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Info Sie haben ebenfalls Tipps und Tricks zur Trophäenaufbereitung und wollen das auch andere Interessierte daran teilhaben, dann schicken Sie uns Ihre Vorschläge und wir betten diese in die digitale Ausgabe ein. Nutzen sie einfach die Kommentarfunktion zum Artikel.
Checkliste Trophäenaufbereitung
→ Abschlagvorrichtung mit Knochensäge (elektrische Säbelsäge)
→ Messer mit starrer Klinge und feiner Klinge
→ Arterienklemme oder feine Zange
→ Schnittschutzhandschuh
→ Einweghandschuhe
→ Kochplatte
→ Kochtopf
→ Kärcher
→ Bleichmittel
→ Schutzbrille
→ Trophäenbrett
1. Haupt vom Rehbock abschärfen: In Höhe des Atlaswirbels die Decke und Muskulatur rundherum durchtrennen. Mit einem starren Messer den Wirbel abtrennen und durch Drehen des Hauptes dieses lösen.
2. Die Decke vom Haupt entfernen. Dazu ebenfalls mit einem starren Messer vom Hinterhauptbein in Richtung Nasenpartie und Gehörn schärfen. Die Decke unter den Rosen mit einer schmalen Klinge lösen. Anschließend Wildbret und Gewebe vom Schädel abschärfen. Die Lichter mit einer schmalen, scharfen Klinge auslösen.
3. Den Schädel nun straff in die Abschlagvorrichtung einklemmen. Den gewünschten Winkel in der Vorrichtung einstellen. Bspw. mit einer elektrischen Säbelsäge und einem feinen Holzsägeblatt den Hinterteil vom Haupt abschlagen. Nun erneut mit Messer und Arterienklemme Hirn und Nasenscheidewände entfernen.
4. Wasser in einem ausreichend großen Topf zum Kochen bringen. Idealerweise an der frischen Luft. Den Schädel hineingeben und etwa 25 bis 30 Minuten kochen. Tipp: Die Knochenhaut mit einem Messer einschneiden. Wenn sich diese nach außen wölbt, kann es zum nächsten Arbeitsschritt übergehen.
5. Mit einem Kärcher übriges Wildbret, Fett und Häute vom Schädel entfernen, ggf. mit einem Messer nacharbeiten. Anschließend für weitere drei Minuten in das kochende Wasser geben, dann an der frischen Luft vollständig trocknen lassen (etwa einen halben Tag).
6. Mit einem Bandschleifer (Körnung ab 100) die Rückseite des Schädels planschleifen, so dass dieser gerad auf ein Brett aufgesetzt werden kann.
7. Trophäe bleichen (Hände und Augen schützen – geeignete Arbeitsfläche wählen):
→ Mit Wasserstoffperoxid (mindestens 12% Lösung): Küchenpapier in Streifen schneiden und um den gesamten Schädel wickeln (das Gehörn aussparen). Dabei immer wieder mit einem Pinsel die Lösung auf das Papier auftragen. Wenn alles bedeckt und reichlich benetzt ist, für 12 Stunden einwirken lassen. Anschließend das Papier entfernen, mit warmem Wasser abspülen und die Trophäe an der frischen Luft für einen halben Tag abtrocknen lassen.
→ Mit Bleichmittel aus dem Supermarkt (bspw. Klorix): Ein geeignetes, festes Gefäß wählen. Den Schädel hineinlegen und zu 2/3 mit Klorix befüllen, den restlichen Drittel bis zum Ansatz der Rosen mit kochendem Wasser auffüllen. Für etwa fünf Stunden einwirken lassen. Anschließend mit warmem Wasser abspülen und die Trophäe an der frischen Luft für einen halben Tag abtrocknen lassen.
Von der Erlegung bis zum fertigen PräparatTrophäen selbst aufbereiten
Jagderlebnisse lassen sich vielfältig festhalten. Immer häufiger sicherlich auf dem Smartphone, gespeichert als Foto oder Video im Ordner „Jagd“. Ebenso ist und bleibt die aufbereitete Trophäe nicht nur der alte Knochen an der Wand. Neben der Erinnerung an eine spannende Pirsch oder das gemeinschaftliche Erlebnis, sind Trophäen stets ein Spiegelbild des Ökosystems – insbesondere beim Rehwild gibt die Gesamtheit der Trophäen einen Verweis auf den Zustand und die Entwicklung des Reviers. Verändern sich Nahrungsangebot, Einstand oder das Geschlechterverhältnis rapide, so wird dies auch in der Entwicklung des Gehörns des Rehbocks Ausdruck finden.
Kommen auffällig viele abnorme Böcke in einem Revier vor, so hat auch dies freilich eine Ursache. Dies kann hormonell- oder witterungsbedingt sein sowie durch Verletzungen während der Geweihbildung hervorgerufen werden. Genau solch einen Abnormen haben wir im Video mit Hilfe von Revierjäger Finn Loske präpariert. Am Jägerlehrhof Jagdschloss Springe leitet der 24jährige u.a. die Seminare zur Trophäenaufbereitung.