Wolf: Abgeschlossenes Monitoringjahr
Wolfsmonitoring: Vorläufige Ergebnisse für 2023/24
Am 30. April 2024 endete nach den offiziellen Monitoring-Richtlinien das Monitoringjahr 2023/2024 für den Wolf (1. Mai 2023 – 30. April 2024). Damit endete auch die 13. Erfassungsperiode im Wolfsmonitoring der Landesjägerschaft Niedersachsen, die seit Ende des Jahres 2011 vom Land Niedersachsen mit dem Wolfsmonitoring beauftragt ist. Erstmals wurde mit 10.249 eingegangenen und bearbeiteten Meldungen die 10.000er- Marke überschritten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (8.957 Meldungen) bedeutet dies eine Steigerung um etwa 1.300 Meldungen. Obwohl einige Fotofallen noch ausgewertet werden müssen und weiterhin Meldungen eingehen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, ein vorläufiges Fazit zu ziehen: Bereits jetzt zeigt sich, dass auch das vergangene Monitoringjahr wieder sehr leistungsfähig war: Von den im Vorjahr bestätigten 39 Wolfsrudeln, konnte bis auf drei Territorien wieder Reproduktion oder die Anwesenheit von mehr als zwei Wölfen nachgewiesen werden, wodurch der Status dieser Rudel bestätigt wurde.
Zusätzlich wurden neue Rudel mit entsprechenden Nachweisen belegt, wodurch sich die Gesamtzahl von 39 im vorangegangenen Monitoringjahr auf 49 im abgeschlossenen Monitoringjahr 2023/2024 erhöhte – ein Anstieg von 25,64 %. Dabei wurde eine Reproduk- tion von mindestens 64 Welpen erfasst. Die Anzahl bestätigter Wolfspaare ist hingegen stark zurückgegangen und sank von 14 auf 3. Es ist jedoch zu erwarten, dass diese Zahl noch steigen wird, da neue Nachweise von Wolfsrudeln im aktuellen Monitoringjahr 2024/2025 eine rückwirkende Einstufung als Paare im vergangenen Monitoringjahr zur Folge hätten.
Die Anzahl residenter Einzelwölfe lag bei vier, was zu einer vorläufigen Gesamtterritorienzahl von 56 führt. Diese Werte sind nicht nur vorläufig, sondern auch als Mindestwerte zu betrachten – Territorien, die möglicherweise existieren, aber nicht durch entsprechende Nachweise belegt werden können, finden keinen Einzug in die offizielle Statistik, bzw. werden als „Status unklar“ geführt.
Konstant hoch – und damit ein entscheidender Faktor für die hervorragende Datenlage – ist nach wie vor die Beteiligung der Jäger im Monitoring: 65,45 % aller Meldungen stammen von Jagdscheininhabern, bei den C1-Nachweisen sind es sogar 88,01 %.
Fotofallenaufnahmen stellten mit 54,13 % den wichtigsten Meldungstyp dar, gefolgt von Sichtungen (17,71 %) und Losungsfunden (16,30 %). Wildtierrisse machten 4,60 % und Nutztierrisse 3,25 % der Meldungen aus. Die restlichen 4,01 % setzten sich aus Fährten, Haaren, Heulen, Höhlen, Lebendfängen, Sonstigen, Totfunden und Urin/Oestrusblut zusammen.
Die meisten Wolfsmeldungen wurden als C3-unbestätigte Hinweise eingestuft (46,94 %), während 43,04 % der Fälle als C1-Nachweis bewertet wurden. Die Kategorie C2-bestätigter Hinweis war mit 2,16 % vertreten, und Falschmel- dungen machten lediglich 1,30 % aus. Bei 1,60 % der Meldungen war keine Bewertung möglich, und 4,97 % der Meldungen sind noch nicht abschließend ausgewertet, sodass die Bewertung noch offen ist. Es handelt sich bei den hier genannten Zahlen für das Monitoringjahr 2023/2024 ausdrücklich um vorläufige
Ergebnisse: Die letzten Jahre haben gezeigt, dass anhand neuer Erkenntnisse im folgenden Monitoringjahr (abschließende Untersuchung verbleibender Genetikproben aus dem abgeschlos- senen Monitoringjahr sowie Nachweis neuer Rudel und die damit rückwirkend verbundene Paarbildung) nachträgliche, rückwirkende Anpassungen an der Territorienzahl, sowie an den Statuszuordnungen erforderlich sein werden.
Wolf gesehen, Spur gefunden? – Bitte melden!
Um auch zukünftig eine möglichst realistische Darstellung der Bestandsgröße und - verbreitung der Wölfe in Niedersachsen gewährleisten zu können, ist eine flächendeckende Erfassung unerlässlich. Insbesondere Fotofallenaufnahmen sowie genetische Nachweise durch Losungsfunde und Wildtierrisse sind entscheidend, um den territorialen Status und die Abgrenzung ortsansässiger Wolfsvorkommen zu klären.
Wolfsmeldungen können bequem über unsere Smartphone-App „Wolfsmeldungen Niedersachsen“ oder unsere Webseite www.wolfsmonitoring.com eingereicht werden. Für die genetische Beprobung von frischen Losungsfunden und Wildtierrissen stehen die regional zuständigen Wolfsberater zur Verfügung – die Kontaktdaten finden Sie auf unserer Internetseite.
Kontaktinformationen
Für weitere Informationen zum Monitoring wenden Sie sich gerne an Raoul Reding (Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.)
- Telefon: 0511 53043-18
- Mobil/WhatsApp: 0151 72310392
- E-Mail: wolf@ljn.de
Die Liste der ehrenamtlichen Wolfsberater und weitere Informationen zum niedersächsischen Wolfsmonitoring sind erhältlich auf www.wolfsmonitoring.com
Raoul Reding
Geboren am 29. September 1988 in Luxemburg. Fachabitur in Forstwirtschaft, Natur und Umwelt in Luxemburg. Von 2009 bis 2012 Studium Waldwirtschaft und Umwelt an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau. Von 2012 bis 2015 Masterstudium Wildtierökologie und Wildtiermanagement in Wien. 2016 befristete Stelle bei der luxemburgischen Naturverwaltung - Erstellung von Wolfsmanagementplan für das Großherzogtum. Seit dem 1. September 2016 Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.