An-Institut“ – also noch nicht bei der Tierärztlichen Hochschule institutionalisiert war – eine maßgebliche Position, die während dieser Zeit die wissenschaftliche Arbeit des Instituts sicherstellte. Überhaupt gehörte auch die Koordination der Zusammenarbeit mit dem heutigen Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) zu seinen Aufgaben. Sein Arbeitsplatz hatte er von Beginn an stets dort am Institut – auch ein Zeichen der guten und engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Forschung und der Jägerschaft, die ihm stets eine Herzensangelegenheit war und ist.
Im Namen des Präsidiums und der Mitarbeiter der Landesjägerschaft Niedersachsen, sicher aber auch im Namen vieler aktueller und ehemaliger Funktionsträger, danke ich Dr. Egbert Strauß herzlich für seine 31-jährige Tätigkeit für unseren Verband. Unsere besten Wünsche begleiten ihn für den nun beginnenden neuen Lebensabschnitt und wir freuen uns sehr, auch in Zukunft – projektbezogen – weiter auf ihn, seine Expertise und sein Engagement zurückgreifen zu können.
Helmut Dammann-Tamke