Übergabe der einheitlichen Kleidung

Drohnenflug im Morgengrauen; Wildtierrettung der Jägerschaft Wolfenbüttel

Die Tage werden wärmer, die Natur erwacht. Nun ist es bald wieder so weit. Ab Mitte April beginnen die Landwirte ihre Wiesen zu mähen. Sie sind verpflichtet sicherzustellen, dass beim Mähen kein Wirbeltier zu Schaden kommt. Hierbei werden sie auf Wunsch von den Ehrenamtlichen der Wildtierrettung der Jägerschaft Wolfenbüttel unterstützt. Bei Tagesanbruch lassen diese ihre Drohnen aufsteigen und suchen mit Hilfe der Wärmebildkameras nach Wärmesignaturen im hohen Gras. Wenn sie Wildtiere wie Rehe, Hasen oder Nester von am Boden brütenden Vögeln orten, beginnt die Arbeit des „Bodenteams“. Mit Körben versehen arbeiten sich die Helfer durch das meist hüfthohe Gras bis zu der lokalisierten Stelle. Handelt es sich bei den Wärmesignaturen um noch nicht mobile Jungtiere wie Rehkitze oder Junghasen, setzen sie diese in die Körbe und stellen diese am Rand der Wiese ab. Diese Jungtiere würden bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich eng auf den Boden ducken und reglos liegen bleiben. Somit sind sie für den Fahrer der Mähmaschine im dichten Gras nicht zu sehen und würden vom Mähwerk erfasst werden. Nach der Mahd werden sie an einem sicheren Platz in der Nähe freigelassen, wo sie von ihren Elterntieren gefunden werden. 

Die ehrenamtlichen Wildtierretter tragen beim Kontakt Handschuhe und heben die Jungtiere nur mit einem dicken Polster aus Gras an, damit kein fremder Geruch an den Jungtieren haftet. Anderenfalls könnte es passieren, dass die Elterntiere ihre Jungen nicht mehr annehmen und diese verhungern. Die Jägerschaft Wolfenbüttel bittet daher alle Hundehalter, ihre Hunde insbesondere während der Brut- Setz- und Aufzuchtzeit vom 01. April bis 15. Juli an der Leine zu führen und sie nicht abseits von ausgewiesenen Wegen laufen zu lassen. Wenn sie bei einem Spaziergang ein Jungtier sehen sollten, halten Sie bitte Abstand und fassen sie dieses niemals an. Die Elterntiere kommen alle paar Stunden zum Säugen zurück. Sie sind in der Nähe, auch wenn sie sie nicht sehen. Nur in den seltensten Fällen ist das junge Wildtier tatsächlich verwaist. 

Die Wildtierrettung der Jägerschaft Wolfenbüttel bedankt sich bei allen Unternehmen, die sie finanziell unterstützt haben. Für die Sichtbarkeit und Erkennbarkeit der Ehrenamtlichen sorgte die Curt Mast Jägermeister Stiftung. Sie sponsorte für jeden Helfer einheitliche Bekleidung in Form eines Polo-Shirts, einer Weste und einer Jacke in Signalfarbe mit dem Logo der Wildtierrettung. Die Stiftung Zukunftsfonds Asse machte die Beschaffung von benötigten Drohnen möglich. Eine überraschende finanzielle Zuwendung erfolgte seitens der Stadt Wolfenbüttel. Diese stellte die bei Veranstaltungen sowie beim Ticketverkauf durch das Serviceteam des Lessingtheaters und der Mitarbeiterinnen der Theaterkasse gesammelten Trinkgelder und Spenden der Wildtierrettung für ihre Arbeit zur Verfügung. All diese Mittel kommen einzig der Wildtierrettung zugute.

Sofern Sie als Landwirt oder Jagdpächter die Unterstützung der Jägerschaft Wolfenbüttel im Rahmen der Wildtierrettung in Anspruch nehmen möchten, steht Ihnen der Obmann für Wildtierrettung der Jägerschaft Wolfenbüttel, Dirk Sticherling unter der Telefonnummer 0151-70 54 58 32 gerne als Ansprechpartner und Koordinator zur Verfügung.

Sabrina Schmidt