Jagdhundeausbildung: Vor-Ort-Termin mit der Ministerin
Vor dem Hintergrund einer im Koalitionsvertrag angekündigten Änderung des Niedersächsischen Jagdgesetzes haben die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) und der Jagdgebrauchshundverband Landesverband Niedersachsen (JGHV) die Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Miriam Staudte im September 2023 zur praktischen Präsentation der Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden auf der Schwimmspur eingeladen.
Nach langem Vorlauf fand diese Präsentation nun am 11.11.2024 in Buchholz/Aller statt.
Neben der Ministerin und der Landesbeauftragten für den Tierschutz in Niedersachsen Frau Dr. Julia Pfeiffer-Schlichting nahmen Vertreter des Referats Waldpolitik und Jagd, des Referats Tierschutz, des Büros der Ministerin, des JGHV und der LJN teil. Für die Jagd auf Wasserfederwild brauchbare, geprüfte Jagdhunde sind nach herrschender Meinung in Wissenschaft und Praxis mithilfe der derzeitigen Ausbildungsmethoden nur über eine erfolgreiche Ausbildung eines Hundes auf der Schwimmspur einer lebenden, kurzfristig flugunfähig gemachten Ente zu gewinnen.
Nach der Vorstellung der rechtlichen und theoretischen Rahmenbedingungen präsentierten drei Hundeführerinnen mit ihren Jagdgebrauchshunden unterschiedlicher Rassen im Zuge einer praktischen Vorführung, wie die Junghunde auf ihre bevorstehenden Aufgaben im Rahmen der tierschutzgerechten Wasserfederwildjagd vorbereitet werden. Den Anwesenden konnte anschaulich vermittelt werden, warum diese Art der Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden insbesondere vor dem Hintergrund tierschutzfachlicher Belange im Rahmen der praktischen Jagdausübung unverzichtbar ist.
Im Nachgang zu diesem Termin bestätigte die Landwirtschaftsministerin aufgrund der gewonnenen Eindrücke die Tierschutzgerechtigkeit der Ausbildung und Prüfung von Jagdhunden auf der Schwimmspur einer lebenden, kurzfristig flugunfähig gemachten Ente. Insbesondere ließe sich keine übermäßige Stressbelastung der eingesetzten Enten erkennen. Vor diesem Hintergrund bleibt zu hoffen, dass sich diese Erkenntnis auch in den zeitnah stattfindenden politischen Entscheidungen wiederfindet.
Stephan Johanshon/LJN