Jägerschaft Münden e.V.

Waffenrecht, Wolf und Nutria - Jahreshauptversammlung 

Das Bläsercops der Jägerschaft Münden und die Brackenberger Bläser des Hegerings Brackenberg eröffneten in althergebrachter Form die Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Münden im Saal des Landwehrhagener Gasthauses „Zum König von Hannover“. Vorsitzender Dieter Buhse begrüßte neben den Mitgliedern, den Vorstandsmitgliedern und den Obleuten einige Ehrengäste. Dazu gehörten der Landtagsabgeordnete Gerd Hujahn, Marlies Dornieden (Kreisrätin beim Landkreis Göttingen), Mündens Bürgermeister Tobias Dannenberg, Dr. Dieter Hildebrand (Vorsitzender der Jägerschaft Göttingen), Detlef Buhr (Schriftführer der Jägerschaft Göttingen), Karsten Schneemann (Vorsitzender der Jägerschaft Duderstadt) und Dr. Dieter van der Sant von der Gothaer Versicherung, der einen Vortrag zum Thema „Risiken auf der Jagd neu bewerten“, hielt.

„Im Jagdbereich ist auf Landesebene nicht viel passiert“, stellte Gerd Hujahn in seinem Grußwort fest. „Die Diskussionen im Bereich Jagdrecht werden bleiben“. Mit Erstaunen habe er den Entwurf des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, eine Einschränkung der ganzjährigen Jagdzeit auf Nutria vorzusehen, vernommen. Demnach sollen auch die Nutrias künftig in die Schonzeit zwischen dem 1. April und 15. Juli mit einbezogen werden. Mit Blick auf den Küsten- und Hochwasserschutz sehe er die Bejagung als notwendig. Das Thema der Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht schnitt er an. Da sei es schwierig mit der EU, in der Wölfe zur streng geschützten Tierart zählen, auf einen Nenner zu kommen. 

Auch Marlies Dornieden sprach die Bekämpfung der Nutria an und erklärte, dass deren Bekämpfung ein Thema bleibe. Um die Wolfspopulation festzustellen arbeitet der Landkreis Göttingen mit dem Land Niedersachsen an einem Wolfsmonitoring. „Hier bei uns ist nicht das Gebiet, wo sich Wölfe langfristig aufhalten“, machte sie deutlich. Sie berichtete, dass waffenrechtlich nicht mehr Hann. Münden, sondern Göttingen zuständig sei. Der Grund sei Waffen- und Jagdbehörde in eine Hand zu geben. Zuletzt nannte Marlies Dornieden noch die Summe von 10000 Euro, die jährlich an die vier Jägerschaften (Göttingen, Duderstadt, Münden und Osteriode) des Landkreises mit je 2500 Euro, zur Unterstützung der Arbeit und Aufgaben verteilt wurden. Zusätzlich sollen nochmal 3000 Euro unter den vier Jägerschaften verteilt werden.

„Ich bin überwältigt, dass an einem Samstagnachmittag so viele Mitglieder zu einer Jahreshauptversammlung kommen“, sagte Tobias Dannenberg mit Blick in den vollen Saal. Er sehe die ehrenamtliche Arbeit der Jäger in der Hege, Pflege und Wildtierpflege als einen unschätzbaren Wert. Er bescheinigte der Jägerschaft einen starken Zusammenhalt.

Dr. Dieter Hildebrand, außerdem noch stellvertretender Kreisjägermeister für den Bereich Göttingen, sprach das Thema Waffenrecht an. Die Jägerschaften würden dazu regelmäßige Gespräche mit Marlies Dornieden und Gerd Hujahn führen. Er stellte aber fest, dass ein großer Unterschied darin liegt, was die Behörden vorschlagen und das Ministerium daraus macht. 

Nach den ausführlichen Grußworten dankte Dieter Buhse den Vorstandsmitgliedern und den Obleuten für ihre geleistete Arbeit. Ein dickes Dankeschön ging an Stefanie Goldmann, die den erfolgreichen Jägerball im Herbst vergangenen Jahres, organisiert hat. Er wies noch auf die Hegeschau am Samstag, 6. April hin und hatte dann noch eine Überraschung für den Vorstand, den erweiterten Vorstand und die Obleute parat. Als Dank für die geleisteten ehrenamtlichen Stunden bekam jeder ein Wappen der Jägerschaft. 

Axel Kaufmann (2. Vorsitzender), Dirk Gössel (Schatzmeister, Geschäftsführer), Stefanie Goldmann (Schriftführerin und neue Medien), Cornelia Jahns (Hundewesen), Thomas Hartmann (Naturschutz), Andreas Werner (Schießwesen), Melanie Schmidt (Bläsercoprs), Stefani Offik (Öffentlichkeitsarbeit), Martin Kalz (Jungjäger, Schießstandleitung), Vanessa Meyer (Wildtiererfassung), Axel Eichendorff (Jägermeister), Roland Krybus (Drohnen), Hans-Dieter Köhler (Hegering Brackenberg), Jürgen Meyer (Hegering Hoher Hagen), Dieter Buhse (Hegering Kaufungerwald).

Ehrungen der Jägerschaft Münden

25 Jahre: Uwe Böttger, Karl-Wilhelm Kramer, Bastian Müller, Wolfgang Silber.

40 Jahre: Detlef Barth, Bernhard Fischer, Wilfried Gorgs, Dietrich Gräfer und Jürgen Meyer

50 Jahre: Siegfried Welzel, Johannes Zenzen, Werner Scharfenstein

60 Jahre: Axel Eichendorff

70 Jahre: August Natermann

Bronze-Abzeichen der Landesjägerschaft Niedersachsen: Annika Fuchs (Ausbilderin im Team Hundeausbildung), Melanie Schmidt (Obfrau Bläsercorbs).

Landesjägerschaft Niedersachsen Naturpflegeabzeichen: Marie-Luise Behnisch (Fallenjagd für die Stadt Münden)

Ehrenplakette in Bronze: Dirk Gössel (langjährige Dienste als Geschäftsführer und Schatzmeister der Jägerschaft Münden). 

Foto: Ehrungen für langjährige Mitglieder standen zur Jahreshauptversammlung an - Sie alle bekamen das Wappen der Jägerschaft. 

Petra Siebert 

Hegegemmeinschaft Kaufunger Wald

Auszeichnung „Goldenes Rebhuhn“

Eine ganz besondere Auszeichnung, nämlich das „Goldene Rebhuhn“, ging an den Landwirt Daniel Will. Ihm wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Hegegemeinschaft Kaufunger Wald der Jägerschaft Münden diese Auszeichnung zuteil. „Das Goldene Rebhuhn wurde lange Zeit nicht verliehen“, machte Dieter Buhse, Hegeringleiter und Jagdpächter für die Gemarkung Lutterberg, deutlich. Diese Ehrung erhalten Nichtjäger, die sich in besonderer Weise um den Erhalt der Natur in einer Gemarkung verdient gemacht haben. „Pro Revier kann nur ein Goldenes Rebhuhn je Kalenderjahr verliehen werden“, betonte Buhse. So eine Verleihung müsse von einem Jagdausübungsberechtigten oder vom Hegeringleiter für ein bestimmtes Jagdrevier bei der Landesjägerschaft Niedersachsen beantragt und begründet werden. 

Daniel Will hat im Bereich Grünstreifenprogramm Blüh- und Schonstreifen auf seinen Flächen geschaffen. Auch hat er sich beim Drohneneinsatz mit Kitzrettung engagiert. So wurden viele Kitze vor dem Mähen der Wiesen gerettet. „Außerdem ist die Zusammenarbeit der Hegegemeinschaft und der Jägerschaft mit Daniel Will hervorragend“, so Buhse.

Doch wie sich die Drohneneinsätze zur Kitzrettung in Zukunft entwickeln, konnte der Hegeringleister nicht sagen. Denn nach seiner Darstellung sehe die EU Drohnenverordung vor, diese Flugkörper nur einsetzen zu dürfen, wenn diese 150 Meter entfernt von Ortschaften, Industriegebieten, Straßen, Schienen und Autobahnen fliegen würden. Neu angeschaffte Drohnen würden diesen Auflagen nicht unterliegen. Man habe voriges Jahr Drohnen mit Fördermitteln des Wirtschaftsministeriums angeschafft. „Das heißt, die von uns angeschafften Drohnen müssen den Abstand halten und können nicht mehr eingesetzt werden“, erklärte Dieter Buhse. Die Flächen der Hegegemeinschaft seien alle weniger als 150 Meter von den genannten Objekten entfernt. Eine Umzertifizierung lehne der Hersteller aber ab. Durch die Förderung des Wirtschaftsministeriums könne man die Drohnen aber nicht verkaufen, müsse sie fünf Jahre fliegen. Buhse zeigte kein Verständnis dafür, dass dabei der Tierschutz auf der Strecke bleibt.

Bild: Hegeringleiter Dieter Buhse (dritter von rechts) verleiht Daniel Will (dritter von links) das Goldene Rebhuhn mit Urkunde. Mit dabei vom Vorstand Schatzmeister Dirk Gössel (links), Schriftführer Manuel Kraft (zweiter von links), Beisitzer Christian Haldorn (zweiter von rechts) und stellvertretender Vorsitzender Wilken Hartwig (rechts).

Petra Siebert 

Bayer erlegte Hirsch mit 20 Ender-Geweih im Kaufunger Wald

Ein fast sieben Kilogramm schweres, 20-Ender Hirschgeweih, von einem zehn Jahre alten Hirsch, mit einem Körpergewicht von 135 Kilogramm, erlegt im Revier der Forstgenossenschaft Benterode, zog bei der jüngsten Hegeschau des Jagdjahres 23/24 der Jägerschaft Münden die Blicke an. Sebastian Bernhard aus dem bayerischen Chiemgau hatte diesen Hirsch im Herbst vorigen Jahres erlegt. Er kommt seit Jahrzehnten auf Einladung einer befreundeten Familie zum Jagen in das Revier.

Am Samstagvormittag war die jährliche Hegeschau im Landwehrhäger Gasthaus „König von Hannover“ bis zum Versammlungsbeginn öffentlich zugänglich. Nicht nur Jäger, sondern auch Besucher staunten über die stärkste Trophäe der Schau. „Es kommen zu den Hegeschauen auch Interessierte, die nichts mit der Jagd zu tun haben, aber Interesse an den Aufgaben der Jägerschaft zeigen“; sagte der Vorsitzende Dieter Buhse. „Wir machen auch immer wieder deutlich, dass wir hier keinen Trophäenwettbewerb haben, sondern wir kontrollieren mit der Bewertung der Geweihe, Gehörne und Gebisse den Zustand des Wildbestandes in den Revieren der Jägerschaft Münden und geben die Abschusszahlen bekannt“, so Buhse. 

Die Bewertung haben fachkundige Jäger vorgenommen. Für das Reh- und Schwarzwild ist Uwe Beyer zuständig. Das Rotwild bewertet Axel Eichendorff, stellvertretender Kreisjägermeister und für den Bereich Hann. Münden, zuständig. Außerdem gibt er zur jährlichen Hegeschau die Abschusszahlen in einem Streckenbericht bekannt.

Für die Jungjäger, die sich zurzeit noch in der Ausbildung befinden, war es eine gute Gelegenheit, einiges darüber zu erfahren, was Geweih, Gehörn und Gebiss über das Alter und den Zustand des Wildes aussagen und wie man so Rückschlüsse auf das Leben der einzelnen Tiere ziehen kann. Die Ausbilder Hartmut Gundlach und Thorsten Lahme führten den Jägernachwuchs in lebendiger Weise durch die Ausstellung. Sie wiesen zusätzlich darauf hin, dass man vor dem Abdrücken des finalen Schuss sicher sein sollte, das Tier optimal zu treffen, denn ein Tier soll nicht leiden müssen. Respekt vor Tier und Natur sollten stets oben anstehen.

Die Jagdhornbläser der Jägerschaft Münden bliesen zu Beginn der Versammlung zu den einzelnen Gruppen die entsprechenden Jagdsignale. 

Der Streckenbericht:

Den größten Anteil machte das Rehwild mit 1.701 erlegten Tieren aus. Beim Schwarzwild waren es 1.368 Tiere. 144 betrug das Ergebnis beim Rotwild. 

Foto: Sebastian Bernhard (rechts) und Dieter Buhse vor dem beeindruckenden Geweih des Hirsches, den Bernhard erlegt hat.

Petra Siebert

Hegegemeinschaft Kaufunger Wald

Goldenes Rebhuhn für Tier- und Naturschutz

Eine ganz besondere Auszeichnung, nämlich das „Goldene Rebhuhn“, ging an den Landwirt Daniel Will. Ihm wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Hegegemeinschaft Kaufunger Wald der Jägerschaft Münden Anfang März, diese Auszeichnung zuteil. „Das Goldene Rebhuhn wurde lange Zeit nicht verliehen“, machte Dieter Buhse, Hegeringleiter und Jagdpächter für die Gemarkung Lutterberg, deutlich. Diese Ehrung erhalten Nichtjäger, die sich in besonderer Weise um den Erhalt der Natur in einer Gemarkung verdient gemacht haben. „Pro Revier kann nur ein Goldenes Rebhuhn je Kalenderjahr verliehen werden“, betonte Buhse. So eine Verleihung müsse von einem Jagdausübungsberechtigten oder vom Hegeringleiter für ein bestimmtes Jagdrevier bei der Landesjägerschaft Niedersachsen beantragt und begründet werden. 

Daniel Will hat im Bereich Grünstreifenprogramm Blüh- und Schonstreifen auf seinen Flächen geschaffen. Auch hat er sich beim Drohneneinsatz mit Kitzrettung engagiert. So wurden viele Kitze vor dem Mähen der Wiesen gerettet. „Außerdem ist die Zusammenarbeit der Hegegemeinschaft und der Jägerschaft mit Daniel Will hervorragend“, so Buhse.

Foto: Hegeringleiter Dieter Buhse (dritter von rechts) verleiht Daniel Will (dritter von links) das Goldene Rebhuhn mit Urkunde. Mit dabei vom Vorstand Schatzmeister Dirk Gössel (links), Schriftführer Manuel Kraft (zweiter von links), Beisitzer Christian Haldorn (zweiter von rechts) und stellvertretender Vorsitzender Wilken Hartwig (rechts)

Petra Siebert