Foto: Clenze

Junge Naturfreunde im Revier: Hegering Clenze bringt Jagd und Hege in die Grundschule

Wie früh kann man für die Jagd begeistern? Der Hegering Clenze der Kreusjägerschaft Lüchow-Dannenberg hat kürzlich eindrucksvoll gezeigt, wie Kinder mit Herz, Hand und Verstand an Natur, Wild und jagdliche Zusammenhänge herangeführt werden können. Im Revier Priesseck erlebten Schülerinnen und Schüler der Grundschule Gartow sowie der Astrid-Lindgren-Grundschule Clenze zwei Tage voller anschaulicher Umweltbildung, praxisnaher Einblicke in die Hegearbeit und eindrucksvoller Wildbeobachtung.

Organisiert von Pächter Harald Fricke und engagierten Jägerinnen und Jägern des Hegerings, stand das Projekt unter dem Motto: „Natur verstehen – Wild schätzen – Verantwortung lernen“. Bereits am ersten Tag zeigte eine Klasse aus Gartow großes Interesse, als es mit Becherlupen ans Gewässer ging, um Kleinstlebewesen zu entdecken. Streuobstwiesen wurden erkundet, Baumarten bestimmt – alles mit dem Ziel, den Kindern die Grundlagen eines artenreichen Lebensraums nahezubringen. Besonders beeindruckend: der Besuch eines bewohnten Dachsbaues, der für viele ein echtes Aha-Erlebnis war.

Am Folgetag öffnete sich das Revier erneut, diesmal für die 3. Klasse aus Clenze. Ein Infowagen der Jägerschaft Uelzen – ausgestattet mit präparierten Wildarten vom Marderhund bis zum Fischotter – sorgte für Staunen. Die Kinder konnten heimische Wildarten in Ruhe betrachten und bekamen dabei fachkundige Erklärungen zu Lebensweise, Gefährdung und jagdlicher Relevanz.

Ein besonderer Höhepunkt aus jagdlicher Sicht war die Vorstellung der vierläufigen Revierhelfer: Vom stämmigen Teckel bis zum erfahrenen Retriever – die Jagdhunde zeigten, was sie können. Die Kinder lernten, warum ohne Hund kein erfolgreicher Jagdtag denkbar ist: Ob bei Nachsuchen, beim Apportieren oder in der Wasserarbeit – die Hunde sind unverzichtbare Partner des Jägers.

Für einige der Gartower Schüler ging das Naturerlebnis am Abend weiter: Bei einem begleiteten Ansitz konnten sie – leise und aufmerksam – Rehwild mit Kitz, Hasen und verschiedene Vogelarten beobachten. Eine Erfahrung, die man nicht so schnell vergisst und bei der das Wild seine natürliche Scheu bewahren durfte.

„Wir wollen den Kindern zeigen, dass Jagd weit mehr ist als der Schuss – es geht um Verantwortung, Artenkenntnis und das nachhaltige Bewahren von Lebensräumen“, so Schirmherr Harald Fricke. Sein Fazit: Jagdliche Bildungsarbeit im Kindesalter schafft Verständnis und Respekt – zwei Grundlagen für eine zukunftsfähige Jagd.

Die Rückmeldungen von Schülern, Lehrkräften und Eltern waren durchweg positiv – und der Wunsch nach einer Wiederholung im nächsten Jahr ist bereits geäußert.

Andrea Jasper