Jägerschaft des Landkreises Stade e.V.
Luchs und Uhu für Stade
Zum diesjährigen Kreisjägertag am 16. März hat die Jägerschaft des Landkreises Stade e.V. für ihr Lernort Natur Mobil zwei Präparate streng geschützter Tierarten erhalten. Einmal einen Luchs von der Nationalparkverwaltung Harz und einen Uhu vom Naturschutzamt des Landkreises Stade. Wie bei streng geschützten Arten obligatorisch, sind für die Präparation der auf natürliche Art eingegangenen Tiere vielfältige Formalitäten zu beachten. Solche „ausgestopften“ Tiere dürfen nur für pädagogische Zwecke von anerkannten Naturschutzverbänden eingesetzt werden. Die Jägerschaft freut sich, dass durch die Übergabe der Präparate die langjährige und erfolgreiche Lernort Natur Initiative der Jägerschaft des Landkreises anerkannt wird. Die naturgetreue Präparation des Nationalpark-Luchses wurde durch eine Spende der Kreissparkasse Stade ermöglicht. Der wunderschöne Uhu wurde aus kleineren Privatspenden finanziert. Sowohl der Luchs als auch der Uhu werden auf dem Kreisjägertag in der Festhalle Harsefeld am 16. März 2024 zu sehen sein. Es lohnt sich also vorbeizukommen. Diese attraktiven, natürlich wirkenden Präparate werden zukünftig bei Lernort Natur Veranstaltungen zusammen mit vielen anderen heimischen Tierarten zu sehen sein.
Der Projektkoordinator für das Luchsprojekt Harz Ole Anders, der Präparator Martin Baum sowie der Bezirksvorsitzende der Jägerschaft Braunschweig Hans Hesse waren eigens angereist, um den Luchs persönlich an den Vorstand der Jägerschaft im Landkreis Stade e.V. sowie den Obmann für den Lernort Natur Dr. Peter Schneider zu übergeben. Der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen und DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke, mit dessen Unterstützung die Vermittlung des Luchses erfolgt war, wohnte der Übergabe ebenso bei wie der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Stade Matthias Lühmann. Die Jägerschaft im Landkreis Stade e.V. bedankte sich bei der Kreissparkasse für die Finanzierung der Präparation und bei den Vertretern aus dem Harz für die Organisation des besonderen Luchs-Präparates. Bei dem weiblichen Luchs (Katze) handelt es sich um eine „waschechte Harzerin“, welche im Harz geboren wurde und nicht zu den ausgewilderten Luchsen gehört. Aufgrund von Altersschwäche musste die Katze im vergangenen Jahr eingeschläfert werden.
Hintergrundinformationen:
Luchs:
- Der Luchs wurde im Jahr 2000 folgende im Harz ausgewildert.
- Die Landesjägerschaft Niedersachsen war an der Auswilderung beteiligt.
- Der Luchs unterliegt dem Deutschen Jagdrecht mit ganzjähriger Schonung.
- Die Wiederansiedlung war erfolgreich.
- Es gibt ca. 100 Individuen im Harz, in ganz Deutschland ca. 200.
- Der Luchs ist Einzelgänger.
Uhu:
- Der Uhu unterliegt wie alle Eulen nicht dem Jagdrecht.
- Der Uhu war nicht ganz verschwunden, und wurde Privatinitiative von Naturschützern durch Schutzmaßnahmen und Auswilderung gestützt.
- Auch dieses Projekt war erfolgreich.
- Die Uhu Population in Deutschland wird auf 2000 Brutpaare geschätzt.
- Der weibliche Uhu ist meist deutlich größer als der männliche Uhu.
Lernort Natur:
- Seit mehr als 27 Jahren bieten Jägerinnen und Jäger im Landkreis Stade mit der Initiative Lernort Natur ehrenamtlich Naturpädagogik für Kinder der Grundschulen und anderer Einrichtungen an und leisten damit einen fundierten Beitrag zur Umwelterziehung unserer Kinder.
- Ziele von Lernort Natur:
- Vermittlung von Natur- und Lebensraumbeziehungen und ökologischen Zusammenhängen
- Emotionale Bindungen zur freien Natur schaffen
- Vermittlung von Kenntnissen über die heimischen Arten
- Aufzeigen von nachhaltigem Handeln am Beispiel der Jagd
- Beratung zum Umgang mit Wildtieren
- Beratung zu Fachthemen aus Wild, Jagd und Natur
Julia Seefried
Jägerschaft des Landkreises Stade e.V.
Kreisjägertag in Stade
Auf dem diesjährigen Kreisjägertag der Jägerschaft im Landkreis Stade Anfang April in der Festhalle Harsefeld konnte der Vorsitzende der Jägerschaft im Landkreis Stade e.V. Peter Hatecke fast 300 Mitglieder und Gäste begrüßen und auf ein erfolgreiches Jagdjahr zurückblicken.
Peter Hatecke berichtete über den weiterhin positiven Trend der Mitgliederzahl in der Jägerschaft Stade. Die Kreisjägerschaft Stade hat mit Stand Ende Dezember 2023 1.620 Mitglieder, davon sind 234 weiblich, was einer Quote von 14 Prozent entspricht. In seinem Jahresbericht ging der Vorsitzende insbesondere auf jagdpolitische Themen und das neue Mitgliederinformationsblatt der LJN „Blattzeit“ ein. Ebenso waren die gut besuchten Herbstversammlungen in 2023 Thema beim Kreisjägertag. Die hohe Anzahl an Teilnehmern bei den Versammlungen in Wolfsbruchermoor und in Ohrensen habe gezeigt, dass seitens der Mitglieder ein großes Interesse an den Info-Veranstaltungen im Herbst besteht.
Geprägt war das diesjährige Jagdjahr aber auch von zahlreichen Naturschutzprojekten und -aktionen, über die der stellvertretende Vorsitzende Jens Hariefeld berichtete. Hierbei stand die Zusammenarbeit mit dem Naturschutzamt des Landkreises und die Neuausrichtung der Fördermöglichkeiten im Vordergrund. Dadurch sind die durch die Jägerschaft begleiteten Naturschutzprojekte wie Wiesenvogelschutz in Kehdingen, Rebhuhnschutz auf der Stader Geest und das in diesem Jahr neu hinzugekommen Kiebitzschutzprogramm gut aufgestellt.
Dominierendes Thema des letzten Jagdjahres, aber auch des Kreisjägertages, war das Thema Wolf. Die bisher nicht umgesetzten Ankündigungen der Landes- und Bundesregierung, ein regionales Wolfsmanagement sowie die dafür rechtlichen Grundlagen zu schaffen, sorgen bei Nutztierhaltern und bei den Jägern zu weiterer Verunsicherung und zurecht auch für nachhaltige Verärgerung. Dies unterstrich auch noch einmal der Präsident der Landesjägerschaft und DJV-Präsident, Helmut Dammann-Tamke, in seinem Grußwort, das eindrücklich die Entwicklung der Population des Wolfes in Deutschland darstellte.
Kreisjägermeister Axel Schuldt stellte in seinem Streckenbericht die jährlichen Zahlen der Wildtierentwicklung im Landkreis Stade vor. Während beim Reh- und Damwild die Abschusszahlen im vergangenen Jahr konstant blieben (insgesamt fast 3.600 Tiere), wurden nach einem Einbruch im Jahr 2022 wieder etwas mehr Wildschweine erlegt. Mit 364 Tieren konnte aber das Niveau von 2020 bzw. 2021 noch nicht wieder erreicht werden. Beim Haarwild führen mittlerweile die Hasen die Strecke an und haben damit die Füchse abgelöst. Im Jahr 2023 wurden fast 2.600 Hasen geschossen (minus elf Prozent), bei den Füchsen waren es nur halb so viele (minus 21 Prozent).
Ehrungen auf dem Kreisjägertag in Stade
Im Rahmen des Kreisjägertages der Jägerschaft im Landkreis Stade wurde der Stader Hegeringleiter Klaus Völkers für besondere Verdienste um den Naturschutz mit dem Verdienstabzeichen der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) in Bronze ausgezeichnet. Klaus Völkers engagiert sich u.a. bei der revierübergreifenden Krähenjagd sowie der Vermittlung von Jagdmöglichkeiten für Jungjäger und hat diese Auszeichnung mehr als verdient.
Foto: v.l.n.r. Peter Hatecke (Vorsitzender), Klaus Völkers, Jens Hariefeld (stellv. Vorsitzender)
Außerdem konnte die Jägerschaft Stade eine besondere Ehrung vornehmen: für 70-jährige Mitgliedschaft wurde Heinrich Augustin aus Buxtehude geehrt, das ist schon wirklich etwas besonderes und eine lange Zeit der Jagdausübung.
Weiterhin wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft Jan Mecklenburg, Klaus Tomfohrde, Klaus tom Wörden, Christoph Köser und Hans-Hermann Rehmke, für 60 Jahre Mitgliedschaft Hans von Bremen, Dr. Bernd Sulzer, Wilhelm Rolapp, Gerhard Schulz, Jochen Maack, Dr. Fritz Egon Weseloh und Richard Wilke und für 65 Jahre Mitgliedschaft Wolfgang Helmke, Dieter Wedemeier und Klaus-Dietrich Ropers geehrt.
Bei den Jagdhornbläsern erhielten die LJN-Ehrennadel in Bronze Ralf Hensen und Kirsten Hensen von der Bläsergruppe Kehdingen, Henning Bube, Sven Burger, Ingo Christian, Andre Gally, Jan Tiedemann, Volker Storm, Kai Pankau und Alfred Müller von der Bläsergruppe Himmelpforten Oldendorf sowie Harald Bösch, Judith und Oliver Bülte, Sieglinde Buss und Ulrike Driessen von der Bläsergruppe Geest& Marsch, die LJN-Ehrennadel in Silber für 10-jährige aktive Tätigkeit in einer Bläsergruppe Ursel Wilkens von der Bläsergruppe Geest & Marsch und die LJN-Ehrennadel in Gold für 40-jährige aktive Tätigkeit in einer Bläsergruppe Dirk von Thun, Bläsergruppe Kehdingen.
Das LJN-Verdienstabzeichen für Erstlingsführer erhielten Oliver Bülte, Oliver Draack, Timo Elfers, Jan Gawrisch, Daniel Lindemann und Dennis Petsch.
Mit dem LJN-Ehrenteller für die Förderung des Jagdgebrauchshundewesens wurde Ralf Hensen ausgezeichnet.
Julia Seefried
Hegering Altes Land
Zweite Fuchsjagdwoche
Nach unserer ersten erfolgreichen Fuchsjagdwoche im letzten Jahr wurde für dieses Jahr die Wiederholung für Ende Februar angesetzt, um die Vollmondperiode zu nutzen. Das „Strecke legen“ fand am 25.02.2024 statt.
Eine Kombination aus Fallen-, Baujagd, sowie Ansitz am Luderplatz und das Reizen mit verschiedenen Lockinstrumenten brachte den Erfolg. Zur Strecke Kamen 27 Füchse, 3 Waschbären, 1 Dachs, 11 Steinmarder, 1 Baummarder, 3 Iltisse und 3 Nutrias. Den 49 Kreaturen wurden mit Hörnerklang unserer Bläser die letzte Ehre erwiesen. In diesem Jahr streckte das Revier Ladekop das meiste Raubwild, sage und schreibe 16 Kreaturen. So konnte stellvertretend Claus-Dieter Strasdas für Ladekop die Holztafel in Empfang nehmen. Im kommenden Jahr wird dann Ladekop das Stecke legen ausrichten.
Beim anschließenden Schüsseltreiben wurden die Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht. Der Termin für das kommende Jahr wird bei der in kürze stattfindenden Hegeringversammlung abgestimmt. Da die Krähenjagd bei uns im Landkreis Stade bis Ende März noch erlaubt ist, wurde angeregt diese auch zu betreiben und weil sie gerade jetzt so effektiv ist, sollte diese Gelegenheit genutzt werden. Denn auch die Krähenjagd bietet uns in der sonst Jagdfreien Zeit spannende Stunden. Unser Niederwild und alle Bodenbrüter werden uns dankbar sein.
Peter Silber
Hegering Stade
Müll sammeln
Anfang März machten sich die Jagdpächter Judith und Oliver Bülte und einige Jäger daran, das Stader Revier I am Radweg Agathenburg und das Benedixland vom Müll zu befreien. Das Bestellen des Containers war online ein paar Tage vorher einfach möglich, danke dafür an den Landkreis. Anfangs schien der 7 Kubikmeter Container zu groß, als jedoch die Sammelaktion geschafft war wurde klar, dass doch leider viel mehr wild abgeladener Müll herumlag und eingesammelt wurde als vorher erwartet. Der Appell der Jäger nach teils abenteuerlichen und ekligen Funden: werft Müll nicht in die Landschaft, den Wildtieren, den Pflanzen und den Erholungssuchenden in der Natur zuliebe!
Judith Bülte
Pachtgemeinschaft in Hagenah - Jägerschaft Stade
Jäger und Kinder lindern gemeinsam
"Wohnungsnot" heimischer Vögel
Am Samstag den 13. April fand erstmals ein Frühlingsfest für Kinder in Hagenah statt. Die Pachtgemeinschaft, bestehend aus Christian Feneis, Wolfgang Vocke, Lars Jarck und Frank Polaszyk lud Kinder aus der ganzen Umgebung ein , einen informativen und ereignisreichen Nachmittag rund um das Thema Wald, Wild und Natur zu erleben.
Ausrichtungsort war der schöne Hof von Familie Wiesehahn, den sie für das Fest zur Verfügung stellte.
Bei Sonnenschein und angenehmen Frühlingstemperaturen, fanden sich rund 100 Kinder mit Eltern, Großeltern oder Freunden ein, sodass rund 300 Besucher zu Gast waren. Ziel der Aktion war es, das Thema Jagd, Wild und Natur praxisnah und kindgerecht zu vermitteln.
Am Wildwagen "Lernort Natur" der Jägerschaft Stade fanden sich zahlreiche Präparate verschiedenen Wildes, das es zu entdecken galt. Ute Sethmann, selbst eine sehr erfahrene Jägerin, unterstützte das Vorhaben und vermittelte Kindern und vielen interessierten Erwachsenen, wissenswerte und interessante Informationen über natürliche Lebens- und Verhaltensweisen unseres heimischen Wildes.
Ein weiterer großer Anlaufpunkt war die Station des Nistkastenbaus, hier hatten die Kinder Gelegenheit ihren eigenen Nistkasten zu bauen. Mit Akkuschrauber und viel Enthusiasmus ging es ans Werk, und so zimmerten die Kinder mit Unterstützung der Jäger ein neues Zuhause für heimische Vogelarten. Das benötigte Material lieferte die Firma Hölting aus Burweg, die daraus gefertigten Bausätze, 75 an der Zahl, wurden restlos verbaut.
Während Eltern und Besucher das üppige Kaffee- und Kuchenbuffet aufsuchten, formten viele eifrige Hände eigens geformte "Saatbomben", bestehend aus Erde, Lehmpulver und einer bienenfreundlichen Saatgutmischung. Es wurden zahlreiche Kugeln geformt, die später im heimischen Garten Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten darstellen soll.
Das Highlight des Tages war jedoch die Berufsfalknerin Rieke Wiecker (www.skyfall-falknerei.de), die mit Wüstenbussard, Rotfußfalken, Lannerfalken, Sakerfalke und einem Europäischen Uhu für viel Aufmerksamkeit und Begeisterung sorgte. Viele staunende Gesichter hörten gespannt zu, als Rieke viel Wissenswertes über das Jagdverhalten und den Lebensraum der Greife vermittelte. Außerdem wurde seitens vieler Kinder viele interessante Fragen über Aussehen, Wesen und Flugverhalten gestellt, diese wurden gern und sehr umfangreich von der Falknerin beantwortet. Der Tag endete mit einer großen Preistombola, bei der es zahlreiche Themenpreise zu gewinnen gab.
Christina Sethmann