Präventionsmaßnahmen ASP

Foto: Kapuhs/DJV

Intensive Schwarzwild-Bejagung

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) verbreitet sich seit 2014 in Europa und ist weiter auf dem Vormarsch. Waren in den ersten Jahren überwiegend osteuropäische Länder betroffen, so hat das Virus seit dem Jahr 2020 mit Nachweis bei Wildschweinen in Brandenburg auch Deutschland erreicht. Trotz intensiver Bekämpfungsmaßnahmen setzte sich das Ausbruchsgeschehen fort und erreichte wenige Wochen nach Ausbruch die Bundesländer Sachsen und im Jahr 2021 Mecklenburg Vorpommern. Im Juli 2024 wurden erstmals ASP-Fälle in schweinehaltenden Betrieben Südhessens und später auch im Wildschweinebestand bestätigt. Kurze Zeit später traten weitere Fälle in Rheinland-Pfalz und im August 2024 auch in Baden Württemberg auf. Der Eintrag in andere Bundesländer ist nach Ansicht vieler Experten nur noch eine Frage der Zeit. Insbesondere in landwirtschaftlich geprägten Bundesländern wie Niedersachsen oder Nordrhein- Westfalen würde ein Ausbruch der ASP einen immensen volkswirtschaftlichen Schaden nach sich ziehen.

Das Bundesland Niedersachsen hat vor diesem Hintergrund bereits im Jahr 2014 unter Leitung des niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Geschäftsführung des Niedersächsischen Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) eine Sachverständigengruppe bestehend aus Vertretern der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V., der Niedersächsischen Landesforsten, des Landvolk Niedersachsen, des Zentralverbands der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen e.V., der kommunalen Veterinär- und Jagdbehörden, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und wissenschaftliche Einrichtungen (Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung und das Institut für Epidemiologie, Biometrie und Datenverarbeitung der Tierärztlichen Hochschule Hannover) eingerichtet. Diese Sachverständigengruppe hat in den letzten zehn Jahren Hinweise und Empfehlungen für die kommunalen Veterinärbehörden erarbeitet, die in das Tierseuchenbekämpfungshandbuch eingestellt wurden und allen Veterinärbehörden für den Fall des Ausbruchs als Leitfaden dienen. Darüber hinaus steht die Sachverständigengruppe den zuständigen Behörden für die Beratung und den fachlichen Austausch im Falle eines Ausbruchs der ASP zur Verfügung. 

Auch wenn wir einen Ausbruch in Niedersachsen vermutlich nicht ausschließen oder durch eigenes Zutun verhindern können liegt es an uns, durch eine vorausschauende und tierschutz-/waidgerechte Absenkung des Schwarzwildbestandes zum jetzigen Zeitpunkt, die mögliche Aus-/ Weiterverbreitung des Erregers in der Schwarzwildpopulation im Falle des Seuchenausbruchs zu verhindern. Deshalb bitten wir alle Jagdausübungsberechtigten, Schwarzwild weiterhin intensiv zu bejagen und sich insbesondere an groß angelegten, revierübergreifenden Drückjagden zu beteiligen. In diesem Zusammenhang empfehlen wir die Beachtung und Einhaltung der Informationen für Jäger (Informationen für Jagdreisen im Ausland, ASP-Prävention bei Gesellschaftsjagden, Schweinepest-Informationen für Jäger, Informationen zur Beprobung von Wildschweinen zur Früherkennung von Schweinepest) die unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de zur Verfügung stehen. 

Die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen und ein konsequentes Hygienemanagement haben, für uns Jäger insbesondere bei Reisen in betroffene Gebiete, aber auch bei der Durchführung von Drückjagden, oberste Priorität. 

Den Jägerinnen und Jägern kommt im Rahmen der ASP- Prävention und im Zuge einer möglichen Seuchenbekämpfung eine besondere Bedeutung zu. Schon jetzt sollte alles unternommen werden, dieser Bedeutung und der damit verbundenen gesellschaftliche Erwartungshaltung gerecht zu werden.