Hegering Lauenbrück

Hegering Lauenbrück bat zum 35. Lernort Natur

„Beim Weidenbaum, im kühlen Tann, da flattern die Dohlen und Raben“ so heißt es zumindest in Mahlers „Das Klagende Lied“. Ersetzen wir den kühlen Tann durch den Schulwald in Lauenbrück und die Dohlen und Raben durch Steinadler und Hund, befinden wir uns in einer weiteren Ausgabe des Lernort Natur, der vom Hegering Lauenbrück, am vergangenem Freitag, für die rund 90 Schüler der dritten und vierten Klassen der Grundschule Lauenbrück ausgerichtet wurde. 

Die Jäger des Hegeringes boten an acht Stationen wissenswertes rund um die heimische Flora und Fauna. Nach der musikalischen Einstimmung durch die Jagdhornbläser und die Begrüßung durch den Hegeringleiter Hubertus Steinke, ging es gruppenweise zu den Stationen. Hier gab es ein mit vielfältigen Präparaten der heimischen Tierwelt gefülltes Informationsmobil, Informationen über die Imkerei und die Bienen, sowie die Trophäen des heimischen Schalenwildes zu sehen. 

Fünf weitere Stationen luden zum Mitmachen ein. So konnten sich die Schüler im Jagdhornblasen versuchen oder den Inhalt sog. Fühl-Eimern nur mit Hilfe der Hände ertasten. An einer weiteren Station konnten die Schalenabdrücke von Reh-, Dam-, Rot- und Schwarzwild in eine Knetmasse geprägt werden. Da lebende Tiere i.d.R. besondere Aufmerksamkeit bekommen, war die Station „Jagdhunde und deren Ausbildung“ besonders beliebt, da dort die vierbeinigen Jagdhelfer bei ihrer Arbeit beobachtet und natürlich auch gestreichelt werden konnten. An der letzten der acht Stationen konnten sich die Schüler über die Falknerei als immateriellen Weltkulturerbe informieren. Ein Steinadlerweibchen, dass der Falkner auf seinem Falknerhandschuh trug, beeindruckte die Schüler schon allein durch seine Größe. Hier wurden alle Fragen der Schüler zur Aufzucht, Ausbildung und zur Jagd mit dem Steinadler beantwortet.  

Neben dem Informationsgehalt bot der Aufenthalt im Schulwald an diesem Freitag, an dem das Thermometer 38°C erreichte, sicher eine deutlich kühlere Atmosphäre als ein möglicher Unterricht im Klassenzimmer. Die Veranstaltung endete gegen Mittag, nach dem jeder Schüler zur Erinnerung ein Malbuch, sowie ein von der Baumschule Priebe gespendeten Lärchensetzling zum Einpflanzen in den heimischen Garten, quasi als grünes Band zur Natur, erhalten und die Jagdhornbläser des Hegeringes die Schüler und Lehrer musikalisch verabschiedet hatten.

Kuno Kumpins

Auf dem Foto sind Reinhard Schraa und Holger Bargemann zu sehen - beim Gang durch die Niederung (Foto: privat)

Rodauniederung

Die LJN besitzt in der Rodauniederung zwei Flächen, die nicht mehr bewirtschaftet werden und für den Artenschutz besonders wertvoll sind. 2024 hatte der Hegeringleiter die Flächen mit Holger Bargemann vom Nabu und Reinhard Schraa, Kreisnaturschutzbeauftragter, begangen. Es wurde eine Pflanzenaufnahme mit Reinhard Schraa durchgeführt, wobei 40 verschiedene Pflanzenarten auf der ehemaligen Wiese festgestellt werden konnten. Die Wiese ist sehr nass, in der Mitte weist sie einen alten, breiten Graben auf, der ganzjährig Wasser führt und nicht mehr in die Rodau entwässern kann. Reinhard Schraa erläuterte in beeindruckender Weise die Pflanzen. So findet sich hier der Langblättrige Ehrenpreis, der in der Roten Liste für Niedersachsen geführt wird und als gefährdet gilt. R. Schraa zeigte auch die Pflanzen des hochstaudenreichen Uferbegleitstreifens, wie Gilb- und Blutweiderich. Der Nabu hat auf den Nachbarflächen 12 ha Land ankaufen können und bewirtschaftet diese auf unterschiedlicher Weise. So sind Teilflächen an den Landwirt Christoph Schröder verpachtet. Christoph, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, lässt dort seine Angus-Rinder weiden. Anschaulich erklärte er die Vorgehensweise. Holger Bargemann hatte entlang der Rodau einen Pfad gemäht, damit die Anwesenden die Maßnahmen zur Rodau-Renaturierung begutachten konnten. Auf einer Länge von 1200 Metern hat der Nabu  2025 mehrere Einzelvorhaben realisiert, wobei der Landkreis sehr hilfreich zur Seite stand. Kiesbetten, Flußverengungen und eingebaute Staustämme sollen den natürlich Flußverlauf  ermöglichen und Fischen wieder Laichmöglichkeiten bieten. Die Sumpfsimse bildet in der Rodau starke Bestände aus und Reinhard Schraa gab zu bedenken, dass diese bei der Räumung wohl zum Teil dem Bach entnommen werden müssen. Der Rundgang endete in einem kleinen Wäldchen, das zu der Fläche des LJN gehört. Hier fand R. Schraa 21 krautige und holzige Pflanzen. Zudem konnte Heike Vullmer von der Kreisnaturschutzstiftung auf der kleinen Fläche 12 Moose bestätigen. Zum Abschluß der Wanderung wurde von allen Anwesenden festgestellt, daß der Verbund von nicht bewirtschafteten Flächen und Flächen, die extensiv genutzt werden, von herausragender Bedeutung für den Naturschutz, insbesondere für die Biodiversität sind.

Henning Küper