Foto: Privat

Gemeinsam für den Artenschutz: Starkes Signal für das Rebhuhn im Landkreis Stade

Der Bestand des Rebhuhns in Deutschland ist seit 1980 um fast 90 Prozent gesunken. Um dem Vogel des Jahres 2026 eine Zukunft zu geben, engagiert sich die Jägerschaft im Landkreis Stade intensiv für den Feldbewohner. Wie wichtig dieses Engagement ist, zeigte ein Vor-Ort-Termin im Hegering Oldendorf südlich der B73, an dem auf Einladung des Hegeringleiters Karsten Wassermann neben den örtlichen Jägern und dem Vorstand der Kreisjägerschaft auch Landrat Kai Seefried und Amtsleiter Dr. Uwe Andreas sowie die Bürgermeister Margitta Bertram und Hans-Werner Hinck teilnahmen.

Das Schutzprojekt, das die Jäger aus Oldendorf und Umgebung vor zwei Jahren gemeinsam mit der Naturschutzbehörde ins Leben gerufen haben, genießt im gesamten Landkreis einen hohen Stellenwert. Der Vorsitzende der Jägerschaft Stade, Jens Hariefeld, betonte im Rahmen des Termins die Tragweite der Bemühungen: „Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, was wir Jäger als anerkannter Naturschutzverband leisten können. Der dramatische Rückgang des Rebhuhns ist eine Herausforderung für die gesamte Region. Durch den unermüdlichen Einsatz unserer Mitglieder vor Ort schaffen wir echten, messbaren Mehrwert für die Biodiversität in unserer Kulturlandschaft.“

Hegeringleiter Karsten Wassermann stellte die konkreten Maßnahmen vor, die den Vögeln wieder eine Heimat bieten:

  • Blühflächen und Hecken: Allein im Jahr 2025 wurden rund 40 Hektar neue Blühflächen und Hecken angelegt. Sie bieten Rebhühnern wichtige Deckung.
  • Nahrung für den Nachwuchs: Die Blühflächen fördern den Insektenreichtum, auf den die Rebhuhnküken in den ersten Lebenswochen überlebenswichtig angewiesen sind.
  • Ganzjährige Fütterung: Ergänzend zu den natürlichen Strukturen stellen die Reviere das ganze Jahr über genehmigte Futterstellen bereit.

Zum ganzheitlichen Konzept gehört neben der Lebensraumverbesserung auch die konsequente Regulierung von Fressfeinden. Da Rebhühner als Bodenbrüter besonders gefährdet sind, setzen die Jäger auf ein effektives Prädatorenmanagement. Neben dem Einsatz von Betonrohrfallen zur Bejagung von Fuchs, Marderhund und Waschbär wird auch die Population der Rabenkrähen im Blick behalten. Am ersten Juli-Wochenende wurden im Hegering Oldendorf im Rahmen dieser Schutzmaßnahmen 350 Krähen erlegt.

Die enge und erfolgreiche Kooperation zwischen der Jägerschaft, Landrat Kai Seefried und Amtsleiter Dr. Uwe Andreas von der Naturschutzbehörde verdeutlicht, dass moderner Artenschutz nur durch das Zusammenwirken von Biotopgestaltung und Jagd gelingen kann. Das Projekt im Hegering Oldendorf dient hierbei als Vorbild für den gesamten Landkreis. Bei der gemeinsamen Rundfahrt wurden dann auf einem Acker tatsächlich Rebhühner entdeckt.

Dieses erfolgreiche Engagement ist dabei kein Einzelfall, denn auch in vielen anderen Teilen des Landkreises Stade setzen die Jägerinnen und Jäger bereits ähnliche, wegweisende Projekte zum Schutz des Rebhuhns um.

Julia Seefried 

Kitzrettung auf dem Schießstand in Ohrensen

Unser Areal in Ohrensen, mit allen seinen Einrichtungen und Schießständen liegt in einem dicht mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Landschaftsgebiet. Mittlerweile haben sich alle Tiere an den Lärm beim Schießbetrieb gewöhnt und gehören einfach dazu. Da keine der Wildarten abwandert, scheinen sie sich sehr wohlzufühlen und widmen sich der Nachwuchspflege.

So auch am 09.Mai 2026 als auf dem Schießstand die Kreismeisterschaften der Jägerschaft Osterholz – Scharmbeck stattfanden. Nach circa einer Stunde Schießbetrieb bemerkte eine Jägerin Bewegung am Kugelfang des laufenden Keilers. Nach Unterbrechung des Schießbetriebes und Herstellung der Sicherheit auf dem Stand begaben wir uns in die Schießbahn zur Kontrolle. Gut versteckt fanden wir ein schwarzes Bockkitz drei Meter neben dem Kugelfang völlig entspannt. Durch einen glücklichen Zufall war die erfahrene Kitzretterin Johanna Rust mit ihrer Rettungsausrüstung auf dem Stand. Es erfolgte eine professionelle Bergung und das Kitz konnte in die Nähe der rufenden Ricke gebracht werden. Am Ende waren alle glücklich, als Kitz und Ricke gemeinsam in die Büsche zogen. Übrigens sind beide heute noch am Standort und genießen die Ruhe.

Julia Seefried