Ferien(s)passaktion 2026: Mit den Jägern raus in Feld und Wald
Kommen gut 80 Sechs- bis Zwölfjährige zusammen, kann es vor Spannung schon mal laut werden. Eingeladen haben die Bentheimer und Schüttorfer Jäger, um mit den Kindern einen Nachmittag der Ferien(s)passaktion gemeinsam zu verbringen. Im Bentheimer Wald und im Revier Quendorf sind verschiedene Stationen vorbereitet, an denen die Kinder Interessantes über die Jagd in Feld und Wald entdecken können.
Bei den Bentheimern, hier organisiert der Hegering I der Grafschafter Jägerschaft, werden die Kinder in sechs Gruppen eingeteilt: Die Wölfe, Die Hirsche, Die wilden Kerle, Der Kessel, Die Füchse und Die Jagdhunde. Jede Gruppe bekommt ihren Laufplan und los geht´s zu den Erlebnisstationen. Ähnlich heißen die Gruppennamen bei den Schüttorfer Jägern vom Hegering II. Sie laufen sechs Stationen ab. Jede Station trägt einen Buchstaben. Zusammengesetzt bilden sie das Wort „Halali“.
Bei den Bentheimern reicht das Spektrum der Stationen vom Info-Mobil „Lernort Natur“ mit Präparaten heimischer Wildtiere – heute steht das Wildschwein im Mittelpunkt – über die Station Geschicklichkeit im Zapfen-ins-Ziel-Werfen bis zur Station Jagdhund. Hier lernen die Kinder verschiedene Jagdhunderassen kennen und erfahren, welche Aufgaben die Hunde bei der Jagd übernehmen von der Nachsuche übers Stöbern bis zum Apportieren. An der nächsten Station geht es um das Gleichgewicht: Beim Balancieren über einen Baum stellen die Kinder ihre Geschicklichkeit unter Beweis und erfahren, wie wichtig Trittsicherheit und Aufmerksamkeit beim Laufen im Wald sind. Musikalisch geht es weiter: Hier dreht sich alles um das weithin hörbare Jagdhorn: Vom Jahrhunderte alten Verständigungs- bis zum heutigen überwiegenden Brauchtumsinstrument. Zum Abschluss steht Spurensuche an. Anhand von Trittsiegeln und Fährten lernen die Kinder, Spuren von Wildtieren zu erkennen. Schnell wird klar, dass sie mit etwas Übung auch ohne die Tiere selbst zu sehen viel über ihre Anwesenheit erfahren.
Um Jagdhunde geht es auch bei der ersten Station im Revier Quendorf. An der nächsten Station steht ein völlig anderes Thema auf dem Programm: Der Rohbau eines Insektenhotels wurde hier am Waldrand errichtet. Während dieses Nachmittags befüllen die Kinder mit Feuereifer die ersten Fächer. Nebenan an der nächsten Station entsteht das Nistmaterial für die überwiegend einzeln lebenden Insekten, sogenannte Solitärinsekten: Holzstücke, in die Löcher gebohrt werden, zu Röhrchen geschnittene, hohle Schilfrohrstengel oder Tontöpfe, in die ein Ton-Lehm-Gemisch gestrichen und Löcher gedrückt werden. Die Botschaft dieses Gemeinschaftswerkes: Wenn wir heute beginnen, in unserer Kulturlandschaft etwas für die Umwelt zu tun, kann es morgen abgeschlossen werden und übermorgen Früchte tragen. So bekommt jeder Einsatz für den Schutz der Umwelt eine gemeinsame, starke Basis. Jetzt folgt die Station, auf der Ruhe angesagt ist. Leise schleichen die Kinder in den Wald und halten Ausschau nach Wild. Bei dem trockenen, laut raschelnden Laub ist das gar nicht so einfach. Aber mit verständnisvollen Hinweisen werden die Augen geschult, die Kinder entdecken die Tiere und lernen viel über Reh, Fasan, Fuchs, Dachs oder Waldkauz. Die nächste Station liegt ebenfalls im Wald. Dort sollen die Kinder hüpfen. Warum? Waldboden federt, wenn man drüberläuft. Dies liegt am Rohhumus aus verrottenden Blättern. Etliche heimische Pflanzen und Blätter liegen zum Kennenlernen aus. Die Kinder erfahren, welche Pflanzen hier wachsen. Besonders spannend ist die Wärmebilddrohne. Hier geht es um das Jungwildretten. Mit ihren Rotoren surrt die Drohne wie ein Minihubschrauber, steigt auf in die Lüfte und zeigt von oben die unten auf der Erde liegenden Wärmequellen, wie Kitze, Hasen, Fasanen oder Brachvogelgelege. Die Kinder erleben, wie Jungwild vor der Mahd als Wärmequelle von der Drohne erfasst und gerettet werden kann. Sie sind fasziniert.
Zum Abschluss trafen sich alle - Kinder, Betreuer und Organisatoren - um sich mit Hotdogs, Würstchen und Getränken nach dem aufregenden Nachmittag zu stärken - in Bad Bentheim am Forsthof der Fürstlichen Domänenkammer und in Schüttorf auf dem Hof der Gaststätte Venhaus. Schließlich wartet auf die Kinder noch eine Überraschung: Jedes bekommt ein persönliches „Jägerdiplom“ und eine Tüte mit Überraschungen, um diesen erlebnisreichen Nachmittag noch möglichst lange lebendig in Erinnerung zu halten – vielleicht bis zum nächsten Jahr! Besonderer Dank gilt den Kommunen und dem fürstlichen Haus, den Organisatoren und zahlreichen Helfern, die diesen Nachmittag für Kinder mit viel Liebe und Engagement gestalteten.
Dr. Georg Eckel