Abschlussfeier der Hildesheimer Jungjägerinnen und Jungjäger mit Ausbildern Foto: Kurt Holger

Jägerprüfung 2024

Die mündlich-praktische Prüfung auf dem Oberg bildet den Abschluss des Vorbereitungslehrgangs der Jägerschaft. Nach etwa sechs Monaten theoretischer Ausbildung wird das Gelernte auf den drei Pirschsteigen abgefragt. Hinzu kommen auch praktische Prüfungsteile, wie z. B. die sichere Handhabung der Waffe.

Landrat Bernd Lynack verschaffte sich persönlich einen Eindruck von den Prüfungsbedingungen. Der sichere Umgang mit der Waffe ist eines der wichtigsten Kriterien zum Bestehen der Prüfung. Fehler an der Waffe führen somit auch dazu, dass die Prüfung nicht bestanden ist. Natürlich kommt gerade unter Prüfungsbedingungen die Aufregung hinzu, aber gerade dies ist eine Situation, wie sie jagdlich immer wieder vorkommt.

Kreisjägermeister Dr. Joachim Algermissen teilte allen Teilnehmern unverzüglich ihre Noten mit wandte sich mahnend an die Prüflunge, sich als Jäger stets verantwortungsvoll zu zeigen.

Von 29 Angetretenen haben schließlich 23 die Prüfung bestanden. Manon Lisann Raabe war Prüfungsbeste, Jon Philipp Walter und Daniel Walter sind Zweit- und Drittbester.

Statistik für das Prüfungsjahr 2024

 Der durchschnittliche Prüfling ist 36 Jahre alt und besteht die Jägerprüfung mit der Note 2,8. In der Schießprüfung hat er 4 Treffer auf den flüchtigen Keiler und 40 Ringe auf der Rehbockscheibe erzielt. Beim Wurftaubenschießen in der Disziplin Skeet trifft er 8 von 15 Tauben. Der Anteil der Frauen beträgt 30 Prozent.

Marco Deppe

Hegering Ambergau

Revier Königsdahlum - Anschuss–Seminar am 01.06.2024

Die Kugel ist aus dem Lauf , dass Stück liegt nicht dort wo es sollte?!

Wie verhalte ich mich vor und nach dem Schuss in solchen Situationen?

Selbst nachsuchen? Welche Pirschzeichen geben Aufschluss auf eine Totsuche ?

Was muss ich am Anschuss beachten ….

Zu diesen Fragen und unterschiedlichsten Situation organisierte der bestätigte Schweißhundeführer Oliver Kammann im Revier Königsdahlum ein Anschuss- Seminar.

Diese wurde geleitet von dem Experten und Revierförster sowie bestätigten Schweißhundeführer aus Wolfshagen Julian Syldatk.

Die Vorbereitungen dazu begannen schon früh am 01.06.2024 um 7.00 Uhr direkt im Revier in Königsdahlum.

Ein Rundweg mit 15 unterschiedlichen Anschüssen wurde angelegt um so Realitätsgetreu wie möglich die einzelnen Situationen nachzustellen. Vom Krellschuss bis zum Lungenschuss,- Vom Gebrechschuss bis zum Laufschuss war alles dabei. Akribisch genau wurden diese Pirschzeichen dargestellt.

Nach der Begrüßung durch Oliver Kammann in seiner gemütlichen Jägerstube ging es direkt zum Praktischen Teil ins Revier wo Julian Syldatk bereits wartetet.

Bei einer Tasse Kaffee wurde den rund 20 Teilnehmern anschaulich dargestellt wie wichtig es ist sich das Gelände vor und nach dem Schuss genau einzuprägen. Wie verhält sich das Stück im Schuss? Wie stand das Stück bei der Schussabgabe ? Hat das Stück ggf. geklagt ? Ist nach dem Schuss noch etwas zu hören? In welche Richtung ist das Stück geflüchtet? Welches Geschoss habe ich verwendet / bleifrei oder Bleigeschoss?! Kaliber ?! Wann habe ich geschossen? Uhrzeit ?

Eindringlich bat der Experte Julian Syldatk darum auch das eigene Verhalten zu kontrollieren und zu hinterfragen. Dieses kann entschiedene Informationen über den Anschuss und den Verlauf der ggf. anstehenden Nachsuche liefern. Auch hier gilt : Niemals auf dem Anschuss umherlaufen oder gar zertreten. Immer mit bedacht an diese Situation herangehen. Jeder weiss was in einem vor geht wenn das beschossene Stück nicht liegt.

Nun ging es darum die einzelnen Anschüsse zu lokalisieren, zu finden und selbst einzuschätzen !

Das Wetter an diesem Tag lies keine Wünsche offen , dennoch konnte man schnell sehen wie sich die Anschüsse in der kurzen Zeit bereits verändert hatten! Ob Knochensplitter, Gewebe, Schalen, Organe oder Zahnstücke : Diese waren bereits von Nacktschnecken und Fliegen stark befallen! Ein wichtiges Indiz für die erste Anschusskontrolle ! Hab ich doch getroffen?! Welches Gewebe / Knochen sind zu finden ? Auch hier ist es wichtig die Pirschzeichen so zu sichern das Sie dem nachkommenden Nachsuchegespann deutlich gezeigt werden können !

An einem extra dafür auf eine Sausschwarte produzierten Anschuss, wurde die Gefahr der Splitterwirkung deutlich dargestellt. Hier konnten die Teilnehmer einmal mehr sehen wie weit die Pirschzeichen hinter dem Stück zu finden sind.

Schnitt,- und Risshaar ,- Schalen und auch Fehlschüsse sowie die Konsistenz des Schweißes wurden genau so detailliert besprochen wie die Frage danach , wie weit kann ich mit meinem eigenen Jagdgebrauchshund nachsuchen? „ Dieses sollte nach gut 200 Metern abgebrochen werden!“ um hier ggf. den Schweißhundeführer hinzuzuziehen“ so der Revierförster Julian Syldatk. 

Nachdem alle Stationen abgearbeitete und ausführlich besprochen wurden ging es zurück in die Jägerstube von Oliver Kammann. Derweil wartete bereits dessen Frau mit leckeren Wildwürstchen und kalten Getränken auf die Jägerinnen und Jäger die nun in gemütlicher Runde und bei angeregten Gesprächen das Seminar ausklingen ließen.

Zum Abschluss appellierten Julian Syldatk und Oliver Kammann nochmals an alle Teilnehmer jeden Anschuss wirklich zu kontrollieren bzw. kontrollieren zu lassen und den Schweißhundeführer im Fall der Fälle zu kontaktieren!

Dieses sind wir unserem Wild schuldig!

Oliver Kammann