Wildunfälle

Neuerdings kann man in Buchholz und im Raum Dibbersen leuchtend grelle Reh- und Hirschfiguren am Straßenrand sehen. Kunst? oder haben diese Figuren eine andere Bewandtnis ?
Vorgeschichte:
Im Jagdjahr 2023/24 kamen im Landkreis Harburg fast 1.200 Rehe im Straßenverkehr ums Leben – ein trauriger 5-Jahres-Höchstwert.
Tatsächlich wird die Zahl aufgrund einer Vielzahl ungemeldeter Unfälle sogar noch bedeutend höher sein, da viele Wildunfälle weder bei der Polizei noch beim zuständigen Jäger gemeldet werden. Diese werden nur bei zwei von drei Fällen zum Unfall gerufen. In den anderen Fällen werden die Kadaver meist morgens von Dritten gesichtet und gemeldet.
Die Ursachen für eine unterlassene Meldung können verschiedene sein, wie zum Beispiel der Zeitdruck im gewerblichen Güterverkehr, Fahren unter dem Einfluss von Rauschmitteln, oder auch als nur geringfügig eingeschätzte Kollisionen an den Fahrzeugen.
Tragisch ist dabei, dass das dabei immer verletzte Wild ohne Meldung durch den Jäger nicht nachgesucht und erlöst werden kann.
Unfallschwerpunkte sind oft Bereiche, wo veränderte Straßenführungen wie bei Kreiseln oder Zubringer zur Autobahn uralte Wildwege/Wildwechsel zuschneiden. Aber auch neue, oft umzäunte, Bau- oder Gewerbegebiete verhindern, dass das Wild, das über die Straßen anwechselt, dort wieder Deckung findet. So läuft es mehrfach über die Straßen und die Unfallgefahr für Tier und Mensch steigt. Neben den Unfallschwerpunkten gibt es auch Schwerpunktzeiten. Hierzu gehören z.B. die Brunftzeit im Hochsommer, wie auch die Wochen um die Zeitumstellungen in Frühjahr und Herbst. Aber auch die Setzzeit von April bis Juli fordert erhöhte Aufmerksamkeit, da die Folgen eines Unfalls zusätzlich noch in Hinblick auf die zurückbleibenden Kitze besonderer Beachtung bedürfen.
Neben den Verkehrsschilder „Wildwechsel“ und blauen Reflektoren an den Leitpfosten sind die Möglichkeiten begrenzt. Die Kreisjägerschaft Steinfurt-Tecklenburg gehört zu den unfallreichsten Regionen des Landes Niedersachsen. Auf Initiative der Jägerschaft wurde 2019 zusammen mit der Kreispolizeibehörde, der Unteren Jagdbehörde, der Landwirtschaft, den Straßenbaulastträgern, der Kreisverkehrswacht und dem Straßenverkehrsamt nach weiteren Mitteln geforscht. Heraus kamen dabei 2024 die Rehsis. Rehsis sind lebensgroße Schilder in einer Form, die der Silhouette eines Rehs nahekommt. Diese werden an diesen Punkten für eine kurze Zeit so aufgestellt, dass sie auf Schwerpunkte aufmerksam machen. Dieser Effekt soll so, anders als bei Verkehrschildern, immer wieder neu angeregt werden. Zu sehen sind die Rehsis ab sofort im Bereich rund um das Jagdrevier in Dibbersen. Bei Interesse gibt Klaas Hinnerk Hadenfeldt, Mitglied der Jägerschaft Landkreis Harburg e.V., gern Auskunft.
Stichwort Wildunfall: Unsere Jägerinnen und Jäger sind Tag und Nacht im Landkreis unterwegs wenn sie zu Wildunfällen gerufen werden. Oftmals muss "nur" noch das tote Wild geborgen werden. Häufig müssen die verletzten Tiere erlöst oder auch gesucht werden. Unsere große Bitte an alle Fahrzeugführer. NEHMEN SIE RÜCKSICHT AN DER UNFALLSTELLE! Drosseln Sie die Geschwindigkeit! Halten Sie Abstand! Bringen Sie die Helfer nicht in Gefahr! Wir beobachten auch hier immer wieder rücksichtsloses und gefährliches Verhalten!

Bernard Wegner

Hegering Tostedt

Doppelsieg für Joachim Schwenke

Joachim Schwenke wird Kreismeister aller Klassen und kreismeister im Kurzwaffenschiessen

Insgesamt 132 Jägerinnen und Jäger traten bei den diesjährigen Kreismeisterschaften im jagdlichen Schießen auf der Schießanlage in Garlstorf an. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und sorgte so für optimale Bedingungen. Der Ablauf verlief reibungslos.

"Kreismeister aller Klassen" wurde Joachim Schwencke aus Wistedt, der für den Hegering Tostedt antrat. Er erreichte 330 von 350 möglichen Punkten. 

"Kreismeister im Kurzwaffenschießen" wurde ebenfalls Joachim Schwencke (Hegering Tostedt) mit 188 von 200 Punkten. Mit nur 2 Punkt. weniger belegte sein Bruder Gerhard Schwencke (Hegering Tostedt) Platz zwei. Platz 3 ging dieses Jahr an Marco Wittig mit 183 Punkten.

Mannschaftskreismeister wurde Team Kader S/A II , bestehend aus den Jagdschützen Matthias Avenriep, Andreas Neumann, Jürgen Sleve, Rolf Kaltenbrunn sowie Andreas Thölking mit 1.336 Punkten.

Beste Jägerin wurde in diesem Jahr Anke Peper (Hanstedt). Sie verwies Eike Wessig und Andrea Schröder (Soltau)auf die Plätze 2 und 3.

Ein großer Dank geht an Matthias Carstens, Geschäftsführer der gemeinnützigen Schießstand Garlstorf GmbH, und dessen Team für die Vorbereitung des Wettstreits, sowie an Marco Wittig und Laurens Wozny für den reibungslosen Ablauf.

Bernard Wegner 

Hegering Hittfeld

Kitzrettung 2024

Dieses Jahr verlief die Kitzrettung auf Grund der Wetterlage unter erschwerten Bedingungen.

Unser erster Einsatz fand am 10.05.2024 bei einem Landwirt eines Milchviehbetriebes statt. Er freute sich mit uns über einige gesicherte Kitze, jedoch konnten noch sehr viele Ricken erkannt werden, die noch nicht gesetzt hatten. Leider kam nach der ersten Woche, in der die Drohen schon ca. 200ha abgeflogen hatten, eine Regenperiode. Viele Landwirte wollten mähen, das war aber durch den Regen nicht möglich. So pausierte die Kitzrettung ein paar Wochen bis sich das Wetter für ein paar Tage stabilisierte. Jetzt wollten alle Landwirte ihr Gras mähen.

Wir vom Hegering Hittfeld hatten teilweise sechs Drohnen täglich für die Kitzrettung im Einsatz. An dieser Stelle geht ein großer Dank an alle Piloten, die ihre privaten Drohen mit eingesetzt haben, ansonsten hätten wir die Einsätze für die Kitzrettung in diesem Jahr kaum schaffen können. Leider wurden auch einige Einsätze abgebrochen, da plötzlich eine Regenfront aufkam. Sobald wieder für ein paar Tage gutes Wetter angesagt wurde; wurden unsere Kitzretter spontan auf Abruf gestellt.

Erst Mitte Juli, am 13.07., erfolgte der erste Schnitt für viele Landwirte in Pferdebetrieben, rund vier Wochen nach der normalen Grasmahd. Darauf folgten dann noch Einsätze unserer Drohnen im Naturschutzgebiet Junkernfelde. Mitte Juli wurde hier noch ein ganz junges Kitz gesichert, und am 28.07. konnte das letzte Kitz dieser Saison im Hegering Hittfeld gerettet werden.

Einen großen Dank an alle Kitzretter, die nachts ab 03:00Uhr mit Freude bei der Kitzrettung dabei waren. Ebenfalls geht ein großer Dank an alle RevierinhaberInnen und Landwirte für die tolle Zusammenarbeit, sodass wir in diesem Jahr in über 40 Flugeinsätzen wieder viele Rehkitze vor dem Mähtod bewahren konnten.Vielen Dank auch an die Sponsoren unserer Drohnen und auch an unsere privaten Drohnenpiloten, ohne Euch hätten wir es in diesem Jahr nicht schaffen können!

Bettina Wilkens