Beitragserhöhung ab 2027

Rund 90 Prozent der Stimmberechtigten waren für eine Beitragserhöhung der LJN (Foto: Kapuhs/LJN)

Im Rahmen der Mitgliederversammlung in Oldenburg ​folgten die angereisten Mitglieder dem Antrag des ​Präsidiums, den Mitgliedsbeitrag wirksam ab dem Jahr 2027 um 15 € pro Mitglied zu erhöhen. In aller Ruhe, mit sehr viel Sachlichkeit und gegenseitigem Respekt wurde im Rahmen der Versammlung intensiv über die ​Beitragserhöhung beraten, die schlussendlich mit einer sehr deutlichen Mehrheit ihre Zustimmung gefunden hat.

Warum wird eine Beitragserhöhung notwendig?

Die letzte Beitragserhöhung der Landesjägerschaft erfolgte im Jahr 2017 – wirksam dann ab dem Jahr 2019 – mit der Perspektive einer Beitragsstabilität von etwa 8 bis 10 Jahren. Mit der nun beschlossenen Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um 15 €, wirksam ab dem Jahr 2027, liegt der Verband also genau in dieser Zeitspanne. Zweifelsohne hat die Großdemo in Hannover, mit allen damit zusammenhängenden Aufgaben und Herausforderungen, die bewältigt werden mussten, einen wesentlichen Anteil daran, dass eine Beitragsstabilität von 10 Jahren nicht ganz eingehalten werden konnte. Ohne die in den vergangenen Jahren gebildeten Rücklagen wäre die LJN im entscheidenden Augenblick, in diesem Fall war es die geplante Novellierung des Landesjagdgesetzes Ende 2024, in Sachen Demo-Organisation finanziell gar nicht handlungsfähig gewesen. Die investierten finanziellen Mittel, ob in politisch-strategische Beratung, Unterstützung im Bereich Social Media oder natürlich die praktische Umsetzung der Demo selbst, waren notwendig und haben sich in Anbetracht des Erfolges der Demo mehr als gelohnt. Außerdem hat die Mobilisierung zur Demo eindrucksvoll aufgezeigt, wie wichtig die strategische Entscheidung war, mit der Blattzeit ein Verbandsmitteilungsblatt auf den Weg zu bringen, welches jedes unserer 60.000 Mitglieder erreicht. Dies ist ohne Zweifel ein dauerhafter zukünftiger Kostenblock – unter 9,00 € pro Mitglied und Jahr, aber die Landesjägerschaft war bis dato der einzige Landesjagdverband, der seinen Mitgliedern ein Abo mit einem externen Verlag abverlangt hat, um an die eigenen Verbandsmitteilungen zu kommen.

Auch die finanzielle Förderung für das landesweite Fallenprojekt, getätigt zu einem Zeitpunkt, da die Zuspitzung der jagdpolitischen Lage und die Demonstration so noch nicht absehbar waren, ist eine Investition in die Zukunft der niedersächsischen Reviere.

Klar ist: eine Demonstration wie die am 30. Januar 2025 findet natürlich nicht jedes Jahr statt. Klar ist aber auch: die zukünftigen Herausforderungen an unseren Verband werden immer komplexer. Umso wichtiger ist es in diesem Zusammenhang stets am Puls der Zeit zu sein, um auf Augenhöhe mit der Politik agieren zu können. Unerlässlich hierfür ist eine schlagkräftig aufgestellte Interessenvertretung. Mit der Beitragserhöhung stellt der Verband diese nicht nur sicher, sondern wappnet sich auch für die zukünftigen Herausforderungen. Konkret wird es z.B. darum gehen, die Jagd und das Wirken der Jägerinnen und Jäger auch in den sozialen Medien noch stärker zu fokussieren. Die sehr positiven Erfahrungen im Zusammenhang mit der Demo haben gezeigt, wie wichtig es ist, diesen Bereich dauerhaft innovativ zu „bespielen“, um gerade junge Menschen zu erreichen. Darüber hinaus, und auch das wird eine der zukünftigen Herausforderungen sein, müssen insbesondere der nichtjagenden oder jagdfernen Bevölkerung die Bedeutung der Jagd und die Leistungen der Jägerinnen und Jäger noch stärker bewusst gemacht werden. Diese Leistungen weiterhin und dauerhaft für die Zukunft zu erbringen, erfordert Investitionen – auch in Personal. In dieser Ausgangslage befindet sich die Landesjägerschaft keineswegs allein.

Nur wenn ein Verband in der Größe der LJN mit über 60.000 Mitgliedern mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet ist, wird er auch in den kommenden Jahrzehnten innen wie außen wahrgenommen, kann Zukunftsfelder proaktiv gestalten und gut gerüstet und auf Augenhöhe mit anderen Verbänden, der Politik oder anderen Gesellschaftsgruppen den Dialog zum Wohle von Jagd und Jägern führen.

Wulf-Heiner Kummetz