Foto: Kapuhs

Schießstand Aschenhütte - Neues Gebäude für neue Aufgaben

Jägerschaft Osterode am Harz stellt sich mit neuem Gebäude modern und zukunftsorientiert auf 

Anfang September 2023 begann der Bau des 48qm großen Gebäudes auf dem Areal des Schießstandes Aschenhütte in der Gemeinde Hörden. Ziel ist es, einen modernen Ort für die Aus- und Weiterbildung zu schaffen. Die Vorbereitungskurse für die Jungjägerausbildung finden hier künftig ebenso statt wie die Fortbildungsveranstaltungen für die Mitglieder der Jägerschaften Duderstadt und Osterode. Multifunktional aufgestellt verfügt die Räumlichkeit zudem über eine mobile Laserschießanlage. Das  jagdliche Schießen soll künftig nicht nur in den altbekannten Bahnen stattfinden, sondern zusätzlich kann virtuell trainiert werden. Weiterhin ist der Schießstand Aschenhütte Treffpunkt für die Jägerinnen und Jäger der beiden Jägerschaften Duderstadt und Osterode für die Fort- und Weiterbingsveranstaltungen.

Ende Juni wurde der Neubau in Anwesenheit von zahlreichen Gästen feierlich eingeweiht. Frank Uhlenhaut, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe der „LEADER Region Osterode am Harz“, überreichte Dr. Karl Schumann, Vorsitzender der Jägerschaft Osterode am Harz, einen Fördermittel-Scheck in Höhe von 75.000€. Zusätzlich zum LEADER Programm unterstützten das Land Niedersachsen, der Landkreis Göttingen und die beiden Gemeinden Elbingerode und Hörden das Bauprojekt mit weiteren Fördermitteln. Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft, betonte wie wichtig moderne Schießstände für uns Jägerinnen und Jägern seien: „Nur ein guter Schütze wird auch ein guter Jäger – die Ausbildung an modernen Schießständen ist dafür elementar.“

Neben dem Neubau inklusive überdachtem Vorbau verfügt der Schießstand über einen 2017 neu gebauten Laufenden Keiler, vier 100m Bahnen und einen Kleinkaliberstand. 2020 wurden zudem das Schützenhaus renoviert sowie eine neue Toilettenanlage gebaut. Damit erfüllt die Jägerschaft Osterode am Harz die Anforderungen, die heute an eine zeitgemäße Aus- und Weiterbildungsstätte gestellt werden und ist zukunftsorientiert aufgestellt.


Sebastian Kapuhs

Anschuss-Seminar vom Hegering Bad Grund

„Was muss ich vor und nach der Schussabgabe bedenken?“, „Was gilt es, bei den Pirschzeichen zu beachten?“, „Ab wann weiß ich, dass ich mit meinem eigenen Jagdhund nicht weiterkomme und einen Schweißhundführer zur Hilfe holen muss?“ – Fragen, die sich jede Jägerin und Jäger im Laufe seines Jagdlebens stellt.

Um Licht ins Dunkle zu bringen, organisierte der Hegering Bad Grund für alle Interessierten am Samstag, den 25. Mai, ein Anschuss-Seminar.

Eingeladen war der Experte Julian Syldatk, bestätigter Nachsuchenführer und Revierförster aus dem benachbarten Forstamt Seesen, der die Teilnehmenden durch einen Anschuss-Parkour mit 15 Stationen führte. Bevor die Erkundungstour begann, machte Julian Syldatk darauf aufmerksam, wie entscheidend das eigene Verhalten vor, während und nach der Schussabgabe ist und wie sehr dieses den Erfolg der ggf. produzierten Nachsuche beeinflussen kann. Er rief noch einmal in Erinnerung, dass neben dem richtigen Ansprechen, der Einschätzung der

Schussentfernung, der Beurteilung des Kugelfangs es auch entscheidend ist, sich

Geländemerkmale und -verhältnisse, sowie den Stand des Stückes (breit/halbspitz) in Erinnerung zu rufen. Auch während der Schussabgabe ist bereits auf besondere Vorkommnisse zu achten, z.B. ob das Stück sich bei der Schussabgabe bewegte, zeichnete, sofort flüchtete oder klagte. Nach der Schussabgabe heißt es, die Rolle des Beobachters einzunehmen, um hinterher

den Anschuss lokalisieren zu können. Folgende Fragen sollten dabei stets präsent sein: Wie zeichnete das Stück? In welche Richtung ist es geflüchtet? Ist etwas zu hören? Erst nach Beantwortung jener Fragen ist der Anschuss mit äußerster Vorsicht aufzusuchen. Mit der Metapher „Jeder Anschuss ist ein Tatort!“ näherten sich die Teilnehmer den 15 Stationen, die jeweils einen Anschuss und Pirschzeichen darstellten, die es zu finden und deuten galt. Die Teilnehmer erhielten die Möglichkeit, dass gelernte Wissen direkt anzuwenden, indem sie die unterschiedlichsten Pirschzeichen, wie z.B. Knochensplitter, unterschiedliche Schweißarten u.a. auch durch Fühlen, Riechen und Schmecken erkennen mussten. Der erfahrene Schwei.hundführer gab dabei seine Erfahrungswerte weiter, zeigte den Teilnehmern u.a. worauf beim Schweiß zu achten ist (Färbung, Konsistenz, Geruch), welche Rückschlüsse aufgrund unterschiedlicher Knochensplitter, vorzufindende Insektenarten im Bereich des Anschusses gezogen werden können und was der Unterschied zwischen Schnittund Risshaar ist. Ergänzt durch die Erfahrungsberichte der über viele Jahre durchgeführten Nachsuchen, erhielten die Teilnehmer einen detaillierten Einblick darüber, wie unterschiedliche Wildarten nach Schussabgabe reagieren und wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen und Fähigkeiten zu kennen: Ohne Hund sollte die eigene Nachsuche spätestens nach rund 150 m abgebrochen werden, um ggf. einen „Profi“ hinzuziehen.

Ein heftiger Regenschauer konnte den Teilnehmern zudem vor Auge führen, wie unablässig es ist, einerseits den Anschuss deutlich, witterungsresistent und dauerhaft zu markieren, andererseits Pirschzeichen, wie Zähne, Knochen, Borsten und Feist, etc. für die anstehende Nachsuche sicherzustellen.

Zum Abschluss fand für alle Teilnehmer ein gemeinsames Grillen statt, um das Seminar in Ruhe ausklingen zu lassen, sich untereinander auszutauschen und noch offene Fragen klären zu können.

Jessica Rapmund