Jägerschaft Ammerland e.V.

Volles Haus, viele Themen, gute Resonanz - Jahreshauptversammlung

Am 18.04.2024 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Ammerland bei "ausverkauftem" Saal in der Gaststätte Rothenburg/Zum alten Erbkrug in Godensholt statt. Auf die Eröffnung durch den Vorsitzenden, Robert Lohkamp, folgte zunächst das obligatorische Totengedenken. Daraufhin überbrachte Dr. Thomas Jürgens - Dezernent im Landkreis Ammerland – Gruß - und Dankesworte. 

Weitere Grußworte wurden durch LJN-Präsidiumsmitglied Helmut Blauth überbracht. Dieser warb für das Verbandsmagazin Blattzeit, das in Kürze erscheinen wird. Geplant seien vorerst zwölf Digital- und sechs Print-Ausgaben, die den Mitgliedern ab Ende April kostenlos zugesandt werden. Weiterhin kündigte er eine Demonstration am 25.04.2024 gegen das derzeitige Wolfsmanagement an, zu deren Initiatoren u.a. auch zehn Küstenjägerschaften gehören. Ferner wies er darauf hin, dass die LJN nach anfänglichem Widerstand inzwischen dem Landesbüro für Naturschutz Niedersachsen(LabüN) angehöre und sich nun auch über diesen Kanal neben NABU, BUND, u.a. verstärkt in naturschutzpolitische Sachfragen einbringe. Dadurch werde das Profil der Jägerschaft als Naturschutzverband geschärft.

Robert Lohkamp informierte das Plenum über die umfangreichen Aktivitäten des Vorstandes im abgelaufenen Jagdjahr. Dazu zählten u.a. 30 Außentermine, die Organisation des Landeskürwettwerbs 2023 im Jagdhornblasen im Rhodopark Hobbie, die Verwaltung und der Ausbau des achtundzwanzig Mal eingesetzten mobilen Wildinfomobils. 

Er rief nochmals die Pressearbeit zu den Themen "Fallwild", "Wildtiere im Winter" und "Hinterlassenschaften von Waldbesuchern" sowie die Workshops zur Öffentlichkeitsarbeit, zum Umgang mit der Kurzwaffe und zum Sachkundenachweis im Zusammenhang mit der Trichinenprobenentnahme in Erinnerung. 

Abschließend stellte er die Planungen zur 75-Jahr-Feier der Kreisjägerschaft Ammerland am 24.08.2024 auf dem Gelände der DEULA in Westerstede vor und rief die Teilnehmer dazu auf, historisches Bildmaterial für das Marketing und die Pressearbeit einzubringen. Er verwies auch darauf hin, dass noch Stände von Ausstellern und Flohmarktbetreibern gebucht werden können.

Kreisjägermeister Christian Schulze-Döring erläuterte schließlich den Streckenbericht. Dabei stellte er u.a. fest, dass das Schwarzwild vermehrt in den Randbereichen der Jägerschaft zur Strecke gekommen sei und zog als mögliche Ursache die Unruhen im Zusammenhang mit der Küstenautobahn in Betracht. Er wies auf den hohen Fallwildanteil beim Rehwild und das abnehmende Gewicht beim Rehwild hin, was auf einen Überbestand hindeute. Zugleich forderte er dazu auf, frühzeitig an Unfallschwerpunkten einzugreifen und die verlängerten Jagdzeiten für das Rehwild zu nutzen. 

Schatzmeister Julian Öltjendiers legte im Anschluss die Finanzen der Jägerschaft offen. Ins Auge fiel dabei die Kostenposition von weit über 5.000,- EUR für den derzeitigen Ankauf von Saatgut, dessen Preis erheblich in den letzten zwölf Monaten gestiegen ist.  „Die hohe Ausgabe ist ein zahlenmäßiger Beleg für die Naturschutz-Ambitionen der Jägerschaft“, so der Schatzmeister.

Es folgte schließlich die einstimmige Entlastung des Vorstandes und die Wahl eines neuen Kassenprüfers.

Im Anschluss wurde die neue Satzung, in Anlehnung an die gewünschten Änderungen der Landesjägerschaft, zur Abstimmung gestellt. Erwähnenswert ist, dass zukünftig der Register-sitz der Jägerschaft an die Wohnanschrift des Vorsitzenden geknüpft ist und eine Einladung zu Jahreshauptversammlungen auch per E-Mail möglich sein soll. Letzteres dient der Einsparung von Porto und Papier.

Die Tierärztin Dr. Anne Brugmanns hielt schließlich einen kurzweiligen Vortrag über die Erstversorgung verletzter Jagdhunde. Als Komparse fungierte dabei ihr Flat Coated Retriever, der offensichtlich über einige Bühnenerfahrung verfügt und auf seine Art den Vortrag unterhaltsam abrundete.

Im Anschluss ehrte der Vorstand die ausgeschiedenen Hegeringleiter Bernd Krefeldt, Wilfried Müller, Dr. Hans Fittje und Eilert Müller jeweils für ihre Verdienste als langjährige Hegeringleiter sowie Thomas Bünting für seine 30jährige Tätigkeit als Pressewart des Hegerings Edewecht und Gerold Oltmanns für seine 43jährige Tätigkeit als Kassenwart des Hegerings Eggeloge. 

Nach etwa zwei kurzweiligen Stunden wurde die Jahreshauptversammlung durch den Vorstand und die Bläsergruppe Ammerland, unter Leitung von Brun Bölts, erfolgreich beendet. 

Daniel Bernett

Hegering Rastede

Nistkastenbau mit dem Kindergarten Mühlenstraße

Am 19. April 2024 gingen einige Mitglieder des Hegeringes Rastede Nord in den Kindergarten Rastede an der Mühlenstraße, um mit den abgehenden Kindern Nistkästen zu bauen bzw. ihnen die Natur näher zu bringen. Die Kita-Leiterin Ulrike Schäring begrüßte die 24 wartenden Kinder mit ihren Vätern. Im Anschluss daran wurden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe baute zunächst vorgefertigte Meisennistkästen, der anderen Gruppe wurde mit altersgerechten Spielen die Flora und Fauna nähergebracht. Nach einer kleinen Pause wechselten die Kinder ihre Aufgaben.

Hegeringleiter Lutz Wemken begrüßte die Kinder mit dem Signal „Sammeln der Jäger“, Danach erklärte er den Kindern, dass die Jagd eine sehr lange Tradition hat und sich die Jäger so auf der Jagd verständigen. Gestartet wurde mit dem Spiel „Wer bin ich“ bei dem die Kinder vorgespielte Tierstimmen bestimmen sollten. Nach dem Spiel ging es in den angrenzenden Wald, um ein Rehkitzpräparat zu suchen. Es wurde mit den Kindern besprochen, dass wenn ein frisch gesetztes Tier gefunden wird, dies auf keinen Fall angefasst bzw. mit nach Hause genommen werden darf. „Alle diese scheinbar verwaisten Jungtiere haben in der Regel eine Mutter, die sie mehrmals am Tag versorgt“, sagte Lutz Wemken. Die Kinder erarbeiteten an drei verschiedenen Schädeln die Unterschiede zwischen Nager-, Pflanzenfresser- und Fleischfressergebiss. Nach so viel Theorie musste dann erst einmal ein Tickerspiel gespielt werden in dem ein Wolf die Rehe fangen sollte. Zum Abschluss des Revierbeganges wurde das Spiel „Tierstimmen-Memory“ gespielt. Bei diesem Spiel erhalten jedes Kind und jeder Erwachsene eine Karte und man muss sich überlegen welchen Laut dieses Tier von sich gibt. Nach dem Startsignal liefen alle durcheinander und machten das Tier stimmlich nach. Ziel war es das Partnertier zu finden.

Bei dem Bau der Nistkästen waren auch die Väter in der Pflicht ihre Sprösslinge zu unterstützen. Tomas Wagner und Werner Philip erklärten die Unterschiede zwischen Höhlen- und Halbhöhlenbrüternistkästen. Spielerisch wurde erarbeitet, welche Vögel wohl in Zukunft in ihren neuen Behausungen wohnen werden. Zusätzlich gab es noch Tipps zur Reinigung, zur Ausrichtung und Anbringung. So wurde z.B. zu jedem erstellten Nistkasten ein Aluminiumnagel mitgegeben, um bei einer Anbringung, an einem gesunden Baum, diesen nicht so zu schädigen. Die Kinder konnten ihre 24 selbst gebauten Nistkästen mit nach Hause nehmen, um sie an geeigneten Plätzen aufzuhängen. Einer der Nistkästen soll auf dem Kindergartengelände seinen Platz finden, um an die schöne Aktion zu erinnern. 

Zum Abschluss bekam jedes Kind eine kleine Tüte mit Blühsamen für eine Blühwiese im eigenen Garten und Stundenpläne. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass dies eine informative Veranstaltung war, die nicht nur den Kindern vor Augen führte, in Zukunft aufmerksamer durch Feld und Flur zu gehen.

Foto (v.l.) Thomas Wagner, Lutz Wemken, Jannes Wagner und Werner Philip

Lutz Wemken

Hegering Bloh

Revierübergreifende Taubenjagd

Nachdem die Veranstaltung im letzten Jahr bereits ein Erfolg war, hat der Hegering Bloh auch in diesem Jahr wieder eine revierübergreifende Taubenjagd veranstaltet. Alle Reviere haben sich daran beteiligt, die Jagd dient nicht zuletzt dazu den revierlosen sowie den Jungjägern eine Möglichkeit zur Teilnahme an der Jagd zu ermöglichen. 

In Zusammenarbeit mit den Revierinhabern wurde im Vorfeld alles organisiert und die Waidgesellen*Innen eingeladen. Die Koordination erfolgte in Zusammenarbeit des Hegeringleiters mit den einzelnen Revieren. 

Am Jagdtag wurden alle Jäger von den Revierinhabern auf ihren Ständen eingewiesen, es gab letzte Tipps zur Sicherheit, dann konnte es losgehen. Das Wetter war gut und es wurde bis in die Dämmerung hinein die Jagd auf den zugewiesenen Ständen ausgeübt. 

So eine Taubenjagd ist immer etwas Besonderes und der Erfolg hängt von vielen Faktoren ab. 

Der Stand muss gut gewählt sein, die Tarnung optimal eingesetzt, und trotzdem gestaltet sich die Jagd auf Tauben nicht so einfach. In einigen Revieren waren die Tauben sehr aktiv und konnten entsprechend bejagt werden, in anderen Teilen war es eher ruhig. Mit Anbruch der Dämmerung fielen die letzten Schüsse und noch anfliegende Tauben wurden beschossen. 

Im Anschluss noch die ein oder andere Suche mit dem Hund, dann wurde die Beute zum Streckenplatz transportiert. 

Dort, auf dem Hof Borchers/Junge in Ofen war der Streckenplatz vorbereitet und waidgerecht mit Tannengrün und Schwedenfeuern umrahmt. Nach und nach trafen die Schützen aus den Revieren ein und der Streckenplatz füllte sich. Alle Beteiligten waren zufrieden und die Strecke wurde von den Jagdhornbläsern verblasen. 

In der Remise auf dem Hof war inzwischen der Grill angeheizt, der Geruch der leckeren Wildwürste aus dem heimischen Revier ließ Appetit aufkommen. Dazu gab es viel Gelegenheit sich mit den anderen Jägern*Innen über den schönen Jagdtag auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. 

Hegeringleiter Cristian-Eric Schwarze dankte besonders den Revierinhabern, die dies durch das zur Verfügung stellen ihrer Reviere ermöglicht haben, dem Team vom Hof Borchers/Junge für die Möglichkeit dem gemütlichen Beisammensein den entsprechenden Rahmen zu geben sowie dem Vorstand des Hegerings für die hervorragende Organisation.

Foto: Detlef Baumgarten 

Ralf Lohse