Politische Spitze
Verantwortung übernehmen
Bereits seit Anfang Mai sind die Drohnenteams im wahrsten Sinne des Wortes „ausgeflogen“ und unterstützen seitdem unermüdlich die Landwirte bei der Mahd ihrer Grünlandflächen. Tag für Tag stehen unsere Ehrenamtlichen lange vor ihrem eigentlichen Arbeitsbeginn auf und arbeiten mitunter schon vor Sonnenaufgang am Feldrand, um unzähligen Wildtieren den Mähtod zu ersparen. Dabei werden jährlich viele tausend Hektar in ganz Niedersachsen abgeflogen.
Dank der seit Jahren bestehenden finanziellen Drohnenförderung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und BINGO entstand in den Hegeringen, Jägerschaften und Kitzrettungsvereinen Niedersachsens ein schlagkräftiges Netzwerk aus hochspezialisierten und äußerst effektiven Drohnenteams. Während die Jägerinnen und Jäger in den vergangenen Jahren immer mehr Routine gewinnen konnten, hat sich auch die Technik stetig weiterentwickelt. Die Flächenleistung pro Stunde hat sich vervielfacht, die Akkus halten deutlich länger, die Wärmebildtechnik wird kontinuierlich besser, und die Drohnen werden kleiner, leichter und effizienter. Die Kitzrettungsteams sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten jederzeit bereit, unzählige Stunden für den aktiven Naturschutz zu leisten und die Landwirte tatkräftig zu unterstützen.
Leider ist in der Fläche noch immer nicht überall angekommen, dass am Ende nicht die Jägerinnen und Jäger diejenigen sind, die der gesetzlichen Verpflichtung nachkommen müssen, alles dafür zu tun, Tierleid im Sinne des Tierschutzes zu verhindern. Hier sind die Flächennutzer gefragt, die letztlich die Entscheidung treffen, ob und wann das Gras gemäht wird. Sie sind es, die dafür Sorge tragen müssen, dass gemäß den Vorgaben des Tierschutzgesetzes gehandelt wird.
Leider kommt es nach wie vor immer wieder vor, dass Flächen ohne vorherige Schutzmaßnahmen gemäht werden. In Zeiten sozialer Netzwerke, in denen derzeit die Videos erfolgreicher Kitzrettungsaktionen rauf und runter laufen, ist ein solches Handeln mehr als unverständlich. Nach wie vor gibt es einige wenige Landwirte, die möglicherweise nicht ausreichend aufgeklärt oder schlicht ignorant sind und deshalb nicht auf das Angebot der Jägerinnen und Jäger zurückgreifen möchten. Warum das so ist, bleibt schwer nachvollziehbar.
Klar sind hingegen die Konsequenzen: Wer einem Wirbeltier ohne vernünftigen Grund Schmerzen oder Verletzungen zufügt oder gar dessen Tod verursacht, verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Die Mahd allein stellt keinen vernünftigen Grund dar. Verstöße werden in der Regel mit empfindlichen Geldstrafen geahndet.
Wir Jägerinnen und Jäger unterstützen die Landwirte gerne – man muss uns nur fragen. Und vielleicht müssen wir an der einen oder anderen Stelle auch weiterhin noch mehr Aufklärungsarbeit leisten.
Waidmannsheil
Wulf-Heiner Kummetz