-Hege und Pflege schönste Aufgabe-
Teilnehmer bestehen die Jägerprüfung des Langzeitkurses Ammerland
Der Langzeit-Lehrgang zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung im Ammerland 2024/2025 fand vom August 2024 bis Ende März 2025 statt. In Theorie und Praxis wurden in dieser Zeit die Themen: wild und andere freilebende Tierarten, Jagdwaffen und Fanggeräte, Naturschutz, Hege und Jagdbetrieb, die Behandlung des erlegten Wildes, Wildkrankheiten, Jagdhunde und jagdliches Brauchtum sowie das Jagd- und Waffenrecht und andere relevante Rechtsbereiche vom Ausbilderteam vermittelt. Die Lehrgangsteilnehmer hatten das Erlernte bei der Teilnahme an Waldbegängen, Niederwildjagden verfestigen können. Des Weiteren wurden das Jagdschloss Springe besucht. Die Jägerprüfung gliedert sich dann im Abschluß in drei Teile, die Schießprüfung mit Büchse und Flinte, die schriftliche und die mündlich-praktische Prüfung. Letztere fand durch das Prüfungskomitee am 21. und 22. März 2025 statt.
Im Anschluß wurden die Prüfungszeugnisse bei der Friesenschanze in Felde durch den Kreisjägermeister Christian Schulze Döring an die Prüflinge überreicht.
„Sie haben eine hervorragende Ausbildung genossen und auf Sie wartet eine große Verantwortung gegenüber den Tieren, der Umwelt und den Mitmenschen“, erklärte Christian Schulte Döring, als er den 19 Prüflingen gratulierte, die die Jägerprüfung bestanden hatten.
Nun wartet auf die „frischgebackenen“ Jägerinnen und Jäger eine der schönsten Aufgaben, denn eine gewissenhafte Hege und Pflege heißt in der Tat nicht nur nachhaltiges Erlegen und Abschöpfen natürlicher Ressourcen im Sinne eines gesunden und ausgeglichenen Wildtierbestandes. Das Anlegen von Hecken, Remisen, Wildäckern, Nisthilfen, Dickungen, Teichen, etc. ist nicht nur als Lebensgrundlage verbessernde Maßnahme für das jagdbare Wild gedacht, sondern für alle freilebenden Tiere. So tragen diese Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt bei oder helfen sogar bei der Wiederansiedlung bereits verschwundener Arten.
Weiterführende Informationen oder eine direkte Anmeldung zum Langzeitkurs zur Jägerprüfungsvorbereitung Ammerland können auf der Internetseite www.jjk-ammerland.de entnommen werden.
Achim Rengstorf
Hegering Rastede Nord
Falkenaugen pflanzen Hegebusch
Am 16. März 2025 traf sich die Jugendgruppe des Hegeringes Rastede Nord „Die Falkenaugen“ um ein in die Jahre gekommenes lichtes Birkenwäldchen für die Tierwelt attraktiver zu gestalten. Auf dieser Fläche gab es kaum Unterwuchs, indem sich Tiere verstecken bzw. Bodenbrüter brüten konnten. Es gab zu viele Birken auf der Fläche und durch das dichte Blätterdach konnte kaum Licht auf den Boden dringen. Aus diesem Grund hat der Eigentümer Bernhard Helms im Winter, als vorbereitende Maßnahme, einige der überschüssigen Birken aus der Fläche genommen. Ziel sollte es sein, dass ein sogenannter Hegebusch, der stufenartig aufgebaut ist, entsteht.
Hegebüsche sind kleinere Flächen, die frei in der Feldflur liegen. Sie bestehen aus Kräutern, Sträuchern und im Endbestand aus einzelnen mittelwüchsigen Bäumen, die durch Saat oder Pflanzung begründet wurden und dem Standort angepasst sind. Sie sind kein Wald und werden später nicht forstlich genutzt. Hegebüsche sollen vor allem Zufluchtsstätten und Ruhezonen für die im intensiv genutzten Flur- und Siedlungsbereich freilebenden Tiere sein. Sie bieten diesen Deckung, Ruhe, Nahrung, Lebensraum, Nist- und Brutgelegenheit. Weiterhin wirken sie als optische Bereicherung des Landschaftsbildes, als Sichtbegrenzung, als Wind- und Erosionsschutz und zum Binden von Luftfeuchtigkeit, Wärme, Staub und Lärm. Sie stellen in der offenen Feldflur darüber hinaus für viele Tiere Rückzugsorte dar und dienen als wichtige Wanderwege im Biotopverbundsystem. Sie schaffen Leitlinien und Trittsteine und dienen damit auch der Vernetzung.
Gepflanzt wurden von den Falkenaugen 200 Bäume und Sträucher wie z.B. Schlehdorn, Weißdorn, Kartoffel Rose, Wildrose, Hundsrose, schwarzer Holunder und ein paar immergrüne Sitka Fichten. Dabei wurden die drei verschiedenen Wildrosenarten in die Rand- bzw. Saumzone gepflanzt und die höher werdenden Sträucher und Bäume in die mittlere Region des Hegebusches. Sitka Fichten wurden ausgewählt, weil das Rehwild diese nicht so sehr verbeißt und die Pflanzung nicht mit einem Wildschutzzaun gesichert wurde. Die ausgewählten blühenden Sträucher und Bäume sind auch in Zukunft sehr wertvoll für die Insektenwelt.
Finanziert wurde das verwendete Pflanzgut aus dem Preisgeld des Wettbewerbes „Jäger pflanzen Vielfalt“, der vom Deutschen Jagdverband 2024 ausgeschrieben war. Hier konnte der gemeinschaftliche Jagdbezirk Delfshausen mit seinen Pflanzaktionen einen vierten Platz auf Bundesebene erreichen.
„Ich war wieder einmal beeindruckt mit welchem Spaß die Falkenaugen die Pflanzung durchgeführt haben. Selbst die vorherrschenden winterlichen Temperaturen haben die Teilnehmer nicht abgeschreckt“, sagt Jugendobfrau Regina Wemken.
Lutz Wemken