Steckholz – aus der Remise ​ins Revier

Knapp zwei Monate ruhten die Steckhölzer von Haselnuss, Holunder & Co. dunkel, kühl, aber frostfrei und feucht in der Remise von Baumschulgärtnerin Anke Fockenberg. Nun, ab Anfang April, wenn die Nachtfröste einstelligen Temperaturen weichen und das Steckholz erste Blattknospen hervorbringt, geht es ins Revier.

Wichtig: Nach der dunklen Lagerung sollte neben den Knospen auch ein grünes Kambium (also die Schicht zwischen Rinde und Holz) am Steckholz erkennbar sein. Ist dies braun oder ergraut, ist das Material leider abgestorben. An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass nach § 40 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) nur heimische Arten in der freien Landschaft gepflanzt bzw. gesteckt werden dürfen. Detaillierte Informationen hierzu finden sie über den Gesetzestext.

Eine passende Ecke

Wer sein Revier kennt, weiß auch um die Besitzverhältnisse der Ländereien. Bevor gesteckt wird und über die Jahre eine üppige Hecke entsteht, sollte dies vorab mit dem Eigentümer geklärt werden. Ansonsten gilt: Eine freie Stelle suchen oder gegebenenfalls vorbereiten. Die Hölzer brauchen für die Entwicklung Licht, geringen Unkrautdruck und einen warmen sowie feuchten Boden. Trockene oder dauerhaft nasse Stellen sollten gemieden werden. Eine extra Zugabe von Dünger oder Pflanzerde ist nicht erforderlich.

So wird gesteckt: zwei Drittel im Boden, ein Drittel über der Erde (Foto: Kapuhs/LJN)

Die Steckhölzer werden zu zwei Dritteln in den Boden gesteckt, sodass ein bis zwei Blattknospenpaare über der Erde bleiben. Hierfür mit dem Spaten einstechen, die Erde aufhebeln, Steckholz einbringen und die Erde wieder andrücken. In Revieren mit hohem Hasen- und Rehwildbesatz ist obendrein ein Verbissschutz notwendig.

Da möglicherweise nicht alle Steckhölzer anwachsen, empfiehlt es sich, auf einen halben Quadratmeter jeweils vier bis fünf Stück zu stecken. Für eine Hecke im weiteren Verlauf einen Meter Platz zur nächsten Steckreihe lassen. Die Hölzer zudem leicht im Versatz stecken. Falls die Standorte im Revier für eine längere Hecke ungeeignet sind, können auch mehrere kleine Inseln gesteckt werden. Denn jeder einzelne Strauch ist sowohl Nistplatz, Bienenweide, Nahrungslieferant durch Beeren und Früchte als auch Deckung. Sobald sich die Pflanzen etabliert haben, sind in den Folgejahren gegebenenfalls Pflegeschnitte erforderlich. Die Bingo-Umweltstiftung bietet hierfür spezielle Seminare an.

 Sebastian Kapuhs