Hegering Hittfeld
Kitzretter retten vor Sonnenaufgang Jungtiere
Wenn andere noch schlafen beginnt für die ehrenamtlichen Kitzretter und Kitzretterinnen im Hegering Hittfeld der Einsatz. In der diesjährigen Mähsaison waren rund 40 Ehrenamtliche in den sehr frühen Morgenstunden unterwegs, um Rehkitze und andere Jungtiere vor der Mahd zu bewahren. Die Bilanz berührt: 76 Jungtiere wurden gesichert, 89 Rehkitze wurden aus den Wiesen in sichere Bereiche getrieben, mehr als 350 Wiesen mit insgesamt 1.150 ha abgesucht und rund 1.200 Stunden Einsatz geleistet.
Solange die Kühle noch über den Wiesen liegt, werden die warmen Körper der Jungtiere zuverlässig von der Wärmebildkamera der Drohne angezeigt. Genau dieses kurze Zeitfenster des Tages nutzen die Kitzretter des Hegerings, denn sobald die Sonne die Flächen erwärmt, wird die Suche deutlich schwieriger, bzw. unmöglich.
Mit großer Sorgfalt wurden seit dem ersten Einsatz am 8. Mai bis zum letzten Einsatz am 06. Juli Wiese um Wiese abgeflogen – jede einzelne ein mögliches Versteck für Jungtiere. Denn statt zu flüchten, drücken sich Rehkitze instinktiv in den ersten Lebenstagen tief ins Gras. Was sie in der Natur vor Fressfeinden schützt, kann ihnen bei der Mahd jedoch zum Verhängnis werden.
Wenn eine der vier Hegering eigenen Drohnen einen Fund anzeigt, ist das Bodenteam gefragt. Dann gehen die Helfer und Helferinnen in die Fläche, sichern das Jungtier in Boxen und bringen es vorübergehend aus der Gefahrenzone. Nach der Mahd wird es wieder freigelassen – meist nicht weit entfernt von der Ricke, die in der Nähe wartet.
Auch für die Landwirte ist die Zusammenarbeit von großer Bedeutung. Nur wenn Mähtermine rechtzeitig abgestimmt werden, können die Flächen kartiert und an die Drohnenpiloten übergeben werden, die Teams zusammengestellt und die Flächen vor dem Schnitt abgesucht werden. Diese Vorgehensweise schützt nicht nur die Tiere, sondern unterstützt die Landwirte dabei, ihrer Verantwortung vor der Mahd nachzukommen
Die Einsätze zeigen, wie wirksam moderner Wildtierschutz sein kann, wenn Landwirtschaft, Jägerschaft und Ehrenamt Hand in Hand arbeiten.
Unser Dank gilt allen, die uns bei dieser Aufgabe unterstützt haben, ob mit ihrem persönlichen Einsatz oder mit einer finanziellen Spende.
Anke Grabe und Paul Marin