Jahreshauptversammlung
Am 25.04.2025 fand in der Scheune auf Gut Altona die Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst e.V. statt. Vorab fand auf dem Schießstand die Gehörnschau der Jägerschaft statt. Nachdem das Bläsercorps Dingstede mit dem Signal „Begrüßung“ die Versammlung eröffnet hatte, begrüßte der 1. Vorsitzende Karl-Willhelm Jacobi die anwesenden Mitglieder und Ehrengäste. Grußworte hielten Antje Oltmanns, Bürgermeisterin der Gemeinde Dötlingen, und Dr. Christian Pundt, Landrat des Landkreises Oldenburg.
Ehrungen
Unter dem Punkt Ehrungen erhielt Eckart Stapel das LJN-Verdienstabzeichen in Silber für seine Arbeit als Kreishundeobmann seit dem Jahr 2006. Mit Ablauf dieses Jahres wird er diese Aufgabe an seinen bisherigen Vertreter Michael Kowalski übergeben.
Kurt Spille erhielt das LJN-Verdienstabzeichen in Bronze für seine Arbeit für die Hundeausbildung im Hegering Dötlingen, an der er seit über 30 Jahren beteiligt ist.
Dr. Josef Kuhlmann erhielt das LJN-Verdienstabzeichen in Bronze für seine Tätigkeit im Vorstand des Hegerings Wardenburg seit 2009, davon die letzten 8 Jahre als Hegeringleiter. Zudem ist er Vorsitzender des Biotopfonds der Jägerschaft und hat sich maßgeblich für die Gründung des ÖKOLs (Ökologisches Kompetenzzentrum Oldenburg Land gUG) in Huntlosen eingesetzt, wo er jetzt auch seit 2022 Geschäftsführer ist.
Horst Hullmann erhielt das LJN-Verdienstabzeichen in Bronze. Er war maßgeblich an der Gründung der Jagdschule der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst im Jahr 2017 beteiligt und leitet diese seit diesem Zeitpunkt.
Dierk Stolle erhielt die LJN-Verdienstnadel in Silber für seine 33-jährige Tätigkeit als Kassenwart des Hegerings Ganderkesee.
Heiner Ahrmann, Hausherr auf Gut Altona wurde für seine 50-jährige Mitgliedschaft geehrt.
Jungjägerausbildung
Zum Abschluss erhielten 37 Jagdschülerinnen und Jagdschüler aus den Jagdschulen Dalinghaus, Sauerwein und der eigenen Jagdschule für ihre bestandene Jägerprüfung ihren Jägerbrief.
In seinem Jahresbericht ging Karl-Wilhelm Jacobi unter anderem auf die Demo in Hannover, die Kitzrettung, Veränderungen in den Hegeringen und Umbaumaßnahmen am Schießstand ein. Kreisjägermeister Friedrich Hollmann stellte den Streckenbericht vor, aus dem stabile Besatzzahlen hervorgehen. Dr. Görner, Leiter des Veterinäramtes, berichtete über aktuelle Themen im Zusammenhang mit Tierseuchen und Helmut Blauth, Vizepräsident der LJN berichtete abschließend über die aktuellen Themen der LJN.
Lars Kosten
FSV Ganderkesee und Vogelquiz
Der Fuhrenkamp-Schutzverein (FSV) ist ein Naturschutzverein in Ganderkesee, der nach einem Flurstück, dem Bürsteler Fuhrenkamp in Ganderkesee, benannt wurde, durch das vor vielen Jahren mal eine Umgehungsstraße geplant war. Der Verein gründete sich damals aus der Protestbewegung, die erfolgreich verlief. Heute kümmert der Verein sich sehr um den Naturschutz in der Gemeinde Ganderkesee: Um den Schutz von Biotopen z. B. Pflege der Sandgruben im Ganderkeseer Ortsteil Schlutter und FingerTip & Daumengrün in Rethorn. Zusammen mit Jägern und Landwirten wurde vor mehr als 10 Jahren ein Blühstreifen-Projekt initiiert und seitdem jedes Jahr am Leben erhalten. Die Landwirte stellen dafür Land zur Verfügung und bestellen die Flächen. Jäger und Fuhrenkamp-Schutzverein teilen sich die Kosten für Saatgut und Bestellung der Blühflächen. Daraus ist auch das Projekt Bienenglück in unmittelbarer Nähe des Bürsteler Fuhrenkamps entstanden. Ein Landwirt, ein Biologe (FSV-Vereinsmitglied) und ein Imker testeten verschiedene Blühmischungen und untersuchten, was von der Tierwelt – neben Insekten auch Niederwild, Vögel und Fledermäuse – am besten angenommen wird. Auf Basis der Erkenntnisse haben die Gemeinde Ganderkesee und andere Umlandgemeinden die Projektidee aufgegriffen und auf weiteren Flächen zur Erhaltung der Artenvielfalt umgesetzt.
Die Naturbildung von Erwachsenen und Jugendlichen ist ebenfalls ein Aktionsfeld des Vereins. Dazu bietet der FSV viele geführte Exkursionen an. Seit 5 Jahren erfreut sich das FSV-Vogelquiz im Februar steigender Beliebtheit. Hier wird jeden Tag das Foto eines einheimischen Vogels auf die Homepage gestellt (in der ersten Woche zum Warm-Up noch ohne Wertung). Dazu gibt es für Leute, die gerne um die Ecke denken, ein skurriles Hinweiswort. Pünktlich um 22 Uhr wird die Auflösung verraten und der neue Vogel vorgestellt. Am Freitagabend stehen die Lösungen der Woche mit Foto zum Download bereit. Außerdem werden 5 Fotoleinwände (60 × 60 cm) mit einem Vogelmotiv als Preise ausgelobt. Realisiert wird das Quiz von Max Hunger, Naturschutzbeauftragter im Landkreis Oldenburg, ehem. Hegeringleiter (20 J.) in Großenkneten und Ehrenmitglied in der LJN. Seit seinem Ruhestand ist der pensionierte Lehrer mit der Kamera unterwegs, um seine Lieblingsmotive abzulichten. „Wenn man jedes Jahr andere Vögel vorstellen will, wird die Aufgabe von Jahr zu Jahr schwieriger, denn erstens ist die Zahl der heimischen Vögel beschränkt (ca. 330 Arten) und zweitens muss ich die betreffenden Vögel auch fotografieren. Mal ganz abgesehen davon, das entsprechende Hinweiswort zu finden. Hier seien einige Beispiele genannt: „Knorriger Kerl mit Verhärtungen der inneren Organe“ weist mit viel Fantasie auf den Stein-kauz hin; „Rundfunkanstalt hinter Kleinsäugerfahrzeug“ wäre der Mäusebussard oder eine „gehörlose Bosporusbewohnerin“ die Türkentaube.
Vom FSV wurden auch bereits Bücher und Wanderbroschüren veröffentlicht, Details dazu finden Sie auf der FSV-Homepage “Umwelt erhalten – Zukunft gestalten” https://www.fuhrenkamp-schutzverein.de/. Mittlerweile hat der Fotograf auch ein Buch herausgegeben „Wilde Geest – Tiere, Pflanzen und Exoten im Landkreis Oldenburg“, das für 12 € im Buchhandel unter der ISBN 978-3-7308-1991-3 erhältlich ist. Das Autorenhonorar geht komplett als Spende an die Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg bzw. an den Fuhrenkamp-Schutzverein. In diesem Buch wird ein bunter Mix aus Pflanzen und Tieren, die im Landkreis Oldenburg schon immer gelebt haben oder auch vom Menschen eingebürgert wurden oder sich (möglicherweise) aufgrund des Klimawandels hier angesiedelt haben, anhand von Fotos vorgestellt. Dazu gibt es jeweils einen kurzen Text, der Wissenswertes zur jeweiligen Art verrät.
Max Hunger
Jagdgenossenschaft Annen Ortholz
Rehkitzrettung mit Drohnentechnik – Erfolgreicher Ersteinsatz der Jagdgenossenschaft Annen Ortholz
In diesem Frühjahr hat die Jagdgenossenschaft Annen Ortholz einen bedeutenden Schritt zum Schutz der Wildtiere getan: Erstmals kam eine eigens angeschaffte Drohne mit Wärmebildkamera zur Rehkitzrettung im Rahmen der ersten Mahd zum Einsatz. Die Drohne wird von ehrenamtlich engagierten Jägerinnen und Jägern betrieben und stellt eine wirksame Maßnahme dar, um Jungtiere rechtzeitig vor dem Einsatz schwerer Landmaschinen zu retten.
Frühaufsteher im Dienst der Natur
In den Wochen der Hochsaison, wenn die ersten Grünlandflächen gemäht werden, begann der Einsatz regelmäßig vor Sonnenaufgang. Die Teams starteten ihre Arbeit teils schon um 4:30 Uhr morgens und durchkämmten mit Hilfe der Drohne für bis zu dreieinhalb Stunden systematisch die Wiesen. Die gesichteten Kitze wurden behutsam geborgen und vorübergehend in Sicherheit gebracht – stets mit dem Ziel, sie nach dem Mähen zurück in die Obhut der Ricke zu entlassen.
Neben Rehkitzen werden auch Gelege bodenbrütender Vögel und mitunter junge Feldhasen entdeckt. All diese Maßnahmen tragen aktiv zum Artenschutz bei und minimieren das Risiko tödlicher Kollisionen mit landwirtschaftlichen Geräten.
Förderung durch die Bingo-Umweltstiftung
Die Anschaffung der Drohne wurde durch eine finanzielle Förderung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung ermöglicht. Diese Unterstützung war entscheidend für die Umsetzung des Projekts und unterstreicht den hohen Stellenwert, den der Schutz der Artenvielfalt in Niedersachsen genießt.
Ein Vorbild für den ländlichen Raum
Die Zusammenarbeit zwischen Jagdgenossenschaft und ortsansässigen Landwirten hat sich dabei als vorbildlich erwiesen. Die Landwirte meldeten ihre Mähtermine frühzeitig, sodass die Drohnenteams optimal planen konnten. Dieser partnerschaftliche Ansatz ist ein wichtiger Bestandteil des Projekterfolgs.
Mit dem Drohneneinsatz hat die Jagd-genossenschaft Annen Ortholz bewiesen, dass moderne Technik, gezielte Förderung und ehrenamtliches Engagement Hand in Hand zum Schutz unserer heimischen Wildtiere beitragen können. Die Initiative wird auch in den kommenden Jahren fortgesetzt – zur Freude der Natur und im Sinne einer verantwortungsbewussten Landnutzung.
Eckhard Philipp